Bibliophile Notizen

Gerne informieren wir Sie hier von Zeit zu Zeit über Neuigkeiten und Aktivitäten
aus der Gemeinschaft der Bücherfreunde und -sammler.

Rare Books & Fine Art – die virtuelle Antiquariatsmesse

Rare Books & Fine Art – die virtuelle Antiquariatsmesse

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es dieses Jahr keine «reale» Antiquariatsmesse auf der Frankfurter Buchmesse. Stattdessen besuche man die virtuelle Messe, und zwar hier:

https://www.rarebooks-fineart.com

Inzwischen ist die Zahl der Aussteller auf 100 angewachsen, die der Kataloge auf 80. Der Countdown läuft …

Eröffnung:
am 14. Oktober 2020, 9 Uhr

Die virtuelle Messe wird voraussichtlich bis Ende des Jahres «geöffnet» sein.

 

Filmtipp: The Booksellers – aus Liebe zum Buch

Filmtipp: The Booksellers – aus Liebe zum Buch

Der Dokumentarfilm THE BOOKSELLERS bietet einen lebendigen Blick hinter die Kulissen der New Yorker Welt der seltenen Bücher und jener faszinierenden Menschen, die sie bewohnen – eine liebevolle Hommage an die Buchkultur und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zukunft des Buches.

Ein Film von D. W. Young
USA 2019 | 99 Min | OmdtU
Kinostart in Deutschland:
29. Oktober 2020

Mehr Informationen, u.a. zu Terminen und Sonderveranstaltungen:
http://mindjazz-pictures.de/the-booksellers

Die Gesellschaft der Bibliophilen gehört zu den Kooperationspartnern.
Filmvorführungen mit anschließendem Gespräch gibt es zum Beispiel in Kassel am 1. November (mit Sebastian Eichenberg) und in Wiesbaden am 7. November (mit Silvia Werfel).

Gutenberg-Museum mit Ausstellung für Gerhard Steidl

Gutenberg-Museum mit Ausstellung für Gerhard Steidl

10. Oktober bis 29. November 2020
Aus Anlass der Verleihung des Gutenberg-Preises 2020 an den renommierten Drucker und Verleger Gerhard Steidl zeigt das Gutenberg-Museum die Pop-up-Ausstellung Mein Lieblingsbuchstabe ist das Q. Gerhard Steidl.  Pandemiebedingt findet keine Vernissage statt. Die Sonderausstellung ist ab Samstag, 10. Oktober geöffnet und bis einschließlich 29. November 2020 im Gutenberg-Museum zu sehen.

Die Bücher des international ausgerichteten Steidl Verlages zeichnen sich durch höchste herstellerische Qualität und ihre individuelle Gestaltung aus. Der für seine Papierleidenschaft bekannte Drucker und Verleger wählt persönlich Papier und Leinen aus und überprüft sämtliche Produktionsschritte vom Layout bis zum Druck. Jedes Steidl Buch geht wortwörtlich durch Gerhard Steidls Hände. Seinem Lieblingsbuchstaben Q widmet das Gutenberg-Museum nun eine eigene kleine Ausstellung.

Bildrechte: Steidl Verlag / Gutenberg-Museum
(Foto rechts von Robbie Lawrence)

 

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 2

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 2

Nachdem am Dienstag, den 30. September 2020, der Mainzer Ob Michael Ebeling, Marianne Grosse und Dr. Annette Ludwig den Mainzer Impuls unterschrieben hatten, folgten als Erstunterzeichner Vertreter von Museen und Experten aus der Handwerkspraxis.

Der Mainzer Impuls richtet sind an interessierte Bürgerinnen und Bürger genauso wie an Experten, Druckwerkstätten und nicht zuletzt die Politik. Der Erhalt der zum Gutenbergsystem gehörenden Handwerkstechniken sei eine Aufgabe von «nationaler Bedeutung», betonte Dr. Harry Neß vom IADM.

Bild: Nach der feierlichen Unterzeichnung, von links:
Dr. Jürgen Franssen (Erster Vorsitzender des Vereins für die Schwarze Kunst e.V., Dresden), Dr. Roger Münch (Direktor des Deutschen Zeitungsmuseums, Wadgassen), Dr. Harry Ness (Vorsitzender des Internationalen Arbeitskreises für Druck- und Mediengeschichte), die Initiatorin und Gastgeberin Dr. Annette Ludwig, Dr. Susanne Richter (Direktorin des Museums für Druckkunst, Leipzig), Dr. Mechthild Haas (Leiterin Graphische Sammlung mit Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren des Hessischen Landesmuseum, Darmstadt) und Eckehart SchumacherGebler (Offizin Haag Drugulin, Dresden).
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 1

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 1

Die Mainzer Politik mit ins Boot geholt: Am Dienstag, den 30. September 2020, erfolgte auf Einladung der Direktorin Dr. Annette Ludwig im Gutenberg-Museum die feierliche Erstunterzeichnung des Mainzer Impulses für den Erhalt und die Pflege der Gutenbergschen Drucktechnik.

Auszug aus dem Mainzer Impuls:
«Mit der Digitalen Medienrevolution erleben wir momentan eine Zeit des Umbruchs, wie sie bereits die Zeitgenossen Gutenbergs erlebt haben. […]
Mit diesem Aufruf möchten das Gutenberg-Museum Mainz – als Weltmuseum der Druckkunst – und die Gutenberg-Stadt Mainz – als Wiege des europäischen Buchdrucks – auf den bevorstehenden Verlust dieser so bedeutenden Handwerkstechniken aufmerksam machen. Wir fordern den umfassenden Schutz der historischen Technologie des Buchdrucks, vom Stempelschnitt über den Schriftguss und den Bleisatz bis zum Pressendruck.
Zur Rettung der ‹Ingenieursleistung› von Johannes Gutenberg braucht es möglichst viele Mitstreitende, die wir auf diesem Wege gewinnen möchten. […]»

Foto:
Der Mainzer Impuls ist besiegelt: die Unterschriften von Dr. Annette Ludwig, OB Michael Ebeling und Marianne Grosse.
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

Preis der Stiftung Buchkunst für «Das Jahr 1990 freilegen»

Preis der Stiftung Buchkunst für «Das Jahr 1990 freilegen»

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis der Stiftung Buchkunst geht an das Buch Das Jahr 1990 freilegen (Spector Books, Leipzig). Das von Spector Books-Verleger Jan Wenzel herausgegebene Werk entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Grafiker Wolfgang Schwärzler. Es wurde von einer fünfköpfigen Jury aus den 25 Schönsten Deutschen Büchern 2020 ausgewählt, die die Stiftung Buchkunst im Juni bekannt gegeben hat.

«592 Seiten. Ein Wälzer, den man auch so nennen darf. Es geht um das umwälzende Wiedervereinigungsjahr 1990. Fundstücke dieses prägenden Jahres wurden ausgebreitet und sortiert: aufwendig recherchiertes Fotomaterial; Zitate, Aufsätze, Interviews. Einzelne Sätze wirken wie Zwischenüberschriften, einzelne Wörter wie Schlagzeilen. Einer Zeitungsseite ähnlich werden die Text-Bild-Verschachtelungen mit fetten Linien verfugt. Aufschlagen und hinabfahren ins ‹Bergwerk der Erinnerung›», so Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, in ihrer Laudatio.

Aufgrund der aktuellen Lage konnte die Preisverleihung in diesem Jahr nur in reduziertem Umfang stattfinden: Katharina Hesse und Dr. Joachim Unseld, Verleger der Frankfurter Verlagsanstalt und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, vergaben den Preis am Freitagmittag (4. September 2020) im Rahmen eines Festessens im Frankfurter Restaurant Margarete an Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzler.

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / CHOREO, Leipzig

400 Neuzugänge der Bayerischen Staatsbibliothek im Kulturportal bavaricon

400 Neuzugänge der Bayerischen Staatsbibliothek im Kulturportal bavaricon

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) bewahrt einen umfangreichen Bestand kostbarster Handschriften und Drucke. Eine Auswahl von 400 bedeutenden Werken, die zum einzigartigen schriftlichen Kulturerbe Bayerns gehören, ist nun im Kulturportal bavarikon online gegangen. Der Zugang zu den Kulturschätzen ist für Laien besonders benutzerfreundlich gestaltet und eröffnet ihnen die Sammlung ohne Vorkenntnisse. Ein Großteil der Handschriften und Drucke verfügt zudem über ausführliche Beschreibungen in Deutsch und Englisch. Zugänglich sind sie über drei verschiedene Wege: über eine alphabetische Liste der Sammlungen, über Signaturgruppen oder nach Themen.

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert in bavarikon einschließlich der 400 Neuzugänge nun insgesamt mehr als 2700 ihrer Handschriften und Drucke in über 60 Sammlungen. Der Einstieg erfolgt über das Institutionenporträt der Bayerischen Staatsbibliothek:
http://www.bavarikon.de/bayerische-staatsbibliothek

Abgebildet:
Qurʾān – BSB Cod.arab. 1 (1226)
Diese Handschrift aus dem frühen 13. Jahrhundert gehört zu den wenigen erhaltenen Koranen aus dem islamischen Spanien.
Digitalisat:
https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-HSS-00000BSB00040328
Bildnachweis: Bayerische Staatsbibliothek/bavarikon

Gutenberg-Kinderkrimi ausgezeichnet!

Gutenberg-Kinderkrimi ausgezeichnet!

Regine Kölpin und Gitta Edelmann sind die Verfasserinnen des Kinderkrimis Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern. Erschienen ist das spannende (und lehrreiche) Buch im Verlag der Gutenberg-Stiftung. Nun ist es mit dem Bronze-HOMER ausgezeichnet worden.

Der HOMER-Literaturpreis ehrt alljährlich die besten historischen Romane des Vorjahres. Der Preis wurde dieses Jahr im Rahmen der digitalen Eurolit Buchmesse vergeben. Erstmals wurde mit Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern ein Kinderkrimi in die Nominiertenliste aufgenommen – und nun sogar prämiert.

Auf 240 Seiten entführen die Autorinnen ihre Leserschaft in die Werkstatt Johannes Gutenbergs, wo die beiden Protagonisten Martin und Klara im Jahr 1453 merkwürdige Dinge bemerken. Der spannende Krimi bietet – gleichsam nebenbei – Einblicke in das Leben im Mittelalter und zeigt, was Gutenberg tatsächlich erfunden hat.

Das Buch eignet sich für Kinder ab 8 Jahren und kostet 8,80 €.
Erhältlich im Gutenberg-Shop und im Buchhandel.

Foto: Gutenberg-Stiftung

Glückwunsch zu Klaus Wagenbachs 90. Geburtstag

Glückwunsch zu Klaus Wagenbachs 90. Geburtstag

Er ist – frei nach seinem Autor Alan Bennett – nicht nur ein souveräner Leser, sondern auch ein souveräner Verleger: Klaus Wagenbach. Am 11. Juli 2020 feierte er seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Für das Börsenblatt hat sein Freund und Kollege Michael Krüger einen schönen Geburtstagsbeitrag geschrieben, dem nichts hinzuzufügen ist. Neu umbrochenes PDF hier: 20200711 Klaus Wagenbach_90_Krueger

Foto: Archiv Verlag Klaus Wagenbach

Übergabe des Gutenberg-Jahrbuchs 2020

Übergabe des Gutenberg-Jahrbuchs 2020

Am 13. Juli übergibt der langjährige Herausgeber Univ.-Prof. Dr. Stephan Füssel das frisch erschienene Gutenberg-Jahrbuch 2020 dem Präsidenten der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V. Oberbürgermeister Michael Ebling und wird einige Highlights daraus vorstellen. 

Normalerweise wird das neue Gutenberg-Jahrbuch im Rahmen der Jahresversammlung der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft am Samstag der Mainzer Johannisnacht präsentiert. Diese musste aufgrund der aktuellen Situation jedoch in den Herbst verschoben werden. Interessierte können Übergabe und Präsentation trotzdem mitverfolgen.

LIVESTREAM: Die Veranstaltung ist live sowohl über die Facebookseite @Ggesellschaft als auch über das Instagramprofil @gutenberggesellschaft zu verfolgen. Alle Interessierten erhalten außerdem im Nachhinein die Gelegenheit, sich die Präsentation als Video anzusehen. Das Video bzw. der Link dazu steht über die Website der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft und im nächsten Newsletter zur Verfügung.

Datum: 13. Juli 2020
Uhrzeit: 17 Uhr
Veranstalter: Internationale Gutenberg-Gesellschaft

Foto: Internationale Gutenberg-Gesellschaft

Stiftung Buchkunst: «Förderpreise für junge Buchgestaltung» 2020

Stiftung Buchkunst: «Förderpreise für junge Buchgestaltung» 2020

Die Stiftung Buchkunst kürt alljährlich nicht nur Die 25 schönsten deutschen Bücher, zusätzlich vergibt sie auch drei Förderpreise. Ausgezeichnet wurden:
Paulina Mohr: Die Bibel – Über Frauen
Robert Steinmüller: Aphelion
Cristina Zickert, Rieke Bogena und Zora Asse vom Institut für Buchkunst, Leipzig: OFF/ON STAGE

Der Förderpreis für junge Buchgestaltung möchte außergewöhnliche, zukunftsweisende Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen – und damit Entwicklungen im Medium Buchgestaltung – aufspüren und Buchimpulse für morgen sowie Qualitätskonzepte von heute sichtbar machen. Hier steht nicht die technische Perfektion, sondern die Idee im Vordergrund. Im Wettbewerb Förderpreis für junge Buchgestaltung wählt eine aus Gestaltern und Hochschulexperten besetzte Jury drei Gewinnertitel aus, die das Medium Buch weiterdenken.

Die Förderpreise sind mit jeweils 2000 Euro dotiert. Alle Preisgelder werden gestiftet von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters.

Faltblatt mit den Förderpreis-Titeln zum Download:
StiftungBuchkunst_Förderpreis_2020

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

«Die schönsten deutschen Bücher 2020» sind gewählt

«Die schönsten deutschen Bücher 2020» sind gewählt

In dem von der Stiftung Buchkunst durchgeführten Wettbewerb der Schönsten deutschen Bücher wählen zwei Expertenjurys in einem aufwendigen Verfahren die 25 schönsten Bücher des Jahres aus. Die 25 ausgewählten Bücher sind vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung und zeigen eine große Bandbreite gestalterischer und herstellerischer Möglichkeiten. Die Auswahl berücksichtigt auch das leisere, solide gemachte Lesebuch.

Die prämierten Bücher setzen Zeichen und zeigen wichtige Trends und Strömungen der deutschen Buchproduktion. In fünf Kategorien werden exakt fünf Preisträger gekürt. Dies sind die Kategorien:
Allgemeine Literatur
Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher, Schul- und Lehrbücher
Ratgeber, Sachbücher
Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge
Kinderbücher, Jugendbücher

Die prämierten Titel sind gleichzeitig für den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst nominiert, der für das allerschönste deutsche Buch vergeben wird.

Die prämierten Bücher gehen ab September auf große Wanderausstellung und sind dann an zahlreichen Orten im In- und Ausland zu sehen. Den Start machen z.B. die Hamburger Bücherhallen (4. bis 26. September 2020), die Fachbibliothek Karl-Krämer in Stuttgart (7. bis 19. September 2020) und die Altstädter Bücherstuben in Osnabrück (4. bis 19. September 2020). Auch die Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt wird fortgeführt: Die 25 prämierten Bücher sind das ganze Jahr über im Foyer des Hauses zu sehen.

Faltblatt mit den gekürten Büchern zum Download:
StiftungBuchkunst_DieSchönstenDeutschenBücher2020_25

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt seltene Künstlerbücher des tschechischen Künstlers Josef Váchal

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt seltene Künstlerbücher des tschechischen Künstlers Josef Váchal

Die Bayerischen Staatsbibliothek ergänzt ihre renommierte Sammlung um zwei sehr seltene Werke des tschechischen Künstlers Josef Váchal: Ďáblova zahrádka, aneb přírodopis strašidel (Des Teufels Gärtlein, oder die Naturkunde der Gespenster) aus dem Jahr 1924 und Šumava umírající a romantická (Sterbender und romantischer Böhmerwald) von 1931. Die beiden beeindruckenden, in Leder gebundenen Folianten sind mit farbenprächtigen Farbholzstichen illustriert und zählen zu den absoluten Spitzenwerken der tschechischen Zwischenkriegsmoderne.

Josef Váchal (1884–1969) war als Künstler weitgehend ein Autodidakt. Der gelernte Buchbinder gehört zu den originellsten tschechischen Künstlern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine bekanntesten Werke sind Bücher – von ihm selbst verfasst, illustriert, mit eigenhändig hergestellten Typen gesetzt, gedruckt und meist auch selbst gebunden. Sich selbst pflegte er als Holzstecher zu bezeichnen. Der Holzstich (nicht Holzschnitt!), den er ständig technologisch perfektionierte und weiterentwickelte, war für ihn die mit Abstand wichtigste Technik. Váchals bevorzugte Inspirationsquellen waren Religion, Theosophie, Magie, Mystik, Spiritismus und Okkultismus. Seine Werke sind voller Grenzüberschreitungen, Unklarheiten, Vieldeutigkeiten, Widersprüche, Paradoxien und Mystifikationen. Zu seinen bevorzugten Stilmitteln zählten Ironie, Parodie und Persiflage.

Foto:
Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, und Dr. Dorothea Sommer, die Stellvertretende Generaldirektorin.
Copyright / Alle Rechte:
Bayerische Staatsbibliothek/Hans-Rudolf Schulz

Die Kunstbibliothek Berlin zeigt «Marken:Zeichen»

Die Kunstbibliothek Berlin zeigt «Marken:Zeichen»

Marken:Zeichen. Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek
Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
19. Juni bis 16. August 2020

Beide waren sowohl Grafikdesigner als auch freie Künstler: Anton Stankowski (1906–1998), der 1951 in Stuttgart sein Atelier für Kommunikationsdesign eröffnete, und Karl Duschek (1947–2011), der 1972 in das Atelier eintrat, wenig später Partner wurde und es nach Stankowskis Tod bis 2011 leitete.

«Zeichen sind visuelle Telegramme, ähnlich wie Flaggen», so formulierte es Anton Stankowski 1978. Logo, Leitsystem, Corporate Identity: Was heute selbstverständlich zu jedem Firmenimage gehört, steckte Mitte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Das Grafikatelier Stankowski + Duschek wirkte mit seiner Markengestaltung, der «Königsdisziplin» der visuellen Kommunikation, bahnbrechend.
Die Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt das Werk des Grafischen Ateliers anhand von rund 300 Exponaten vor.

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Kettler-Verlag die Publikation Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek. Sie wird in der Herbstausgabe der Wandelhalle vorgestellt.

Es gelten die Corona-bedingten Vorgaben. Zeitfenstertickets bitte möglichst im Vorfeld online buchen:
http://www.smb.museum/tickets

Bild:
Grafisches Atelier Stankowski + Duschek, Markenzeichen der 1970er- bis 2000er-Jahre
© Meike Gatermann und Stankowski-Stiftung / Zusammenstellung: Gerwin Schmidt, 2019

Gutenberg-Museum bietet einen Streifzug durch die Geschichte der Schriften weltweit

Gutenberg-Museum bietet einen Streifzug durch die Geschichte der Schriften weltweit

Für die ganze Familie: Nach neunwöchiger coronabedingter Schließung meldet sich das Gutenberg-Museum in Mainz mit einer attraktiven Kabinett-Ausstellung zurück: «Es steht geschrieben: Von der Keilschrift zum Emoji» heißt die Präsentation, in deren Mittelpunkt der Sachbuch-Comic aus der Feder von Vitali Konstantinov steht. Sie ist bis Sonntag, den 27. September 2020, zu sehen. Zu beachten sind die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Individuelle Führungen für vier in einem Haushalt lebende Personen können unter Telefon 06131-12643 vereinbart werden. Auf die sonstige Führungsgebühr wird verzichtet; lediglich 1,50 Euro pro Person plus Museumseintritt werden erhoben.

Foto:
Zur Wiedereröffnung nach seiner coronabedingten Schließung präsentiert das Gutenberg-Museum mit seiner Kabinett-Ausstellung ein «Bonbon» für die ganze Familie.
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

Museum für Druckkunst verlängert Ausstellung zur Industriefotografie

Museum für Druckkunst verlängert Ausstellung zur Industriefotografie

Die Sonderausstellung «Das Auge des Fotografen. Industriekultur in der Fotografie seit 1900» geht in die Verlängerung – bis zum 6. September 2020.

Im Jahr der Industriekultur 2020 in Sachsen rückt das Museum für Druckkunst das Medium Fotografie in den Fokus. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei bedeutende Industriezentren: Mitteldeutschland und das Ruhrgebiet. Gezeigt werden über 100 Fotografien u.a. aus dem Archiv Hermann Walter (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), von Hans Finsler (Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale), Evelyn Richter (Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig) und Bernd und Hilla Becher (Die Photographische Sammlung – SK Kulturstiftung Köln), dem Historischen Archiv Krupp sowie bisher unbekannte Aufnahmen aus sächsischen Archiven und zeitgenössische Positionen.

Foto:
Fabrik für ätherische Öle Rudolf Lauche, 1920
© Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Fotoatelier Hermann Walter

Gutenberg-Museum weiterhin aktiv – Wiedereröffnung am 19. Mai

Gutenberg-Museum weiterhin aktiv – Wiedereröffnung am 19. Mai

Das Gutenberg-Museum bleibt für den Publikumsverkehr bis einschließlich 18. Mai geschlossen.
Ab dem 19. Mai ist es wieder geöffnet!

Hinter den Kulissen wird fleißig gearbeitet. Projektvorbereitungen laufen, der Druckladen erledigt weiterhin kleine Druckaufträge und im Seitentrakt im Erdgeschoss nähen Mitarbeiterinnen Schutzmasken. Diese sind für die 52 fest angestellten Kolleginnen und Kollegen bestimmt, jeweils sieben Stoffmasken soll jeder erhalten. Teilweise sind sie bedruckt im Siebdruckverfahren.

Wir freuen uns auf die Zeit, da das Museum, unter den Corona-bedingten Schutzmaßnahmen, wieder geöffnet sein wird!
Bis dahin können alle Interessierten den Aktivitäten des Museums auf Facebook oder Instagram folgen.

Foto: Gutenberg-Museum, Mainz

Hölderlin im Klingspor Museum

Hölderlin im Klingspor Museum

Im Klingspor Museum in Offenbach ist im Rahmen des Kulturprogramms «Hölderlin 2020» zum 250. Geburtstag des Dichters eine wunderbare Ausstellung aufgebaut: «Wahrlich! es ist Himmelsvorgenuß.* Buch- und Schriftkunst zu Friedrich Hölderlin»*(Gedicht: Der Lorbeer, 1788).

Robert Schwarz, Petra Ober, Anja Harms und Eberhard Müller-Fries sowie Corinna Krebber stehen für das ungebrochene Interesse am komplexen Werk dieses Dichters. Ihre im Museum gezeigten Arbeiten spannen einen facettenreichen Bogen der Gegenwartskunst.

Das Museum ist ab dem 12. Mai wieder geöffnet, unter Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen; bis dahin gibt es im Internet wunderbare Einblicke in die aktuelle Ausstellung, eine Bildergalerie sowie Videoführungen:
https://www.offenbach.de/microsite/klingspor_museum/rubrik-2/content-ii.24-hoelderlin-bilder.php

Die Ausstellung ist im Museum noch bis 11. Juni 2020 zu sehen.
In der ersten Woche nach Wiederöffnung ist der Eintritt frei!

Foto: Simon Malz

Museum für Druckkunst in Leipzig wieder geöffnet!

Museum für Druckkunst in Leipzig wieder geöffnet!

Seit Donnerstag, den 7. Mai, ist das Museum für Druckkunst wieder geöffnet, unter Einhaltung aller nötigen Hygieneauflagen. Maximal 50 Gäste können sich im Museum aufhalten. Dabei ist stets ein Mund-und Nasenschutz zu tragen.

Hingewiesen sei auch hier auf den Facebook- und den Instagramkanal des Museums für Kinder und Erwachsene:
https://www.instagram.com/museumfuerdruckkunst/
https://www.facebook.com/museumfuerdruckkunst/

Zu sehen ist noch bis 28. Juni 2020 die Ausstellung «Das Auge des Fotografen. Industriekultur in der Fotografie seit 1900».

Foto: Museum für Druckkunst, Leipzig

Corona – Covid 19

Corona – Covid 19

Liebe Leserinnen und Leser,
kommen Sie gut durch diese schwierigen Zeiten und bleiben Sie gesund!
Allerorts werden Veranstaltungen abgesagt, Museen und Bibliotheken (und vieles mehr) bleiben bis auf Weiteres geschlossen.
Was hilft? Neben Achtsamkeit und einem gewissen Maß an Gelassenheit vielleicht dies: ein Spaziergang durch die bereits frühlingsbunt erblühte Natur und ein gutes Buch!

Alles erdenklich Gute wünscht Ihnen Ihre Silvia Werfel
(15. März 2020)

Die nebenstehende Abbildung stammt aus dem bei Hatje Cantz erschienenen Titel Von Büchern in Bildern; es wird in der Frühjahrsausgabe der Wandelhalle für Bücherfreunde näher vorgestellt. Das Gemälde zeigt Sir Brooke Boothby mit einem Buch seines Mentors Rousseau. (Joseph Wright of Derby 1781. Tate, London, Nachlass von Agnes Ann Best 1925)

«BuchDruckKunst»-Messe findet NICHT statt!

«BuchDruckKunst»-Messe findet NICHT statt!

Nun ist es offiziell:
Die Hamburger Museen bleiben vorerst bis zum 29. März 2020 geschlossen. Damit fällt die BuchDruckKunst leider aus.
Nächster Termin: 12. bis 14. März 2021

Als Trostpflaster könnte das sehr schön gemachte, inhaltreiche Messemagazin dienen (6 Euro zzgl. Versand). Zugleich unterstützt eine Bestellung – virenfrei übers Internet – das Orgateam in einer Situation, in der erhebliche Einnahmen entfallen.
Infos und Bestellmöglichkeit hier:
https://shop.klaus-raasch.de/product/buchdruckkunst-2020/

Abb.:
(Buch-)Akrobatisch – den Holzschnitt für Einladung und Katalogeinband schuf Franziska Neubert.

Walz-Station im Gutenberg-Museum

Walz-Station im Gutenberg-Museum

Jana Madle-Elmerhaus, Typografin aus Hamburg, spürte im Druckladen des Gutenberg-Museums – unterstützt von Rainer Huth, dem Buchdruckermeister des Museums – eine Arbeitswoche lang den Traditionen des Schriftsetzens nach.

Angeregt vom Verein für die Schwarze Kunst, der seit 2018 Stipendien für die «Walz im Handsatz und Buchdruck» vergibt und in dem das Gutenberg-Museum Mitglied ist, machte sich die Typografin auf den Weg – wegen Überschreitens der vom Verein gesetzten Altersgrenze jedoch unabhängig und eigenfinanziert. Ihre lesenswerten Berichte über die Walz finden sich auf ihrem Blog:
https://www.typowalz.de/jana-auf-typowalz

Abb.:
Zufrieden präsentiert Jana Madle-Elmerhaus ihre in tagelanger Kleinarbeit im Druckladen des Gutenberg-Museums entstandene Typografik. (Bildrechte: Gutenberg-Museum)

«BuchDruckKunst»-Messe findet statt!

«BuchDruckKunst»-Messe findet statt!

15. Hamburger Verkaufsmesse für Erlesenes auf Papier
trotzt dem Coronavirus (Stand 4. März 2020):

Termin: 27. bis 29. März 2020
Ort: Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 
22305 Hamburg-Barmbek

Rund 50 Aussteller, die mit traditionellen wie neuen Druckverfahren arbeiten, zeigen Druck- und Papierkunst, Malerbücher und Unikate. Vorführungen präsentieren die Techniken von Schriftguss, Handsatz, Papierschöpfen und Buchbinden.

96 Seiten, viele Abbildungen, Format 17 x 24 cm, Fadenheftung und handschmeichlerisches Papier – das als Klappenbroschur gebundene Messemagazin ist selbst eine kleine Buchkostbarkeit.
Jeder Besucher erhält kostenfrei ein Exemplar, alle anderen können es für 6 Euro zzgl. Versand hier erwerben:
https://shop.klaus-raasch.de/product/buchdruckkunst-2020/

Öffnungszeiten:
Freitag, 27. März, 17 bis 20 Uhr
Samstag, 28. März, von 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 29. März, 10 bis 17 Uhr
Eintritt 7 bis 10 €

Abb.:
(Buch-)Akrobatisch – den Holzschnitt für Einladung und Katalogeinband schuf Franziska Neubert.

Buchpremiere: «Wir machen Druck!»

Buchpremiere: «Wir machen Druck!»

Buchpremiere und Ausstellungseröffnung:
Termin: Montag, 9. März 2020, 19 Uhr
Ort: Museum der Arbeit
Wiesendamm 3
22305 Hamburg-Barmbek

Zu einer Exkursion ins Land der Schwarzen Kunst laden die Autoren Artur Dieckhoff und Gerhard Eikenbusch in ihrem frisch bei Klett/Kallmeyer erschienenen Buch Wir machen Druck! ein. Konzipiert für den Unterricht der Sekundarstufe I, bietet das vielfältig illustrierte Hand- und Ideenbuch Interessierten jeglicher Art reichhaltige Informationen über die Welt des (analogen) Druckens. Beigelegt sind sieben Originalgrafiken verschiedener Hochdrucktechniken, die im Museum der Arbeit gedruckt wurden.
Dort wird nun am 9. März gefeiert und die Ausstellung eröffnet – sie gibt Einblicke in den Entstehungs- und Produktionsprozess des Buches und zeigt die Originale.

Abb., von links:
Matthias Taube, Nadine Respondek, Artur Dieckhoff, Tita do Rêgo Silva und Klaus Raasch in der Museumswerkstatt.

Gutenberg-Museum: Bauhaus-Schau verlängert!

Gutenberg-Museum: Bauhaus-Schau verlängert!

«Drucken und werben am Bauhaus» – wegen des anhaltend hohen Besucherinteresses hat das Gutenberg-Museum seine Sonderausstellung Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design um sieben Wochen bis 22. März 2020 verlängert!

Führungen:
(Kostenbeitrag: 1,50 Euro zzgl. zum Eintritt)

Fr 6. März 2020, 14:15 Uhr
So 15. März 2020, 14:15 Uhr
Di 17. März 2020, 15:15 Uhr
So 22. März 2020, 11:15 Uhr

Abb.:
In enger Reihung, der sogenannten Petersburger Hängung, präsentiert das Gutenberg-Museum im Sonderaustellungsbereich im Untergeschoss Arbeiten von Schülern sowie Meistern aus der grafischen Druckwerkstatt.
(Foto: Silvia Werfel)

Antiquariatsmesse Stuttgart

Antiquariatsmesse Stuttgart

Die vom 24. bis 26. Januar 2020 stattfindende Antiquariatsmesse Stuttgart steht unter dem Motto «Zensur – Leidenschaft – Poesie – Politik». Hier präsentieren 75 deutsche wie auch internationale Antiquariate und Galerien wertvolle Bücher, Druckgraphik, Autographen, Landkarten und illustrierte Werke.

Zusätzlich bietet die Messe eine Ausstellung im Bereich der Buchkunst: «Internationale BilderBuchKunst der Gegenwart» und hat mit der neuen Reihe «Das Rote Sofa» das Veranstaltungsprogramm maßgeblich erweitert.

Neu in diesem Jahr: Die Ausschreibung und Verleihung des mit 1000 € dotierten Preises für junge Sammlerinnen oder Sammler in Kooperation mit der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst und der Zeitschrift Aus dem Antiquariat.
Die Preisverleihung findet am 26. Januar um 15 Uhr auf der Messe statt.

Veranstaltungsadresse:
Antiquariatsmesse Stuttgart
Württembergischer Kunstverein
Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart

Informationen: www.antiquariatsmesse-stuttgart.de

Abb. – eines der Messe-Highlights:
Stundenbuch. Horae B. M. V. für den Gebrauch von Paris. Paris, um 1405/1407. Lateinische und französische Handschrift auf Pergament.
(680.000 €, Antiquariat Bibermühle – Heribert Tenschert)

Antiquaria-Preis 2020 für Christoph Meckel

Antiquaria-Preis 2020 für Christoph Meckel

Der mit 10.000 Euro dotierte 26. Antiquaria-Preis für Buchkultur, gestiftet vom Verein Buchkultur e.V., dem Verein der Freunde antiquarischer Bücher, der Stadt Ludwigsburg und der Wiedeking Stiftung Stuttgart wird dem Schriftsteller, Zeichner und Druckgrafiker Christoph Meckel verliehen.

Die öffentliche Preisverleihung fand am Eröffnungsabend der Antiquaria Ludwigsburg am 23. Januar 2020, statt. Leider in Abwesenheit des schwer erkrankten Künstlers. Seine Frau las seine bereits verfasste Dankesrede vor. Nur wenige Tage später, am 29. Januar 2020, verstarb er.

Für den 27. April 2020 ist sein letztes Buch Eine Tür aus Glas, ganz offen. Gesammelte Prosa angekündigt, an dessen Vorbereitung Christoph Meckel noch selbst mitgearbeitet hat.

Abb.:
Christoph Meckel, Foto: Gila Funke-Meckel
Eine Tür aus Glas, ganz offen. Gesammelte Prosa erscheint Ende April im Hanser-Literaturverlag.

34. Antiquaria Ludwigsburg

34. Antiquaria Ludwigsburg

Am 23. Januar 2020 öffnet um 15 Uhr die 34.Antiquaria in der Musikhalle Ludwigsburg (gegenüber dem Bahnhof) ihre Tore. Bis Samstag, den 25.Januar, zeigen 55 Antiquarinnen und Antiquare aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, der Schweiz und den Niederlanden ihre Schätze.

Das Motto für 2020:
«Antiquaria multkultura – Toleranz – Vielfalt – Freiheit»
Damit möchten die Veranstalter «ein Zeichen gegen gesellschaftliche Entwicklungen des ausgrenzenden, nationalistischen, rassistischen Denkens und gegen die Angstmache vor Überfremdung» setzen.

Informationen: www.antiquaria-ludwigsburg.de

Abb.: Georg Faber. Ein christlicher lieblicher Trostbrieff… 1571
(7900 €, Florisatus, Den Haag)

Gudrun Zapf von Hesse verstorben

Gudrun Zapf von Hesse verstorben

Am 13. Dezember 2019 verstarb in Darmstadt die Buch- und Schriftkünstlerin Gudrun Zapf von Hesse.

Ob Einband-Unikate, Kalligrafie, Satzschriften, Aquarelle oder Bleistiftzeichnungen – die Arbeiten von Gudrun Zapf von Hesse vereinen höchste handwerkliche Präzision mit dezenter Eleganz. Sie gehört zu den vielseitigsten deutschen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Geboren am 2. Januar 1918 in Schwerin, machte sie ab 1934 bei Otto Dorfner in Weimar eine Buchbinderlehre und mit erst 22 Jahren ihren Meister. Schon während der Lehrzeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für Schrift und schulte sich autodidaktisch. Ihre erste Satzschrift erschien 1953 bei D.Stempel unter dem Namen Diotima, nachdem es 1948 zur Begegnung mit einem gewissen Hermann Zapf gekommen war. 1951 heirateten die Beiden.

Zwischen 1953 und 1991 entwarf Gudrun Zapf von Hesse weitere charakterstarke, zeitlos moderne Satzschriften. Bereits 1947 hatte sie bei der Bauerschen Gießerei eigenhändig die Stempel für eine Versalschrift zum Vergolden von Einbänden geschnitten – zu ihrem 100.Geburtstag erschien diese als Hesse-Antiqua, digitalisiert von Ferdinand Ulrich, bei Monotype. – Der Film «Alphabet magic» (2018) dokumentiert Leben und Werk des außergewöhnlichen, charmanten und stets gastfreundlichen Buch- und Schriftkünstler-Paares. (siw)

Foto: Silvia Werfel (2018, Darmstadt)

DNB Leipzig: Störenfriede. Kunst, Protest und das Ende der DDR

DNB Leipzig: Störenfriede. Kunst, Protest und das Ende der DDR

Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig
Laufzeit: 29. November 2019 bis 26. Juli 2020
Ausstellungseröffnung am 28. November 2019 um 19:30 Uhr

Die Ausstellung «Störenfriede. Kunst, Protest und das Ende der DDR» nimmt den 30. Jahrestag der Proteste im Herbst 1989 zum Anlass, anhand von Künstlerzeitschriften, Mailartprojekten, aber auch Punkkonzerten die kreative Vielfalt und Lust am Experiment zu zeigen, aber auch die anmaßenden und zerstörerischen Übergriffe der Staatssicherheit auf die Kunstszene. Die Wechselausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek und in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig entstanden.

Bild:
Gestaltung der Glasfassade des Deutschen Buch- und Schriftmuseums aus Anlass der Ausstellung «Störenfriede»
Foto: DNB, Julia Rinck, CC-BY-SA 3.0 DE

Präsentation im Gutenberg-Museum: Weihnachten wie im Bilderbuch

Präsentation im Gutenberg-Museum: Weihnachten wie im Bilderbuch

Veranstaltungshinweis: Gutenberg-Museum, Mainz
Sonntag, den 1. Dezember, 14 bis 15 Uhr
Teilnahmegebühr: der normale Eintrittspreis

«Weihnachten ist seit mehr als 100 Jahren eines der beliebtesten Themen im Bilderbuch» – Prof. Dr. Maria Linsmann-Dege, Bilderbuch-Expertin im Gutenberg- Museum, gibt Einblick in besonders schöne, historische Beispiele und stellt – rechtzeitig vor Weihnachten – aktuelle Neuerscheinungen vor.

Bildrechte: Gutenberg-Museum/Selin Yasar

 

German Design Award 2020 fürs Gutenberg-Museum

German Design Award 2020 fürs Gutenberg-Museum

Der vom Rat für Formgebung ausgelobte German Design Award ging in der Kategorie Excellent Communications Design Books and Calendars an das von der Kommunikationsdesignerin Martina Miocevic, alias Mathilda Mutant, entworfene Erscheinungsbild zur Sonderausstellung des Gutenberg-Museums «Absolument moderne». Diese Ausstellung zum «Trunkenen Schiff» von Arthur Rimbaud präsentierte im Winter 2017/18 neue Künstlerbücher und Grafiken aus acht Ländern sowie poetische Übersetzungen in 25 Sprachen zu dem berühmten Langgedicht aus dem Jahr 1871, das als Fanal der französischen Dichtkunst auf dem Weg in die Moderne gilt. Passend dazu wurde das Buch zur Ausstellung als zweisprachiges «Logbuch» gestaltet.

Damit erhielt der Begleitband nach dem Red Dot Award und dem Designpreis Rheinland-Pfalz nun die dritte Auszeichnung.

 

«Wilhelm und Alexander von Humboldt» im Deutschen Historischen Museum, Berlin

«Wilhelm und Alexander von Humboldt» im Deutschen Historischen Museum, Berlin

21. November 2019 bis 19. April 2020

Das Deutsche Historische Museum zeigt die erste große Ausstellung über Wilhelm und Alexander von Humboldt. Die Brüder stehen zum einen für Urteilskraft, diplomatisches Geschick und wissenschaftliche Neugier, ihre Biografien zeigen aber auch, wie sehr sie von den Gegensätzen und Ambivalenzen ihrer Zeit geprägt worden sind. Ausgehend von den sehr unterschiedlichen Lebenswegen der Brüder Humboldt ordnet die Ausstellung ihr Denken und Wirken in das ausgehende 18. und beginnende 19. Jahrhundert ein.

Auf 1000 qm werden 350 zentrale Objekte gezeigt: darunter Leihgaben aus den Vatikanischen Sammlungen, dem Louvre, dem British Museum und Windsor Castle. Die Kuratoren Bénédicte Savoy und David Blankenstein nutzen eine transnationale Perspektive, um die gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Verhandlungs- und Gestaltungsräume, die sich den Brüdern Humboldt und ihrer Generation eröffneten, zu zeigen. Originalobjekte aus ganz Europa – darunter zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Tagebücher, Briefe, Landkarten, Sammlungs- und Forschungsgegenstände, Mobiliar und Messinstrumente, die erstmals gezeigt werden. Sie eröffnen unerwartete interdisziplinäre und transnationale Bezüge.

Die Ausstellung ist inklusiv und barrierefrei.

Katalog in deutscher Sprache. 296 Seiten, 150 Abbildungen.
Museumsausgabe: ISBN 978-3-86102-217-6, 28 €
Buchhandelsausgabe: 978-3-8062-4046-7, 35 €

Mit hochkarätig besetztem Begleitprogramm.

Bild:
Reisetagebücher von Alexander von Humboldt
4000 Seiten in Leder eingefasst; Datierung: 1799 bis 1804
© bpk / Staatsbibliothek zu Berlin / Carola Seifert

Frankfurter Buchmesse – Begegnungen

Frankfurter Buchmesse – Begegnungen

Bibliophile trifft man auf der Frankfurter traditionell vor allem in Halle 4.1: hier Tiande Yang, Mitglied in der Gesellschaft der Bibliophilen, mit Bernhard Hampp, Autor der Bände «Bayern erlesen!», «Schwaben erlesen!», «Baden erlesen!».

Foto: Silvia Werfel

 

Gutenberg-Museum: Führung durch die Ausstellung «ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design»

Gutenberg-Museum: Führung durch die Ausstellung «ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design»

 Es gibt in Rheinland-Pfalz nur wenige Bauhaus-Zeugnisse, dafür aber mit dem Gutenberg-Museum den idealen Ort, um ein Schlaglicht auf Arbeit, Bedeutung und Wirkung der Druckwerkstätten am Bauhaus in Weimar und Dessau zu werfen. Der Weg von der künstlerischen Grafik zur Neuen Typografie und Werbegestaltung wird anhand bedeutender designhistorischer Originale erzählt.

Öffentliche Führungen finden statt am
Sonntag, den 13. Oktober um 11.15 Uhr und am
Samstag, den 19. Oktober um 14.15 Uhr
Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Führungen kosten 1,50 Euro (zzgl. Eintritt). 

Laufzeit bis 2. Februar 2020

Bild:
ABC_bauhaus.werkstatt Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz. Foto: Martina Pipprich

 

Gutenberg-Museum: Eröffnung der Ausstellung «ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design»

Gutenberg-Museum: Eröffnung der Ausstellung «ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design»

«Drucken und Werben am Bauhaus»
Am heutigen Donnerstag, den 5. September, wird um 19 Uhr im Gutenberg-Museum, Mainz, die Sonderausstellung «ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design» feierlich eröffnet.

Zu sehen sind teils noch nie gezeigte Arbeiten von Bauhaus-Meistern und Schülern aus der Weimarer Zeit (Untergeschoss), nachgezeichnet wird sodann die Weiterentwicklung der künstlerischen Werkstatt zur Abteilung für Druck und Reklame in Dessau (Obergeschoss); die mit historischen Maschinen und Werkzeugen bestückte «bauhaus.werkstatt» veranschaulicht die frühen Arbeitsbedingungen der Bauhäusler (mit Workshop-Programm) und im «bauhaus.labor», dem eigens installierten Pavillon im Innenhof des Gutenberg-Museums, finden Präsentationen, die in Kooperation mit der Hochschule Mainz, Designlabor Gutenberg erarbeitet wurden, statt.

Die Sonderausstellung ist der zentrale Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz zum 100. Geburtstag der Kunstschule und wird gefördert im «Fonds Bauhaus heute» der Kulturstiftung des Bundes und durch die großzügige Unterstützung des Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland Pfalz ermöglicht. 

Eröffnung am 5. September, 19 Uhr
Laufzeit bis 2. Februar 2020
Ein Katalog ist in Planung.

Foto – vor der Eröffnung (bauhaus-werkstatt) – von Silvia Werfel

 

Sagmeister & Walsh: Beauty

Sagmeister & Walsh: Beauty

Mit der Ausstellung «Beauty» (bis 15.9. in Frankfurt am Main, ab 15.12. in Hamburg) liefert das renommierte Designduo Sagmeister & Walsh ein ganz persönliches, visuell beeindruckendes Plädoyer für die Lust am Schönen. Mit spektakulären interaktiven Installationen nehmen die Beiden die Besucherinnen und Besucher mit auf eine sinnlich-vergnügliche Suche: Was ist Schönheit und warum fühlen wir uns von ihr angezogen?

Die eigens für die Ausstellung produzierten Installationen zusammen mit zahlreichen Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Grafikdesign animieren zum Sehen, Riechen und Fühlen und treten den Beweis an, dass schön gestaltete Arbeiten die menschliche Wahrnehmung stimulieren und damit besser funktionieren. Unterstützt von Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik, aus Geschichte, Philosophie und den Naturwissenschaften vertreten Sagmeister & Walsh den Standpunkt, dass Schönheit mehr ist als eine rein oberflächliche Strategie: Sie beeinflusst unseren Alltag, stimuliert unsere Wahrnehmung und macht die Welt zu einem besseren Ort.

Eine Kooperation des Museum Angewandte Kunst, Frankfurt, und des MAK, Wien.

bis 15. September 2019
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
, 60594 Frankfurt am Main

15. Dezember 2019 bis 26. April 2020
im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

Katalogbuch «Sagmeister & Walsh: Beauty»:
Deutsch: Hermann Schmidt Verlag, Mainz
284 S., 377 farbige Abb., 17,1 x 24,1 cm
fadengeheftete Broschur mit freiem Rücken im Schuber
39,80 €.
Englisch bei Phaidon, 35 €.

Abbildung:
Obsessions make my life worse and my work better (2016)
© Sagmeister & Walsh, New York

«O Du meine Allertheuerste!». Ausstellung zu Heinrich von Kleist

«O Du meine Allertheuerste!». Ausstellung zu Heinrich von Kleist

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin besitzt (neben der Staatsbibliothek zu Berlin, einer weiteren Einrichtung der Stiftung PK) die umfangreichste Überlieferung von Kleist-Briefen im deutschsprachigen Raum. Das Kleist-Museum in Kleists Geburtsstadt Frankfurt an der Oder verfügt über die weltweit größte Dokumentation zu Kleist und seinem literaturgeschichtlichen Umfeld.
Davon ausgehend zeigen beide Einrichtungen erstmals gemeinsam ihre Kleist-Handschriften und korrespondierende Kleist-Dokumente. Während die zwölf Kleist-Briefe im Bestand des Geheimen Staatsarchivs aus der Überlieferung der preußischen Verwaltung und überwiegend aus Kleists letzten Lebensjahren stammen, ist die Sammlung von zehn Kleist- Handschriften im Kleist-Museum das Ergebnis kontinuierlicher Erwerbungsbemühungen nach 1990 und umfasst hauptsächlich private Korrespondenz.

bis 28. August 2020
Eintritt frei!
Geheimes Staatsarchiv PK, Archivstraße 12–14, 14195 Berlin

Mo/Di 8 bis 16 Uhr
Mi/Do 8 bis 18 Uhr
Fr 8 bis 15 Uhr
Führungen nach Vereinbarung, Anmeldung unter:
030 266 44 32 11 und 030 266 44 75 00 (GStA PK) oder
0335 387 22 112 (Kleist-Museum)

Langenberger Büchermarkt am Sonntag, den 8. September 2019

Langenberger Büchermarkt am Sonntag, den 8. September 2019

1998 wurde der Ortsteil Velbert-Langenberg auf Initiative der Stadt Velbert (NRW) zur «Bücherstadt» erklärt. Er steht damit in der Tradition der weltweiten Bücherstadt-Bewegung, die 1961 von dem Buchhändler Richard Booth in der walisischen Kleinstadt Hay-on-Wye begründet wurde.
Am Sonntag, den 8. September 2019, findet nun inmitten der malerischen Kulisse des historischen Altstadtkerns auf dem Froweinplatz der nächste Langenberger Büchermarkt statt, organisiert vom Verein zur Förderung der Bücherstadt Langenberg e.V.. Mehr als 20 Antiquare aus der gesamten Region bieten ihre Schätze an.

8. September 2019, 11 bis 18 Uhr

Wer noch einen Stand mieten möchte, wendet sich an:
Isolde Marx, Wolfgang Wojciech
Antiquariat «Im Honnes»
Hellerstraße 12, 42555 Velbert-Langenberg
marx@buecherstadt-langenberg.de

Frau Marx mobil 0176 83 07 31 71
Herr Wojciech mobil 0160 991 52 75 80

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen – Studioausstellung

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen – Studioausstellung

Neben den Arbeiten der Preisträger im Wettbewerb «Linolschnitt heute XI» zeigt die Städtische Galerie in der Studioausstellung «Bekenntnis zum Gegenstand» Linolschnitte von Karl Rössing (1897–1987) und seinen Schülern Robert Förch (*1931) und Malte Sartorius (1933–2017).

bis 16. Februar 2020
Mehr Informationen auf
http://galerie.bietigheim-bissingen.de

Abbildung
Robert Förch: Schrankenbild Amsterdam
Farblinolschnitt 1956
Foto: Acrea Werbung, Bietigheim-Bissingen

Grafikpreis der Stadt Bietigheim-Bissingen – Linolschnitt heute XI

Grafikpreis der Stadt Bietigheim-Bissingen – Linolschnitt heute XI

Alle drei Jahre lobt die Stadt Bietigheim-Bissingen den internationalen Wettbewerb «Linolschnitt heute» aus. An der elften Auflage des Wettbewerbs beteiligten sich 503 Künstlerinnen und Künstler aus dreißig Ländern. Die Preisverleihung fand am 19. Juli 2019 in der Städtischen Galerie statt. Die Arbeiten der drei Preisträger Ariane Fruit, Philipp Hennevogl und Sabine Ostermann sind hier zur Zeit ausgestellt, zusammen mit Linolschnitt-Werken von 41 weiteren Künstlerinnen und Künstlern.

bis 6.Oktober
Katalog 22 €
Mehr Informationen auf
http://galerie.bietigheim-bissingen.de

Abbildung (Ausschnitt)
Kollektiv Tod (Oswaldt Buss/off/Frédérik Guille):
Center IV – ein Totentanz. Künstlerbuch mit 38 Seiten. 2017
Foto: Frank Kleinbach

Das Museum für Druckkunst Leipzig feierte sein 25-jähriges Bestehen

Das Museum für Druckkunst Leipzig feierte sein 25-jähriges Bestehen

Beim Jahrestreffen 2019 in Leipzig lernten die Bibliophilen unter anderem auch das Museum für Druckkunst kennen. Am 29.Juni feierte das Museum zusammen mit seiner Fördergesellschaft und rund 120 geladenen Gästen sein 25-jähriges Bestehen. Das seit 1994 in privater Trägerschaft geführte Museum im Leipziger Westen hat sich in dieser Zeit zu einem lebendigen industriekulturellen Ort entwickelt und ist heute eine der letzten historischen Druckereien der Stadt Leipzig. Es pflegt und vermittelt aktiv das immaterielle Kulturerbe Drucktechnik. Neu eröffnet wurde einen Tag zuvor mit «Druckkunst 1919. Das Bauhaus und seine Vorläufer im grafischen Gewerbe» der Ausstellungsbeitrag des Museums im Jubiläumsjahr Bauhaus100, zu sehen bis 27.Oktober.

Das Museum ist seit 2014 Teil der Sächsischen Route der Industriekultur und war Initiator für die Anerkennung der künstlerischen Drucktechniken als immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission. Die europaweit einzigartige Sammlung zur Druck- und Mediengeschichte umfasst u.a. eine der letzten Lichtdruckereien weltweit.

Foto: Kai Hofmann

V.O.Stomps-Preis für die Friedenauer Presse

V.O.Stomps-Preis für die Friedenauer Presse

Den zur 25. Mainzer Minipressen-Messe verliehenen, mit 3500 Euro dotierten V.O.Stomps-Hauptpreis erhielt die Friedenauer Presse. Gegründet 1963 von Andreas Wolff, 1983 bis 2017 weitergeführt von Katharina Wagenbach-Wolff (die am 19.Juli ihren 90.Geburtstag feierte), wird der ursprünglich auf russische Literatur spezialisierte kleine, feine Verlag seit Juni 2017 von Friederike Jacob geleitet, beim Vertrieb unterstützt von Matthes & Seitz.

Sie setzt die Tradition fort, erweitert sie zudem auf Entdeckungen auch aus dem südosteuropäischen Raum, etwa mit dem Titel «Briefe aus Norwegen» der serbischen Naturwissenschaftlerin und Autorin Isidora Sekulić; das Buch erscheint im September in der Reihe Wolffs Broschur. Daneben gibt es umfangreiche Romane in der Reihe Winterbuch und literarische Fundstücke in den zwei Bogen umfassenden Friedenauer Presse-Drucken. Das gestalterische Credo lautete von Anfang an: «Die Drucke sollen sorgfältig gesetzt und gedruckt werden – ohne den Anspruch eines Luxusdruckes zu stellen. Schrift und Typografie sollen dem Text folgen und nicht dem Prinzip  der Exklusivität.» (Andreas Wolff). So entstehen kleine Lesebuchpreziosen.

Abbildung:
Die Preisträgerin Friederike Jacob, umrahmt von Dr. Annette Ludwig, der Direktorin des Gutenberg-Museums, (links) und Kulturdezernentin Marianne Grosse während der MMPM 2019
Bildrechte Gutenberg-Museum, Foto: Bernd Eßling

Förderpreis der MMPM 2019 an Otto Dettmer

Förderpreis der MMPM 2019 an Otto Dettmer

Zur 25. Mainzer Minipressen-Messe wurden ausnahmsweise gleich drei Preise verliehen. Neben dem V.O.Stomps-Hauptpreis, den die Friedenauer Presse erhielt (siehe eigene Notiz), ging der seit 2009 zusätzlich verliehene Förderpreis an Otto Dettmer aus dem englischen Bath für seine Künstlerbücher – falttechnische Wunderkammern in leuchtenden Siebdruckfarben. Der erstmals vergebene Juryliebling-Preis ging an Peter Zaumseil und seine Dreier-Press. (siw)

Abbildung
Otto Dettmer aus Bath, hier mit Elena Zitrone, Druckkünstlerin aus Athen.
Foto: Silvia Werfel

Ausstellung «Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler. Gudrun Zapf von Hesse und Helmut Matheis»

Ausstellung «Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler. Gudrun Zapf von Hesse und Helmut Matheis»

Die 2016 von der Kalligrafin und Grafidesignerin Katharina Pieper gegründete Stiftung Schriftkultur e.V. ist seit 2017 in der renovierten  ehemaligen Scheune beheimatet, die zum historischen Gut Königsbruch im saarpfälzischen Homburg-Bruchhof gehört. Zur Zeit ist hier die Präsentation «Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler. Gudrun Zapf von Hesse und Helmut Matheis» zu sehen, die sich dem Werk zweier Jahrhundertkünstler widmet. Gudrun Zapf von Hesse, geboren am 2. Januar 1918, lebt in Darmstadt, Helmut Matheis, geboren am 21. November 2017, lebt in Bad Bergzabern. Zu sehen sind Schriftblätter, darunter freie wie auch Auftragsarbeiten, Entwürfe für Satzschriften und ihre Anwendungen im Buch. Gebrochene und Antiquaschriften sind darunter, zurückhaltend-feine Leseschriften für den Mengensatz und ebenso elegant-geschwungene Alphabete für den Akzidenzsatz. Ein weites Formen-Panorama bietet sich. Beide Künstler haben den vielfältigen Wandel in der Schriftherstellung (vom Blei- über den Foto- bis zum digitalen Satz) miterlebt und mitgestaltet. Sehenswert!

Geöffnet: sonntags 15 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung: 06841 9889091
Ausstellungsdauer: bis 30. Juni.
Einstellung fürs Navi: 66424 Homburg-Bruchhof, Bechhofer Straße 18.
Information: www.schriftkultur.eu

Der Katalog kostet 15 €.

25. Mainzer Minipressen-Messe

25. Mainzer Minipressen-Messe

Treffpunkt für bibliophile Sammler und Flaneure: Vom 30. Mai bis 2. Juni stellen Kleinverlage und künstlerische Handpressen in der Mainzer Rheingoldhalle ihre Werke aus.
Am Abend des Eröffnungstages findet um 20 Uhr im Gutenberg-Museum die feierliche Verleihung des V.O.Stomps-Preises für «außergewöhnliche kleinverlegerische oder besondere buchgraphische bzw. literarische Leistungen» statt. Ausgezeichnet werden Friederike Jacob (Friedenauer Presse, Berlin) und Otto Dettmer (ottoGraphik, Bristol UK); der Juryliebling-Preis geht an Peter Zaumseil (Dreier Presse, Elsterberg).

Vom Vorstand der Gesellschaft der Bibliophilen wird am Donnerstag und Freitag Silvia Werfel vor Ort sein. Sie übernimmt für die Künstlerin und Übersetzerin Brigitte Döbert den Standdienst an Stand I 06 und freut sich über Besuch.

Öffnungszeiten:
Donnerstag, 30. Mai, und Fr, 31. Mai: 14 bis 19 Uhr
Samstag, 1. Juni: 10 bis 19 Uhr
Sonntag, 2. Juni: 10 bis 17:30 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Einladung zum Cocktail

Einladung zum Cocktail

Das Wiener Auktionshaus Hassfurther lädt anlässlich seiner Auktion am 3. Juni (Katalog 70) vorab am Dienstag, den 28. Mai, 18 Uhr bis 20:30 Uhr, zum Cocktail in die Hohenstaufengasse 7 in 1010 Wien ein. 

www.hassfurther.at

Ausstellung «Ohne Zweifel Gutenberg?» im Gutenberg-Museum bis 19. Mai verlängert

Ausstellung «Ohne Zweifel Gutenberg?» im Gutenberg-Museum bis 19. Mai verlängert

Was unterscheidet die europäische und die ostasiatische Buchdrucktechnik voneinander? Seit der Eröffnung der Sonderausstellung «Ohne Zweifel Gutenberg?» im September letzten Jahres haben sich schon viele Besucher des Gutenberg-Museums mit der Frage beschäftigt, wer denn nun was genau erfunden hat. Die Schau, die mit zahlreichen hochkarätigen Leihgaben nationales Kulturgut der Republik Korea und kostbare Exponate aus den Beständen des Gutenberg-Museums präsentiert und die Traditionen des Buchdrucks in Europa und Asien gegenüberstellt, hat Neuland betreten: Erstmals wurden hier technikhistorische Fragestellungen geklärt und anschaulich demonstriert.

Bis zum 19. Mai kann man diese einzigartige Präsentation noch besuchen. Am Internationalen Museumstag (Sonntag, 19. Mai) ist der Eintritt frei. Zudem gibt es ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit musikalischen Darbietungen und einer Lesung.