Bibliophile Notizen

Gerne informieren wir Sie hier von Zeit zu Zeit über Neuigkeiten und Aktivitäten
aus der Gemeinschaft der Bücherfreunde und -sammler.

HAB: Jubiläumsausstellung «Wir machen Bücher»

HAB: Jubiläumsausstellung «Wir machen Bücher»

bis 3. Juli 2022
«Wir machen Bücher»
Ausstellung zum 450. Jubiläum der HAB
Bibliotheca Augusta, Wolfenbüttel
Das Evangeliar Heinrichs des Löwen und Mathildes von England wird bis zum 17. Mai präsentiert.

Die Ausstellung bietet eine Reise durch die Geschichte einer alten europäischen Bibliothek, die auch in Zukunft ein Begegnungsraum mit der Vergangenheit sein wird. In fünf Sektionen wird gezeigt, dass die Bibliothek nicht nur Speicher und Bühne des Wissens ist, sondern die Entstehung neuer Bücher bedingt und befördert hat. Die Geschichte der Bibliothek ist die Geschichte der Bücher, die aus ihr hervorgegangen sind. Kuratiert wird die Ausstellung von Hole Rößler, stellvertretender Leiter der Forschungsabteilung der HAB.

Ausstellung und Feierlichkeiten werden von Buchneuerscheinungen begleitet. Bereits erschienen ist Peter Burschels Die Herzog August Bibliothek. Eine Geschichte in Büchern (Insel-Bücherei 1496). In der zweiten Jahreshälfte soll eine Sammlungsgeschichte der HAB im Hausverlag erscheinen sowie eine Publikation zur Künstlerbuchsammlung, mit einer Auswahl der Neuanschaffungen seit 2000.

 

Bild:
Der Fürst als gelehrter Autor: Herzog August von Braunschweig-Lüneburg (1579–1666), Kupferstich von Adriaen Matham, 1646. Foto: HAB

Sonderbriefmarke zum 450. Jubiläum der HAB

Sonderbriefmarke zum 450. Jubiläum der HAB

28. April 2022
Präsentation der Sonderbriefmarke zum 450. Jubiläum der HAB
in der Augusteerhalle der Bibliotheca Augusta, Wolfenbüttel

«Briefmarken sind kleine, aber wirkungsvolle Kulturbotschafter unseres Landes», sagte Stefan Ramge aus dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) und Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, freut sich, «dass die außergewöhnliche 450-jährige Erfolgsgeschichte der HAB, die vor gut 300 Jahren schon als Achtes Weltwunder galt, mit einer Sonderbriefmarke ausgezeichnet wird».

Gestaltet wurden die HAB-Sondermarke sowie der Ersttagsstempel von der Grafikdesignerin Barbara Dimanski aus Halle/Saale. Der Portowert von 195 Cent entspricht der Gebühr für eine Bücher- und Warensendung. Auflage: fast 3 Millionen Stück.

 

Bildnachweis
© Bundesministerium der Finanzen
© Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel // picture alliance / dpa | Holger Hollemann

DLA Marbach: Zeichensysteme

DLA Marbach: Zeichensysteme

bis 24. Juli 2022
#LiteraturBewegt
punktpunktkommastrich. Zeichensysteme im Literaturarchiv
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Wenn Schriftstellerinnen und Schriftsteller die Codes ihrer Zeit und der Literatur aufgreifen, anwenden, weiterführen und verändern, so weil sie Texte erschaffen möchten, die Verstehensprozesse auslösen, mit denen in jeder und jedem einzelnen von uns etwas entsteht, was sonst nicht da wäre: Zeichen machen etwas mit uns. Sie lösen Handlungen, Wahrnehmungen und Gefühle aus, markieren Wege, Grenzen und Verknüpfungen, kommunizieren mit Maschinen, Menschen und anderen Wesen.

Im zweiten Teil des Ausstellungsprojekts #LiteraturBewegt wird die Vielfalt der Zeichensysteme und ihrer Funktionen vorgestellt, die man in einem Literaturarchiv finden und erfinden kann.

 

Bild:
Blick in die Ausstellung punktpunktkommastrich – Zeichensysteme im Literaturarchiv. Foto: Chris Korner, DLA Marbach.

Museum Wiesbaden: Jubiläumsausstellung zu Jawlensky verlängert

Museum Wiesbaden: Jubiläumsausstellung zu Jawlensky verlängert

Das Museum Wiesbaden verlängert seine Jubiläumsausstellung «Alles! 100 Jahre Jawlensky in Wiesbaden» bis zum 26. Juni 2022.

Alexej von Jawlensky zählt zu Wiesbadens bekanntesten historischen Persönlichkeiten. Der Werkkomplex des wegbereitenden Expressionisten, der von 1921 bis zu seinem Tod 1941 in Wiesbaden lebte, bildet heute einen der großen Schwerpunkte im Museum Wiesbaden. Mit insgesamt 111 Werken ist die Wiesbadener Sammlung die weltweit bedeutendste.

Erstmals in der Geschichte des Museums wird der eigene Bestand komplett präsentiert, gespickt mit Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des Künstlers. Mehr dazu im Beitrag in der Wandelhalle 2021-2.

 

Bild:
Alexej von Jawlensky inmitten seiner Freunde (Wiesbaden 1924) © Alexej-von-Jawlensky-Archiv S. A. Locarno

UB Basel: Lieblingsstücke

UB Basel: Lieblingsstücke

bis 22. Juni 2022
Ausstellung «Lieblingsstücke»
Wir zeigen Schätze aus unserer Bibliothek
Universitätsbibliothek Basel

«Lieblingsstücke» – das sind in diesem Fall 35 Exponate aus den hauseigenen Sammlungen, die von Mitarbeiter:innen der Universitätsbibliothek Basel ausgewählt wurden. Die Motivation für das Gemeinschaftsprojekt entstand aus dem Wunsch heraus, den Facettenreichtum ausgesuchter Schätze der Bibliothek einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Die pointiert individuellen Perspektiven auf die jeweiligen Lieblingsstücke laden zu einer Zeitreise durch die faszinierende Welt unserer Bibliothek ein.

Unter anderem zu entdecken: eine byzantinische Evangelienhandschrift aus dem 8./9. Jahrhundert und Autographen von Erasmus von Rotterdam, Wolfgang Amadeus Mozart, Albert Schweitzer oder Robert Walser. Im Paris der wilden Zwanzigerjahre begegnen die Besucher:innen dem ambitionierten Versuch, die Gesetze der Jazzmusik auf die Literatur zu übertragen, aus den 1940er Jahren faszinieren die eindrucksvollen «Heidi»-Aquarelle der Illustratorin Martha Pfannenschmid.

Die Ausstellung endet mit einer Podiumsdiskussion «Über das Sammeln» am 22. Juni um 18 Uhr, UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock). Keine Anmeldung erforderlich.

Mehr Informationen hier:
web_unibas_lieblingsstücke

 

Foto: Universitätsbibliothek Basel, Corinne Kramer

Freiburg: Christoph Meckel – Mensch-Sein, Kind-Sein, Ich-Sein

Freiburg: Christoph Meckel – Mensch-Sein, Kind-Sein, Ich-Sein

bis 19. Juni 2022
Christoph Meckel – Mensch-Sein, Kind-Sein, Ich-Sein
Augustinermuseum Freiburg
Haus der Graphischen Sammlung – Eine Ausstellung des Museums für Neue Kunst

Für den vor allem als Schriftsteller bekannten Künstler Christoph Meckel (1935–2020) spielte die bildende Kunst zeitlebens eine genauso wichtige Rolle wie die Literatur. Von den Nachkriegsjahren bis in die globalisierte Welt kommentierte Meckel das Zeitgeschehen bildnerisch als empathischer, anklagender Beobachter. Sein grapfisches Gesamtwerk bezeichnete er selbst als «Weltkomödie».

Die Ausstellung zeigt erstmals seine großformatigen Holzschnitte aus den frühen 1960er Jahren sowie die Serien von Radierungen: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und Die Rechte des Kindes – Themen, die ihre Aktualität nie verlieren.

Weitere Informationen:
Freiburg_Meckel

 

Bildnachweis:
Christoph Meckel, M./Artikel 7, aus der Mappe: Menschenrechte 1, 1973, Museum für Neue Kunst – Städtische Museen Freiburg © VG Bild-Kunst Bonn, 2022, Foto: Axel Killian

Museum für Druckkunst: Zeit zu drucken 2

Museum für Druckkunst: Zeit zu drucken 2

bis 12. Juni 2022
Zeit zu drucken 2.
Ausstellung des Artist in Residence Programms 2021
Museum für Druckkunst, Leipzig

Bereits zum zweiten Mal eröffnete das Artist in Residence Programm der Giesecke+Devrient Stiftung Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, jeweils vier Wochen im Museum für Druckkunst zu verbringen und «Zeit zu drucken» zu haben. Marina Božić, Philipp Hennevogl, Hyewon Jang, Greta Magyar und Maria Sainz Rueda setzten zwischen August und November 2021 ihre zeitgenössischen Projekte in den verschiedenen Drucktechniken an historischen Pressen um. 

Die Ergebnisse sind nun im Museum für Druckkunst zu sehen, ergänzt durch unabhängige Werke der Künstler:innen, die einen Einblick in das weitere künstlerische Schaffen ermöglichen. 

 

Bild:
Maria Sainz Rueda. Die in Leipzig lebende Künstlerin verwirklicht ihre Ideen im Tiefdruck. Foto © Museum für Druckkunst

Digitale Transformation des Handschriftenerbes: Millionenförderung für Fortsetzung des DFG-Projekts «Handschriftenportal»

Digitale Transformation des Handschriftenerbes: Millionenförderung für Fortsetzung des DFG-Projekts «Handschriftenportal»

Seit 2019 bauen die Staatsbibliotheken in Berlin und München, die Universitätsbibliothek Leipzig und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das bundesweite Webportal handschriftenportal.de auf, das Informationen zu Handschriften des Mittelalters und der Neuzeit in deutschen Sammlungen zentral bündelt. Nun hat die DFG fast 5 Millionen Euro für die dreijährige Weiterführung dieses innovativen und auf die Bedarfe von Forschung und Sammlungen ausgerichteten Vorhabens bewilligt. Neu in der Projektgruppe ist der Lehr- und Forschungsbereich Information Behavior der Humboldt-Universität zu Berlin, dessen Begleitung eine optimale Usability des neuentwickelten Portals gewährleistet.

Forschende und die interessierte Öffentlichkeit können weltweit im Open Access die kostbaren Manuskripte vergangener Epochen betrachten und den aktuellen Kenntnisstand zu diesen einmaligen Buchobjekten recherchieren. Mit Forschungsdaten zu bereits mehr als 70 000 Handschriften ist das Portal der führende Anbieter im internationalen Vergleich.

Im Sommer 2022 wird das Online-Angebot mit den grundlegenden Funktionen von Datenhaltung und -eingabe, Datenverbesserung und Online-Präsentation zum Abschluss der ersten Projektphase live gehen – bereits jetzt ist das Angebot als Testversion online.

Mit über 49 000 einschlägigen Objekten ist die Bayerische Staatsbibliothek der größte Content Provider für das Handschriftenportal. Sie stellt mehr als 15 000 wissenschaftliche Beschreibungen und mehr als 10 000 Volldigitalisate zu eigenen Beständen zur Verfügung.

 

Bild:
Analog und digital: Erschließungsarbeit mit dem Handschriftenportal. Bildnachweis: UB Leipzig

Hannah Höch im Bröhan-Museum

Hannah Höch im Bröhan-Museum

bis 15. Mai 2022
Hannah Höch. Abermillionen Anschauungen
Bröhan-Museum, Berlin

Hannah Höch (1889–1978) ging als Dada-Ikone in die Geschichte ein. Bekannt ist sie vor allem für ihre Foto-Collagen, die sich kritisch mit der politischen und gesellschaftlichen Situation auseinandersetzen. Doch ihr Werk zeigt ebenso das autonome künstlerische Statement einer ungewöhnlichen Persönlichkeit. 

«Abermillionen Anschauungen» zu ermöglichen – wie Höch es in einem Gedicht nennt – sei das Ziel ihrer Kunst. Sie erreichte eine künstlerische Freiheit und Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Die Schau möchte genau diesen Aspekt von Höchs Werk erstmals thematisieren. Mit über 120 Arbeiten aus allen Schaffensbereichen und -perioden, zum Teil seit Langem oder noch nie gezeigt, beleuchtet diese Ausstellung die gesamte Bandbreite eines ebenso vielfältigen wie widersprüchlichen Œuvres. Die Leihgaben stammen aus bedeutenden internationalen und nationalen Museen, Institutionen und Privatsammlungen.

Das Buch zur Ausstellung ist im Wienand Verlag erschienen und kostet 32 €.

 

Bild:
Hannah Höch: Kubus (oder: vom Menschen aus), 1926.Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Foto: Kai-Annett Becker/Berlinische Galerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Museum Otto Schäfer: Albrecht Dürer revisited

Museum Otto Schäfer: Albrecht Dürer revisited

bis 8. Mai 2022
Albrecht Dürer revisited.
Dürers Drucke und die Zeitgenossen
Museum Otto Schäfer, Schweinfurt

Das Museum Otto Schäfer beherbergt, neben den Buchbeständen des Mittelalters bis heute, einen besonderen Schatz: das beinahe vollständige druckgraphische Werk Albrecht Dürers inklusive einiger unikaler Blätter. Nun wird diese einmalige Kollektion im Museum und in Kooperation mit der Kunsthalle Schweinfurt in einem besonderen Kontext präsentiert, nämlich im Dialog mit zeitgenössischer Kunst. Der ‹Alte› Meister erreicht damit eine erfrischende Aktualität.

Mehr als rein ästhetische oder technische Vergleiche sollen inhaltliche Parallelen sowie ähnliche künstlerische Frage- oder Problemstellungen im Mittelpunkt stehen. Verschiedene Themenbereiche, wie Natur und Kunst, Himmel und Erde, Die Kunst der Linie oder Mensch und Maß veranschaulichen gebündelt die Vielfalt der Bezüge.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind:
Samuel Bak / Thomas Baumgärtel „Bananensprayer“ / Ralf Bergner / Peter Collien / Johnny Friedlaender / Max Gehlofen / HAP Grieshaber / Hubertus Hess / Alfred Hrdlicka / Kathrin Hubl / Joachim Jansong / Christiane Kaufmann / Thomas Lange / Wolfang Lenz / Curd Lessig / Hans Lietzmann / Mehmet & Kazim / Martin Mißfeldt / Philip Oeser / Klaus Staeck / Volker Stelzmann / Michael Triegel / Gunter Ullrich / A. Paul Weber / Robert Weissenbacher / Jürgen Wolf

 

Bild:
Thomas Baumgärtels Spray-Adaption Adam+Eva umschließt Dürers berühmten Original-Kupferstich in der historischen Bibliothek.
Foto: Museum Otto Schäfer

«Narren auf Papier» im Josef-Hegenbarth-Archiv, Dresden

«Narren auf Papier» im Josef-Hegenbarth-Archiv, Dresden

bis 24. April 2022
Antihelden. Narren auf Papier
Josef-Hegenbarth-Archiv, Dresden

Zum Jahresthema der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Einsamkeit und Empathie richtet die Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv den Blick auf die Figur des Narren. Der Narr lässt uns lachen, nicht nur über Scherze und Schwänke, die er zur Belustigung und zum Zeitvertreib darbietet, sondern auch, weil er uns einen Spiegel über unsere eigenen Unzulänglichkeiten vorhält.

Den Auftakt der Schau bilden Hegenbarths Illustrationen zu Till Eulenspiegel und Don Quijote. Diesen werden Narrendarstellungen seit dem 16. Jahrhundert aus den Beständen des Kupferstich-Kabinetts, der Schenkung Sammlung Hoffmann und des Archivs der Avantgarden gegenübergestellt.

Werke unter anderem von Francisco de Goya, Joseph Beuys, Charlie Chaplin, Pablo Picasso sowie Arbeiten der beiden Absolvent:innen der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Alexander Endrullat und Diana Ludzay, verdeutlichen die Faszination, Fülle und Gültigkeit des Narrenmotivs bis heute.

 

Bilder:
Diana Ludzay, hintenvorn (une ébauche d’agonie), gemischte Technik, 2020. © Diana Ludzay, Foto: Andreas Diesend
Josef Hegenbarth, Illustration zu Till Eulenspiegel. Ein Volksbuch, 1941. Pinselzeichnung, Kupferstich-Kabinett © SKD, Foto: Herbert Boswank

Gutenberg-Museum: Illustrator Vitali Konstantinov spendet Original-Illustrationen

Gutenberg-Museum: Illustrator Vitali Konstantinov spendet Original-Illustrationen

Der aus Odessa in der Ukraine stammende und seit Jahren in Deutschland lebende Illustrator Vitali Konstantinov spendet dem Gutenberg-Museum sämtliche Original-Illustrationen zu seinem 2019 im Hildesheimer Gerstenberg-Verlag erschienenen Sachcomic Es steht geschrieben: Von der Keilschrift zum Emoji.

«Diese Werke, die das Gutenberg-Museum teilweise bereits 2020 in einer Kabinett-Ausstellung zur Wiedereröffnung nach dem ersten Corona-Lockdown gezeigt hatte, bereichern die Sammlung des Gutenberg-Museums um einzigartige Original-Illustrationen», sagte Kuratorin Prof. Maria Linsmann-Dege, die die Spende in der Bibliothek des Museums entgegennahm.

Das Buch, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, widmet sich der Geschichte der Schriften in aller Welt, von den ägyptischen Hieroglyphen über die ostasiatischen Schriftsysteme bis hin zu modernen Kunstschriften wie der Tengwar- Schrift der Elben aus J. R. Tolkiens Epos Herr der Ringe oder der amerikanischen Kultserie Star Treck.

 

Foto:
Streifzüge durch die Geschichte der Schrift: Vitali Konstantinov überreicht die Originale seines Sachcomics an Prof. Maria Linsmann-Dege, Kuratorin im Gutenberg-Museum.© Gutenberg-Museum/Ravensburger

«AusDrücklich» Offenbach

«AusDrücklich» Offenbach

Von den Drucker-Verlegern Bonaventura de Launoy und Seligmann ben Hirz Reis über Alois Senefelder, den Erfinder der Lithografie, bis zur berühmten Schriftgießerei der Brüder Klingspor: Offenbach positioniert sich mittels seiner Technik- und Kulturgeschichte neu. Dazu ist als Band 5 der Reihe Offenbacher Studien die Aufsatzsammlung AusDrücklich Offenbach – Die Druckgeschichte Offenbachs und ihre Wirkung in der Gegenwart erschienen. Die zwölf Beiträge stammen vor allem von Mitarbeiter:innen aus dem Umfeld des Klingspor Museums und des Hauses für Stadtgeschichte. Sie machen das Profil der Stadt hinsichtlich ihrer Kommunikation in Geschichte und Gegenwart, in Wirtschaft, Presse und Kunst sichtbar und nachlesbar.

Aktuelle druck- und buchkünstlerische Positionen werden in dem Gespräch von Stefan Soltek mit dem Künstler Anton Würth beleuchtet, Dorothee Ader vermittelt eindrücklich, wie wertvoll «das Drucken als künstlerische und museumspädagogische Methode» ist und Dominik Gussmann stellt die Druckwerkstatt vor, die im Dezember 2020 «als Kooperationsprojekt zwischen dem Haus der Stadtgeschichte und dem Klingspor Museum im Bernardbau eingerichtet wurde».

Ermöglicht wurden Druck und Gestaltung des Buches mit freundlicher Unterstützung der Dr. Marschner-Stiftung. Erschienen ist es bei arts + science weimar. – Lesenswert nicht nur für Offenbachs Kommunalpolitiker:innen und Bürger:innen!

 

Foto:
Beispielhaftes Teamwork, von links: Hansjörg Koroschetz (Stiftungsvorstand der Dr. Marschner-Stiftung), Dr. Stefan Soltek (bis Ende 2021 Direktor des Klingspor Museums), Dominik Gussmann (Leiter der Druckwerkstatt), Franziska Kurt (Haus der Stadtgeschichte), Martina Weiß und Monika Jäger (Klingspor Museum), Dr. Dorothee Ader (Leiterin Klingspor Museum) sowie Dr. Jürgen Eichenauer (Leiter Haus der Stadtgeschichte) und Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. © Andrea Ehrig

Dr. Ulf Sölter ist der neue Direktor des Gutenberg-Museums

Dr. Ulf Sölter ist der neue Direktor des Gutenberg-Museums

Am 1. April 2022 tritt der promovierte Kunsthistoriker Ulf Sölter sein Amt als neuer Direktor des Mainzer Gutenberg-Museums an. Er folgt auf Dr. Annette Ludwig, die Mitte März nach zwölf Jahren an der Spitze des Hauses Mainz verlässt und in Weimar als Direktorin der 21 Weimarer Museen der Klassik Stiftung tätig sein wird.

Ulf Sölter war, nach verschiedenen Stationen im Museums- und Wissenschaftsbereich, von 2014 bis 2019 als stellvertretender Direktors des Clemens Sels Museums, benannt nach dem Fabrikanten und Kunstsammler Clemens Sels, in Neuss tätig. Seit Sommer 2019 war er Direktor des kulturhistorischen Gustav-Lübcke-Museums der Stadt Hamm. Er hat vielfältige Kooperationsprojekte gestaltet und zahlreiche Ausstellungen verantwortet.

Sölter wird seinen Dienst mitten in einer Aufbruchphase für den Neubau und die Modernisierung des Gutenberg-Museums antreten. Im Mai könnte der internationale Architektenwettbewerb starten, im September der Siegerentwurf feststehen. In den nächsten Monaten will die Stadt bekannt geben, wie die Interimslösung im Naturhistorischen Museum aussehen soll. Der Umzug in das Übergangsdomizil ist für Ende 2023 geplant.

 

Foto:
Gratulation an den neuen Museumsdirektor Dr. Ulf Sölter (Mitte) von OB Michael Ebeling und Kulturdezernentin Marianne Grosse. © Landeshauptstadt Mainz, Pressestelle.

Dr. Dorothee Ader ist die neue Direktorin des Klingspor Museums

Dr. Dorothee Ader ist die neue Direktorin des Klingspor Museums

Das Klingspor Museum in Offenbach hat seit dem 1. Dezember 2021 eine neue Leitung: Dr. Dorothee Ader, die 2013 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Haus für zeitgenössische Buch- und Schriftkunst kam, hat das Amt von Dr. Stefan Soltek übernommen. «Frau Ader, Herr Soltek und ich konnten einvernehmlich gemeinsam vereinbaren, dass Herr Soltek dem Haus für eine Übergangszeit auch im vermeintlichen Ruhestand mit kleinem Zeitbudget und konkreten Projekten als wissenschaftlicher Beirat erhalten bleibt», freut sich Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke über den geräuschlosen Übergang und das runde Gesamtpaket. Gemeinsam wollen sie nun das renommierte Museum mehr in die Gesellschaft hinein weiter öffnen – regional wie international.

Stefan Soltek hat seit seinem Dienstbeginn 2002 als Direktor des Klingspor Museums für Buch- und Schriftkunst des 20. und 21. Jahrhunderts viel bewegt. Nicht nur Weltkunst hat er an den Main gebracht, auch Kongresse der Buch- und Schriftkunst hat er hierher geholt. Wertvoll ist auch die Mitgliedschaft des Hauses im Verband Europäischer Druckmuseen: Stefan Soltek fungiert dort aktuell als Präsident.

Dorothee Ader hat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Germanistik, Buchwissenschaft und Theaterwissenschaft studiert und hier auch promoviert. Sie sieht die Vermittlung des haptischen Erlebens und der persönlichen Erfahrung im Vordergrund. Alle Ausstellungen werden von einem Rahmenprogramm mit umfangreichen Angeboten begleitet. «Wir wollen, dass immer mehr Menschen es wagen, zu uns zu kommen», unterstreicht die neue Museumsdirektorin. In diesem Austausch entstehen dann Räume voller Möglichkeiten, innen wie außen. 

 

Foto:
Stefan Soltek und seine Nachfolgerin Dorothee Ader mit Figuren des Künstlers Ottfried Zielke (1936–2016). © Klingspor Museum

Beldan Sezen erhält den Künstlerbuchpreis 2022

Beldan Sezen erhält den Künstlerbuchpreis 2022

Mit dem diesjährigen Künstlerbuchpreis der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Curt Mast Jägermeister Stiftung wird die Künstlerin und Autorin Beldan Sezen für ihr Projekt eines begehbaren Buches ausgezeichnet. Neben der Dotierung von 6000 € eröffnet sich für die Preisträgerin auch die Möglichkeit, bis zu einem Monat an der Bibliothek zu arbeiten und ein aus den Beständen der HAB inspiriertes Künstlerbuch zu fertigen.

Beldan Sezen wird sich mit freiwilliger und unfreiwilliger Isolation auseinandersetzen. In ihrer Projektskizze heißt es: «Räumliche Beschränkungen können freiwillig sein und sind oft unfreiwillig. Gefangenschaft und Isolation als Form der Bestrafung. Isolation als eine Form des Rückzugs – entweder als Raum zum Nachdenken und Lernen oder als Raum, in dem einer als der ‹Andere› unter vielen leben soll.» Als Beispiel soll eine Auseinandersetzung mit Anton Wilhelm Amo dienen, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Kindesalter an den Hof der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel kam und als erster europäischer Philosoph afrikanischer Herkunft gilt. Für die Umsetzung plant die Künstlerin ein begehbares Buch nach ihrem Konzept des Solitary Confinement – der Verwandlung eines flachen Buches in einen kubischen Raum.

Beldan Sezen, geboren 1967 in Wiesbaden, lebt und arbeitet in New York und Amsterdam. Ihre künstlerischen Arbeiten finden sich in zahlreichen renommierten Museum in den USA, den Niederlanden und Deutschland.

 

Bild:
Beldan Sezen, aus: To Separate the Body from the Machine, Lineblot Verfahren, Tinte, 2015. Foto: Beldan Sezen

«Erlesenes auf Papier» im BuchDruckKunst-Magazin

«Erlesenes auf Papier» im BuchDruckKunst-Magazin

Zur 17. BuchDruckKunst-Verkaufsmesse ist ein 96-seitiges Messemagazin erschienen.

Das Magazin enthält neben einem Ausstellerverzeichnis auch viele Beiträge und Abbildungen von Exponaten. Inhaltlich steht diesmal die Neuentdeckung und künstlerische Nutzung von fotografischen Verfahren im Mittelpunkt, wie beispielsweise Lichtdruck und Cyanotypie. Außerdem gibt es einen Einblick in die Planungen zur neuen Dauerausstellung im Museum der Arbeit und Reinhard Grüner offenbart seine Gedanken zum Haiku-Projekt von Dierik und Rolf Lock.

Das Magazin ist auf Naturpapier gedruckt. Mit einem Umfang von 96 Seiten im Format von 17×24 cm, ist diese fadengeheftete Broschur selbst schon ein kleines Buch … In dieser Ausgabe ist zusätzlich eine sechsseitige Beilage mit Typografiken von Klaus Raasch zum Ausklappen eingeheftet, auf einem Original Heidelberger Zylinder (OHZ) gedruckt.

Das Umschlagmotiv für 2022 gestaltete Thomas Marutschke als Vektorgrafik in seinem Studio Trashline. Es ist auch als signierte Vorzugsausgabe (hochwertiger Ultrachromeprint in acht Farben) in zwei Versionen auf Büttenpapier erhältlich.

Das Magazin ist im Eintrittspreis zur Messe enthalten. Wer jetzt schon stöbern möchte oder womöglich nicht nach Hamburg kommen kann, kann hier ein Exemplar bestellen (6 € plus Versandkosten):
BuchDruckKunst-Magazin

 

Bild:
Detail aus der Vektorgrafik von Thomas Marutschke für den Umschlag.

 

«Erlesenes auf Papier»: BuchDruckKunst-Messe in Hamburg

«Erlesenes auf Papier»: BuchDruckKunst-Messe in Hamburg

Die 17. BuchDruckKunst-Messe findet vom 1. bis 3. April 2022 statt.
Ort: Museum der Arbeit, Hamburg Barmbek
Freitag: 17 bis 21 Uhr
Samstag: 10 bis 18 Uhr
Sonntag: 10 bis 17 Uhr

In Deutschland gibt es eine lebendige Szene von Buchkünstlern, deren Werke man nicht im Buchhandel findet. Die BuchDruckKunst bietet die Gelegenheit, außergewöhnliche Editionen kennenzulernen. Sie ist eine Verkaufsmesse, die erschwingliche wie auch exklusive Werke zeigt. Museumsbesucher, Sammler und Institutionen können in entspannter Umgebung in direkten Kontakt zu den Künstlern treten.

60 Künstlerinnen und Künstler präsentieren Editionen, die mit traditionellen und neuen Druckverfahren gefertigt sind, aber auch Unikate und Malerbücher. Außerdem mit dabei: die Büchergilde (Hamburg), Drucken & Lernen (Raunheim), Dirk Langes Handmarmorpapier (An der Schmücke), neun Meister der Einbandkunst sowie nightcloudpaper (Amandola/Italien), Pulp Papier (Berlin) sowie Günther Wilhelm, der sich seit über 20 Jahren in Ludwigshafen mit historischen Fototechniken, den sogenannten Edeldruckverfahren, beschäftigt.

Im Eintritt (9 € bzw. 12 €) enthalten ist das Messe-Magazinbuch, dazu gibt es eine eigene bibliophile Notiz. Infos zur Messe:
https://buchdruckkunst.com/die-messe/

 

Bild:
Vorführungen, nicht nur für Kinder, hier an der Lithopresse (Steindruck) mit Jens Schilling-Cambeis. Foto: Klaus Raasch

 

Fotobücher im GRASSI Museum, Leipzig

Fotobücher im GRASSI Museum, Leipzig

bis 3. April 2022
Fotobücher. Kunst zum Blättern
GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

Die Definition zum Fotobuch ist so weitläufig wie die der Fotografie selbst: von handgemachten Unikaten bis zu kleineren und größeren Auflagen, von Self-Publishing und Zines bis zu seltenen, aufwändig gestalteten und gebundenen Ausgaben. Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst zeigt in seiner aktuellen Ausstellung eine Auswahl von 45 Fotobüchern nationaler und internationaler Fotokünstler:innen der letzten Jahrzehnte mit dem Fokus auf außergewöhnlichen Konzepten, Gestaltungen und Präsentationsformen. Das Zusammenspiel zwischen Fotografie, Material, Bindung, Form und Format bietet unendlich viele Möglichkeiten für Experimente und zeigt das Potenzial des Fotobuches als künstlerisches Medium.

Parallel dazu wird die Sonderausstellung Analog Total. Fotografie heute präsentiert.

Zu beiden Ausstellungen sind Publikationen erschienen:
Fotobücher. Kunst zum Blättern. dienacht Publishing 2021. 28 €
Analog Total. Fotografie heute. Kettler 2021. 32 €

 

Bild:
Sergej Vutuc, No Skateboarding permitted, self-published, 2004
Foto: Lorenz Ebersbach

«Schönheit, Glanz und Träume» – Buchkunst des Art Déco in der WLB Stuttgart

«Schönheit, Glanz und Träume» – Buchkunst des Art Déco in der WLB Stuttgart

Bis 20. März 2022 verlängert!
Schönheit, Glanz und Träume. Illustrationen des Art Déco aus der Sammlung von Akka und Prof. Dr. Wulf D. von Lucius
Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

Zentrum des Art Déco war nach dem Ersten Weltkrieg die französische Hauptstadt, aber auch hierzulande wurde dieser Stil schnell Ausdruck eines neuen Lebensgefühls. Aus dem Jugendstil hervorgegangen, gehört Art Déco vor allem in den Bereich der angewandten Kunst wie Grafikdesign und Mode, Möbel und Architektur. Besonders deutlich kommen die Gestaltungselemente in den grafischen Medien zum Tragen: in Büchern, Zeitschriften, Luxuskatalogen, Reklame und Werbemitteln. Die Illustrationen bestechen durch edle Materialien, stark stilisierte Formen und leuchtende Farben.

Mit der klug angelegten und überaus vielfältigen Stuttgarter Privatsammlung Lucius präsentiert die Ausstellung besonders hochwertige und aussagekräftige Werke zu Themen und Medien eines reizvollen Stils. Das Bild der Goldenen Zwanziger scheint nichts an Faszination eingebüßt zu haben – der Traum von Schönheit und Glanz in krisenhaften Zeiten ist aktueller denn je.

Es gibt im März noch zwei Führungen, diejenige am 4. März ist bereits ausgebucht.
Am 11. März, ab 17 Uhr, führt die Kuratorin Wiebke Dannehl durch die Ausstellung. Anmeldung zur Präsenzteilnahme hier:
Anmeldung_Teilnahme_ArtDéco

 

«Silicon Valley» am Rhein? Buchvorstellung im Gutenberg-Museum

«Silicon Valley» am Rhein? Buchvorstellung im Gutenberg-Museum

25. Februar 2022, 18:00 Uhr
Buchvorstellung mit Gesprächsrunde:
«Johannes Gutenberg. Unternehmer des zweiten Jahrtausends»
Gutenberg-Museum, Vortragssaal

Dr. Erwin Kreim, langjähriger Freund und Unterstützer des Gutenberg-Museums, betrachtet in seinem neuen Buch Gutenbergs Erfindung und unternehmerische Leistung aus der Perspektive der Wirtschaftswissenschaften. Das ‹Druckunternehmen Johannes Gutenberg› wird anhand der in der Betriebswirtschaftslehre geltenden Maßstäbe für erfolgreiches unternehmerisches Handeln beurteilt und es wird deutlich: Um das Jahr 1450 lag das Silicon Valley am Rhein!

Im Rahmen einer Gesprächsrunde unterhalten sich Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig und die Verlegerin Dr. Annette Nünnerich-Asmus mit Dr. Kreim über die völlig neue Betrachtung des genialen Erfinders.

Für den Besuch der Veranstaltung gilt die 2G-Regel, d.h. alle Besuchenden müssen einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen. Aufgrund des begrenzten Platzangebots wird um Anmeldung unter 06131/123411 oder besuch.gm@stadt.mainz.de gebeten.

 

Preis für junge Sammlerinnen & Sammler 2022 an Elisabeth Wittkowski

Preis für junge Sammlerinnen & Sammler 2022 an Elisabeth Wittkowski

Am 21. Februar 2022 wird im Rahmen der diesjährigen Antiquariatsmesse Stuttgart, Elisabeth Wittkowski (Jahrgang 1998) mit dem mit 1000 € dotierten Preis für junge Sammlerinnen & Sammler 2022 des Verbandes Deutscher Antiquare ausgezeichnet.

Sie erhält den Preis für ihre Sammlung zur Selbstdarstellung und Rezeption Elton Johns in den frühen 1970er Jahren. «Elton John als Thema der Zeitgeschichte ist nach wie vor bis auf wenige populärwissenschaftliche Monografien unerforscht, anders als etwa die Beatles oder David Bowie. Ein differenziertes Bild über Werdegang und Rezeption zu entwickeln ist, also nur über Primärquellen möglich.», schreibt sie unter anderem in ihrer Bewerbung. Ihr Fazit: «Eine Sammlung kann mit ihrer Zeit wachsen und sich verändern und vor allem stets Anlass und Ausgangspunkt neuer Interpretationen sein.»

Der 2. Preis im Wert von 350 € wird an Jonathan Schilling (Jahrgang 1993) und der 3. Preis im Wert von 150 € an Michael Weinhold (Jahrgang 2006) verliehen.

Jonathan Schilling beschäftigt sich mit der heute kaum noch bekannten Tübinger Schriftstellerin Ottilie Wildermuth (1817–1877). Er hat zum Thema nicht nur eine Sammlung aufgebaut, sondern ebenso im Jahre 2017 eine Ausstellung im Tübinger Stadtmuseum kuratiert und befasst sich nun in seiner Dissertation mit dem Thema.

Der erst 15-jährige Michael Weinhold beeindruckte die Jury mit seiner umfassenden Sammlung zu Buchillustrationen des Künstlers Hans Ticha, die er bereits seit seiner frühen Kindheit aufbaut.

Kostenfreie Registrierung zur Veranstaltung am 21.2., 19 Uhr, über die Messe-Website:
Antiquariatsmesse_Veranstaltungen2022

 

Bilder © privat

Virtuelle Antiquariatsmesse Stuttgart

Virtuelle Antiquariatsmesse Stuttgart

Pandemiebedingt findet die Antiquariatsmesse Stuttgart 2022 als Online-Messe statt.
Am Freitag, den 18. Februar 2022, wird sie um 12 Uhr live geschaltet.
Am 22. Februar wird sie um 24 Uhr wieder geschlossen.

Die Plattform erlaubt es Ausstellern, 20 Objekte mit bis zu jeweils 10 Fotos einzustellen. Kunden können sich virtuell von Stand zu Stand bewegen, nach Autoren, Sachgebieten oder per Volltext suchen und recherchieren. Während der Messe wird verkaufte Ware regelmäßig durch neue ersetzt.

73 Antiquariate und Galerien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, England und den USA werden auch in diesem Jahr die gesamte Bandbreite des Antiquariatshandels präsentieren (69 sind im Messekatalog vertreten).

Weitere Informationen, Teilnahmelink und Download des Messekatalogs finden sich hier:
Antiquariatsmesse Stuttgart 2022

Der Verband Deutscher Antiquare lädt am 9., 16. und 21. Februar, jeweils um 19 Uhr per Zoom-Webinar, ein zur Veranstaltungsreihe Das Rote Sofa Online, Thema: Sammeln – eine Leidenschaft.

Am 21. Februar wird Frau Elisabeth Wittkowski für ihre Elton-John-Sammlung (Selbstdarstellung und Rezeption 1970–72) mit dem Preis für junge Sammlerinnen & Sammler 2022 des Verbandes Deutscher Antiquare ausgezeichnet. Dazu gibt es eine eigene kleine Notiz auf unserer Website.

 

Bild:
Das Stundenbuch von Le Goux de La Berchère. In Latein und Französisch, illuminierte Handschrift auf Pergament. Paris, um 1420. 11 ganzseitige Miniaturen, 24 Kalendervignetten und zahlreiche szenische Tondi des Meisters der Münchner Goldenen Legende. 117 Blätter, gebunden in rotes Maroquin des 18. Jahrhunderts. 165×120 mm (970 000 €, Les Enluminures, Paris)

 

Kunstplakate im Museum für Druckkunst, Leipzig

Kunstplakate im Museum für Druckkunst, Leipzig

bis 20. März 2022
Unter dem Radar.
Originalgrafische Kunstplakate aus Ostdeutschland seit 1975
Museum für Druckkunst, Leipzig

Werbung für Kunst durch Kunst machten seit den 1970er Jahren verstärkt originalgrafische Plakate, die in einer Auflage von bis zu 100 Exemplaren in der DDR keiner Genehmigungspflicht unterlagen. Die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig ermöglichte Ausstellung widmet sich nun erstmals diesen einzigartigen und bisher wenig beachteten visuellen Quellen druckkünstlerischen Schaffens jenseits staatlich gelenkter Kultur.

Ausgehend von rund 100 originalgrafischen Kunstplakaten aus der Sammlung der Leipziger Galerie am Sachsenplatz, ergänzt durch weitere Leihgaben, gibt das Museum für Druckkunst Leipzig einen ganz speziellen Einblick in das umfangreiche druckgrafische Schaffen in Ostdeutschland. Die Schau richtet zum einen den Blick auf Künstlerinnen und Künstler, die in der DDR hauptsächlich druckgrafisch tätig waren, und zeigt deren Entwicklung im vereinten Deutschland auf. Dazu gehören etwa Angela Hampel, Michael Morgner, Max Uhlig und die Gruppe Clara Mosch. Zum anderen stellen die Plakate weniger bekannte Kunstorte sowie das vitale, nicht staatlich gelenkte Ausstellungswesen in Ostdeutschland vor – auch jenseits der künstlerischen Zentren wie Berlin, Leipzig oder Dresden.

Mit Begleitpublikation.

 

Bild:
Frieder Heinze (Klubgalerie G.W. Leibnitz, 1979), Farbserigrafie auf Velin. © Galerie am Sachsenplatz

Baldwin Zettl bei Akanthus, Leipzig

Baldwin Zettl bei Akanthus, Leipzig

Noch bis 26. Februar präsentiert die Akanthus Galerie im Westwerk, Leipzig, Kupferstiche von Baldwin Zettl. In der über das gesamte Schaffen reichenden Werkschau sind so bekannte Blätter wie Die sieben Todsünden (2000) und Einzelblätter aus den Zyklen Faust I (2005) oder Dantons Tod (2011/12) zu sehen.

Als exklusive, auf 49 Exemplare limitierte und signierte Vorzugausgabe wird Baldwin Zettls Sternenschauer (2019) angeboten. Dazu verfasste Manfred Jendryschik den Text Die Weltall-Legende, ein Nebenstrang.

Informationen:
akanthus-galerie

 

Bild:
Baldwin Zettl: Sternenschauer (2019). Kupferstich in der Mappe

Weltweit umfangreichste Sammlung an Orangen-Einwickelpapieren kommt ins Gutenberg-Museum

Weltweit umfangreichste Sammlung an Orangen-Einwickelpapieren kommt ins Gutenberg-Museum

Die Teilnehmer des Jahrestreffens unserer Gesellschaft 2019 in Leipzig erinnern sich an seine Tischrede beim Festabend: Dirik von Oettingen gab hier Einblicke in seine einzigartige Sammlung an Orangen-Einwickelpapieren.

Nun kann das Gutenberg-Museum diesen bedeutsamen Bestand, der unter dem Namen OPIUM firmiert, als Schenkung übernehmen. OPIUM steht für OrangenpaPIermuseUM und ist ein virtuelles Museum im Internet, das der nun 77-jährige Sammler Dr. Dirik von Oettingen vom Standort Salzgitter aus im Internet betreibt.

Zum Bestand des OPIUM gehören neben Orangeneinwickelpapieren außerdem spanische Zitruskistenplakate (etwa 2800 Exemplare), kalifornische Zitruskistenplakate (über 1000 Exemplare), weitere amerikanische Obst- und Gemüsekistenplakate, italienische Zitruskistendekorationen und andere Sonder- bzw. Nebensammlungen. 

Kistenplakate wurden etwa seit 1900 als Blickfang auf die Vorderseite der handgezimmerten hölzernen Obstkisten aufgeklebt, sind jedoch seit etwa 1960 anderen Versandformen gewichen. Diese Sammlungen des OPIUM stellen einen kultur- und druckhistorischen Schatz, aber auch einen erheblichen materiellen Wert dar.

Die Präsentation des Jahrestreffen 2019 findet sich hier:
https://youtu.be/sElYOPw013o

Virtuelles Museum:
http://www.opiummuseum.de/index1.htm

 

Bild:
Orangenkistenplakat Antonio Fiz, vor dem Zweiten Weltkrieg, Valencia/Spanien. © Dirik von Oettingen

Mainz: Buchkonsum und -rezeption heute

Mainz: Buchkonsum und -rezeption heute

«LONGDRINKS»:
Diskussionsabend via MS Teams
17. Februar 2022, 18:00 Uhr
Veranstalter: Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V.

Digitale «Bookinfluencer» erfreuen sich einer zunehmenden Reichweite – die wiederum die etablierten Rezensenten, wie beispielsweise die großen Tageszeitungen oder das Literarische Quartett, einbüßen. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf unser Buchkauf- und Leseverhalten?

Eine Einladung zur Diskussion über diese und weitere spannende Fragen rund um Zukunftsentwürfe des Büchermarkts und der Buchkritik, moderiert von den Praktikantinnen der Gutenberg-Gesellschaft Sonja Knobling und Huyen Tran Tran Thi.

Die Teilnahme ist kostenfrei; der Zugangslink ist erhältlich nach einer Anmeldung unter:
info@gutenberg- gesellschaft.de oder
telefonisch unter 06131-226420.

 

Virtuell: (36.) Antiquaria Ludwigsburg

Virtuell: (36.) Antiquaria Ludwigsburg

Der Messe-Katalog ist online – alle Titel sind sofort verkäuflich!
Reale 36. Antiquaria 2022 abgesagt.

Pandemiebedingt muss nun auch die 36. Antiquaría, geplant vom 17. bis 19. Februar 2022 in der Musikhalle Ludwigsburg, abgesagt werden. So bleibt der Messekatalog mit den Beiträgen aller 56 Aussteller:innen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Großbritannien, der ab sofort online einzusehen ist:
http://antiquaria-ludwigsburg.de/katalog

Der teuerste Titel im Katalog ist in diesem Jahr der 6-bändige Atlas von Willem Jansz[oon] und Joan Blaeu: Theatrum orbis terrarum. 1648–1655, mit 406 teils doppelblattgroßen Kupfertafeln (Antiquariat Stefan Krüger, 112 000 €).

Das Rahmenthema «Dissens – Gegenbewegung in der Gesellschaft», dem ein Teil des Angebotes gewidmet ist, zeigt, wie Gegenbewegungen zu allen Zeiten in die Gesellschaftsentwicklung eingewirkt und sie beeinflusst haben – im Positiven wie im Negativen: vom kleinen sozialen Verbund wie der Familie über alle gesellschaftlichen Bereiche wie Kunst, Kultur, Wissenschaft, Religion, Politik. Dies zeigt uns, dass Dissens zu einer offenen Gesellschaft gehört, früher wie heute.

 

Bild:
Im Verlag Reuß & Pollack erschien 1914 Das Baby, ein Liederbuch mit farbigen Illustrationen von Tom (Seidmann-)Freud, einer Nichte Sigmund Freuds – ein Rarissimum der Kinderbuchliteratur. (Antiquariat Winfried Geisenheyner, 6800 €)

 

Antiquaria-Preis 2022 für Patrick Rössler

Antiquaria-Preis 2022 für Patrick Rössler

Der mit 10 000 € dotierte 28. Antiquaria-Preis für Buchkultur geht im Jahr 2022 an den Kommunikationswissenschaftler und enthusiastischen Sammler Patrick Rössler.

Neben seiner Arbeit in der Empirischen Kommunikationsforschung verbindet er eine intensive, fast detektivische Sammelpraxis mit der wissenschaftlich-historischen Durchdringung seiner Fundobjekte und Reflexionen darüber in Ausstellungen und Publikationen. So gelingt es Rössler (Jahrgang 1966), in seinen vielfältigen Arbeiten (etwa zum Bauhaus, zur Typografie, zu Journalismus und visueller Kultur in der Weimarer Republik, zum Taschenbuch der 1950er Jahre und der Deutschen Kinopublizistik 1917–1937) auch dem Grafikdesign in der Typografie und in der Bildsprache ein neues Gesicht zu verleihen. (aus der Jurybegründung)

Die Preisverleihung am Donnerstag, den 17. Februar 2022, 20 Uhr, findet im «Podium» der Musikhalle Ludwigsburg mit begrenzter Teilnehmerzahl statt, unter Beachtung der aktuellen Coronavorgaben und nur mit Anmeldung: info@petrabewer.de.

Sie wird aufgezeichnet und ist ab dem 22. Februar 2022 zu sehen auf:
http://antiquaria-preis.de

 

Foto © privat

Das Bücherlager der GdB ist umgezogen!

Das Bücherlager der GdB ist umgezogen!

Das Bücherlager der GdB ist von München nach Naumburg-Altenstädt umgezogen.

Ansprechpartner für Bestellungen von Publikationen der GdB ist dankenswerterweise ab sofort Sebastian Eichenberg, Zweiter Vorsitzender der GdB. Bestellungen sind künftig zu richten an:

Antiquariat & Buchhandlung Horst Hamecher
Inh.: Sebastian Eichenberg e.K.
Heinrich-Schröder-Straße 1
34311 Naumburg-Altenstädt

Informationen:
https://antiquariat-hamecher.de/gesellschaft-der-bibliophilen/

Hier die aktuelle Liste mit Publikationen der GdB (Preise angegeben für Mitglieder wie auch für Nichtmitglieder)
Verzeichnis lieferbarer Bücher 2022_1

 

Bild:
Einblick ins Bücherlager. Foto: Sebastian Eichenberg

 

Veronika Weingärtner ist die 21. Mainzer Stadtdruckerin

Veronika Weingärtner ist die 21. Mainzer Stadtdruckerin

Mit großer Mehrheit hat die Jury unter dem Vorsitz von Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig die Mainzer Künstlerin Veronika Weingärtner zur 21. Mainzer Stadtdruckerin 2020/2021 gewählt.

Die von Veronika Weingärtner (Jahrgang 1981) eingereichten Werke entstanden in den druckgrafischen Techniken des Siebdrucks und der mit Siebdruck kombinierten Monotypie. «Muster, Form und Farbe erinnern teilweise an generativ gestaltete Kunstwerke, so, als ob die Arbeiten mittels Code erzeugt worden sind. Andere Werke, besonders die Monotypien, eröffnen eine malerische Perspektive und besitzen haptische Qualitäten. In einigen Drucken bleiben verwendete Hilfsmittel sichtbar, die Künstlerin nutzt u.a. bereits gebrauchte Materialen und Fundstücke für ihre Vorlagen.» (aus dem Abschlussstatement der Jury)

Der mit 6000 Euro dotierte Stadtdruckerpreis wird seit 1987 alle zwei Jahre von der Landeshauptstadt Mainz vergeben. Damit verbunden ist eine Ausstellung im Gutenberg-Museum. Zur Zeit sind dort die Arbeiten von Tobias Gellscheid, dem 20. Mainzer Stadtdrucker, zu sehen.

 

Bild © Gutenberg-Museum

Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid

Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid

20. Januar bis 22. Mai 2022
Sonderausstellung Road to Nowhere – Druckgrafiken von Tobias Gellscheid

Nach mehrmaliger pandemiebedingter Verschiebung zeigt das Gutenberg-Museum eine Auswahl aus dem Gesamtwerk des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid, darunter auch aktuellste, während der Pandemie entstandene Arbeiten.

Die Arbeiten Gellscheids fokussieren sich auf die Popkultur als Phänomen der westlichen Nachkriegsgesellschaften und konzentrieren sich dabei auf deren ursprünglichste Präsenz in den 1950er und 1960er Jahren. Dabei sind Holz- und Linolschnitt sowie der Holzstich die bevorzugten technischen Medien des 1983 in Pößneck geborenen Künstlers.

 

Bild:
Nocturne (Tobias Gellscheid, 2015)
© Gutenberg-Museum/Tobias Gellscheid

Gutenberg-Museum erhält Buchgeschenke von Dr.  Erwin Kreim

Gutenberg-Museum erhält Buchgeschenke von Dr. Erwin Kreim

Im Oktober 2011 konnte das Gutenberg-Museum die bedeutende, mehr als 450-bändige Briefsteller-Sammlung von Dr. Erwin Kreim, Bankdirektor a.D., übernehmen. Nun übergab der Sammler und Autor weitere Raritäten zur Druckgeschichte aus seinem Privatbesitz an die Gutenberg-Bibliothek, gewissermaßen als Abschiedsgeschenk für die scheidende Direktorin – auch um die langjährige, gute Zusammenarbeit zu dokumentieren.

Unter anderem wurde die Briefsteller-Sammlung durch 15 weitere Exemplare ergänzt. Ein besonderes Exponat zur bisher noch wenig erforschten Rolle von Frauen in der Geschichte der Druckkunst ist das großvolumige Werk des italienischen Theologen J. Mansi Bibliotheca moralis praedicabilis, ein Meisterwerk der Druckkunst. Das Werk, bisher in keiner Mainzer Bibliothek nachgewiesen, wurde 1679 von der Witwe des Frankfurter Verlegers und Buchhändlers Joh. Peter Zubrod in Mainz herausgegeben.

 

Bild:
Buchraritäten aus der Sammlung Dr. Erwin Kreims
© Gutenberg-Museum, Mainz

Celestino Piatti – geboren vor 100 Jahren

Celestino Piatti – geboren vor 100 Jahren

«Da war auch immer ein Konflikt zwischen dem Maler und dem Grafiker. Immer wenn ich malen wollte, stand mir der Vollblutgrafiker im Weg. Und wenn ich Grafik gemacht habe, hätte ich lieber malen wollen.» (Celestino Piatti 1993)

Celestino Piatti (1922–2007) prägte die Buchkultur der frühen Bundesrepublik wie kein anderer. Seine ikonischen Cover, die er von 1961 bis Mitte der 1990er Jahre für den dtv schuf, bleiben für viele mit den ersten Leseeindrücken verbunden. Sein 100. Geburtstag am 5. Januar 2022 wird gefeiert – mit Publikationen und Ausstellungen. Schon im Oktober ist beim dtv der Bildband Alles, was ich male, hat Augen zu Piattis Leben und Werk erschienen, kuratiert von Claudio Miozzari und der Literaturwissenschaftlerin und Tochter Piattis Barbara Piatti.

 

Bild:
Cover des Jubiläumsbandes

DBSM: Underground- und Independent-Comics aus der Sammlung Armin Abmeier nun in Leipzig

DBSM: Underground- und Independent-Comics aus der Sammlung Armin Abmeier nun in Leipzig

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek (DBSM) konnte zum Jahreswechsel 2021/22 eine umfangreiche Sammlung US-amerikanischer Underground- und Independent-Comics erwerben.

Die von Armin Abmeier (1940–2012), einem «Überzeugungstäter» (Andreas Platthaus) und «Büchernarren» (Michael Krüger), über Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung umfasst neben Underground- und Independent-Comics auch Graphzines, Künstlerpublikationen, illustrierte Bücher, Zeitschriften, Sekundärliteratur und diverse weitere Objekte wie z.B. Postkarten, Schallplatten, CDs oder Videofilme, die zwischen Anfang der 1960er Jahre und 2012 publiziert wurden.

Den Arbeiten von Robert Crumb, dessen Veröffentlichungen Abmeier beinahe vollständig gesammelt hat, kommt dabei besondere Bedeutung zu – gehört Crumb doch zu den prägendsten und umstrittensten Akteuren der Szene. Den Übergang von den Underground- Comics zur Independent-Szene markiert das Schaffen von Art Spiegelman. Auch von ihm enthält die Sammlung das publizierte Werk fast vollständig – von frühen Underground-Heften wie Arcade über das Magazin Raw bis hin zu seinen Buchveröffentlichungen Maus oder Breakdowns. Chris Ware und Mark Beyer sind ebenso vertreten wie Charles Burns, David Sandlin oder George Herriman.

Für die Kinderbuchautorin und Illustratorin Rotraut Susanne Berner, die die Sammlung ihres Ehemanns Armin Abmeier nach dessen Tod betreut und katalogisiert hat, sind das DBSM und die Buchstadt Leipzig ein idealer Ort. Nicht zuletzt durch seine Bedeutung für Kunst und Illustration, sondern auch der vielen Künstler:innen wegen, die in Leipzig leben oder dort ausgebildet wurden und mit denen Armin Abmeier vielfältig verbunden war. Vermittelt wurde die Erwerbung durch Frau Prof. Dr. Christine Haug, Zentrum für Buchwissenschaft der Ludwig-Maximilian-Universität München.

 

Bild:
Erstes Heft des von Art Spiegelman konzipierten Comicmagazins RAW aus dem Jahr 1980: Innenseite mit Zusatzheft. © Sammlung Armin Abmeier im DBSM der DNB, Leipzig

Neujahrsgrüße

Neujahrsgrüße

Ein gutes, gesundes (!) neues Jahr 2022
voller Lichtblicke wünscht
Silvia Werfel, Schriftführerin der GdB

 

Offenbach: Marc Chagall – Die Bibel

Offenbach: Marc Chagall – Die Bibel

21. November 2021 bis 23. Januar 2022
Haus der Stadtgeschichte und Klingspor Museum, Offenbach
Marc Chagall – Die Bibel. Ein Meisterwerk des französischen Malerbuchs
Zur Vernissage am Sonntag im Haus der Stadtgeschichte, 15 Uhr, spricht Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums.

Der Eintritt zur Vernissage ist frei.

Die Bibel zu bebildern, damit beschäftigte sich Marc Chagall seit den 1930er Jahren. Beauftragt von dem Initiator des französischen Malerbuchs, dem Verleger Ambroise Vollard, nahm der Maler die Arbeit auf, bis er 1939 vor den Nationalsozialisten aus Paris fliehen musste. Das Werk drohte unvollendet zu bleiben, wurde aber von dem Verleger Tériade Anfang der 1950er Jahre wiederaufgenommen und Chagall vollendete seinen Zyklus von 100 Radierungen. Daraus zeigt die Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte die erste Hälfte, die übrigen Blätter können im Lesesaal des Klingspor Museums eingesehen werden. Es bedeutet für Offenbach einen Glücksfall, dass das Klingspor Museum das hier gezeigte Exemplar, Nr.198 von 275, besitzt.

Die beiden Museen freuen sich, zum Festjahr Jüdisches Leben ein so hochrangiges Werk einbringen und an Hand der exquisiten Radierungen ihre gemeinschaftliche Bemühung um das Feld der Druckkunst erneuern zu können.

Mit Begleitprogramm.

 

Bild:
Signatur Chagall. Haus der Stadtgeschichte / Klingspor Museum

Tara Books stellt das deutschsprachige Programm ein

Tara Books stellt das deutschsprachige Programm ein

Tara Books wurde 1994 von Gita Wolf gegründet. Farbenfrohe Bücher und Leporellos – das unabhängige Verlagshaus mit Sitz im südindischen Chennai publiziert besondere Bilderbücher über das Leben in Indien, gedruckt unter anderem im Hochdruck- und im Siebdruckverfahren. Mit seinen ins Deutsche übertragenen Titeln hat Tara Brücken auch nach Deutschland gebaut.

Das deutschsprachige Programm wird nun nach sieben Jahren eingestellt. Die allerletzten noch erhältlichen Exemplare kann man zum halben Preis per eMail bei der Verlagsauslieferung Runge, Steinhagen, bestellen:
Claudia.Strunk@RungeVA.de.
Das Angebot gilt allerdings nur noch bis 20. November 2021.
Nicht alle der in diesem PDF aufgeführten Titel sind jedoch noch lieferbar.
Tara-Titelliste

 

Bild:
Doppelseite aus Giedre Jankeviciute, V. Geetha: Eine andere Geschichte des Kinderbilderbuchs, vom sowjetischen Litauen bis nach Indien. (vorgestellt in der Wandelhalle 2021-2)

Literarischer Nachlass von Leo Perutz jetzt weltweit digital zugänglich

Literarischer Nachlass von Leo Perutz jetzt weltweit digital zugänglich

Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 ermöglicht den Zugriff auf Manuskripte und bisher unveröffentlichte Familienkorrespondenz des Schriftstellers.

Leo Perutz (1882–1957) war zu seiner Zeit einer der erfolgreichsten und meistgelesenen österreichischen Schriftsteller, bis er nach der Annexion Österreichs das Land im Juli 1938 verlassen musste und über Italien nach Palästina auswanderte. In Palästina bestritt er seinen Lebensunterhalt als Versicherungsmathematiker, ein Beruf, in dem Perutz auch zuvor schon gearbeitet und geforscht hatte. Ein schriftstellerischer Erfolg blieb nach seiner Flucht ins Exil weitgehend aus.

Seine fast durchgängig vorhandenen kalendarischen Tagebuchaufzeichnungen (1909–1957) verfasste Perutz in der um 1900 populären sogenannten Gabelsberger Kurzschrift. Die Einträge geben Einblick in seine literarische Produktion und politische Ereignisse. So nahm Perutz in seinem Tagebuch schon am 3. März 1938, zehn Tage vor dem Ereignis, die Annexion Österreichs mit den Worten «Finis Austriae» vorweg.

Das umfangreiche Oeuvre von Leo Perutz wurde seit Ende der 1980er Jahre wiederentdeckt und neu aufgelegt. Sein Nachlass befindet sich seit 1986 im Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek.

 

Bild:
Der Schriftsteller Leo Perutz, vermutlich in den 1950er Jahren, Fotograf unbekannt, undatiert.
© Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek, Nachlass Leo Perutz, EB 86/094, Privatbesitz.

Museum für Kunst & Gewerbe: Poster und Papierkram. Ein Glossar des Sammelns

Museum für Kunst & Gewerbe: Poster und Papierkram. Ein Glossar des Sammelns

5. November 2021 bis 6. März 2022
Museum Kunst & Gewerbe, Hamburg
Poster und Papierkram. Ein Glossar des Sammelns

Wie entsteht eigentlich eine Sammlung? Mit Poster und Papierkram. Ein Glossar des Sammelns blickt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg neugierig und selbstkritisch zurück auf 150 Jahre Sammeln und Ausstellen. Am Beispiel der Sammlung Grafik und Plakate lädt die Ausstellung dazu ein, spielerisch stöbernd einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Entlang von Schlagwörtern wie «Auswahl», «Budget», «Commons» oder «Leihverkehr» verbindet sie Historisches mit zeitgenössischen Fragen und macht die Menschen, Wünsche, Umstände und Praktiken greifbar, die diese Sammlung prägen. Dies geschieht über eine Fülle von herausragenden Arbeiten, Archivalien, Video-Interviews, Fotografien und Fundstücken. 

Die Digitalisierung verändert nun nicht nur die Disziplin Grafikdesign, auch die Sammlung erobert zunehmend den digitalen Raum. Plakate und Grafiken werden fotografiert und in eine Datenbank aufgenommen, dort beschrieben, verschlagwortet und über die MK&G Sammlung Online öffentlich zugänglich gemacht. Doch was passiert bei diesen Vorgängen? Wo findet hier Interpretation und Auswahl statt? Diese Fragen beschäftigen die Kuratorin der Sammlung, Julia Meer, vor allem mit Blick auf die Sammlungserweiterung. 

 

Bild:
Claude Kuhn (*1948), Glückwunsch an einen 60-Jährigen: Tierpark Dählhölzli, Bern, Siebdruck-Plakat 1997. © Claude Kuhn
Jan Lenica (1928–2001), Ausstellungsplakat Plakat Film (Deutsches Plakat Museum Essen), Autotypie, 95,5×64,5 cm (1981). Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

DNB: Goethes «Faust» als Virtual-Reality-Anwendung

DNB: Goethes «Faust» als Virtual-Reality-Anwendung

«Goethe VR» – Goethes Faust als interaktive Virtual Reality Experience
ab sofort kostenlos zu spielen während der Öffnungszeiten in:
Leipzig: im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der DNB
Frankfurt am Main: im Foyer der DNB

Ein Klassiker der deutschen Literatur virtuell: Mit «Goethe VR» bringt die Deutsche Nationalbibliothek Goethes Faust I und II vom Buch in eine Virtual Reality- Anwendung. Eines der bekanntesten literarischen Werke wird damit ganz neu erlebbar. Den literarischen Klassiker als VR Experience in der Deutschen Nationalbibliothek zu zeigen, ist zugleich ein Verweis auf den Sammelauftrag. Hier werden Werke in vielen Fassungen gesammelt: als Comics, als Kinderbuchbearbeitung, in Übersetzungen. Fast 3000 verschiedene Ausgaben von Goethes Faust I und II sind Teil des Bestandes.

Ausgestattet mit VR-Brille und weiteren Tools sind Spieler:innen aktiv in die Erzählung eingebunden: Sie unterzeichnen den Pakt mit Mephisto, reisen in die Hexenküche, treffen Gretchen und suchen des Pudels Kern. Um alle auf eine sowohl literarische als auch emotionale Reise mitzunehmen, ist in sieben Szenen eine kontinuierliche Handlung mit eigenem Spannungsbogen erlebbar. Dabei sind Nähe zum Originaltext und die Einbindung der Originalsprache wichtiger Bestandteil der Adaption. Die Mitspielenden sollen die Konflikte, die zentralen Figuren und Leitmotive kennenlernen und Wissenswertes über den Autor und die Entstehung des Textes vermittelt bekommen.

Eine Produktion von ZDF Digital in Kooperation mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, den Goethe-Instituten sowie dem Goethe-Museum Düsseldorf, gefördert von der Computerspieleförderung des Bundes. Die VR ist in neun Sprachen verfügbar.

 

Bild:
Szenenbild aus Goethe VR, mit den Logos der beteiligten Institutionen

«Singular Plurality»: Ehrengast Kanada auf der Frankfurter Buchmesse 2021

«Singular Plurality»: Ehrengast Kanada auf der Frankfurter Buchmesse 2021

Pavillon des Ehrengastes Kanada auf der Frankfurter Buchmesse 2021
bis Sonntag, den 24. Oktober, geöffnet

Sich zum Abschluss eines Messetages in den Kanada-Pavillon zu begeben, sei hier besonders empfohlen: ein abgedunkelter Raum, darin Flüsse, Berge, Lichtinstallationen, aber auch intensive (virtuelle) Begegnungen mit Autoren verschiedenster Sprachen aus Kanada von Angesicht zu Angesicht. Es herrscht eine meditative Atmosphäre, alles fließt – und das fast ohne Bücher (ein paar findet man am Tresen im Eingangsbereich, weitere bei den Verlagen in den Messehallen 3 und 6.0). Tagsüber gibt es selbstverständlich auch echte Begegnungen mit Autorinnen und Autoren auf der Bühne im Pavillon.

«Unser Konzept ist von der kanadischen Landschaft inspiriert, die die Fantasie vieler Kreativschaffender, Autor*innen und Illustrator*innen beflügelt. Es lädt die Besucherinnen und Besucher ein, in das offene Buch einzutauchen, das wir uns für sie ausgedacht haben, um die Vielfalt und den Reichtum der kanadischen Kultur zu entdecken.» So das Statement von Gonzalo Soldi, Kreativdirektor und Mitbegründer von mirari, die den Pavillon gestaltet haben.

Kanada präsentiert auch ein virtuelles Pendant zum physischen Ehrengastpavillon – ein Novum in der Geschichte der Buchmesse. Dieser «virtuelle Pavillon» bietet Buchmessegästen, die nicht nach Frankfurt anreisen können, ein webbasiertes Pavillon-Erlebnis.

Das Literaturprogramm Kanadas bildet nicht nur die Größe des Gastlandes, sondern auch seine kulturelle, sprachliche und traditionelle Vielfalt ab. Unter dem Motto Singular Plurality werden die Themen «Sprache und Kultur», «Indigene, politische und soziale Fragen», «Raum und Territorien», «Kinder- und Jugendliteratur», «Frauen in der Literatur», «LGBTQ2-Perspektiven» und «Umwelt» behandelt.

 

Bild:
Im Strom der Buchstaben – Ehrengastpavillon der Frankfurter Buchmesse 2021. Foto: Marc Jacquemin

Aufgeblättert – ausgebreitet: Künstlerbücher von Eduardo Chillida bis Max Uhlig

Aufgeblättert – ausgebreitet: Künstlerbücher von Eduardo Chillida bis Max Uhlig

bis 16. Januar 2022
Aufgeblättert – ausgebreitet: Künstlerbücher von Eduardo Chillida bis Max Uhlig

Stadt- und Industriemuseum, Lottestraße 8–10, 35578 Wetzlar
Eintritt: Sie bezahlen, was Ihnen der Besuch der Ausstellung wert ist.

Aus der Graphischen Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier wird eine Auswahl an besonderen Künstlerbüchern namhafter Künstler, Dauerleihgaben aus einer Privatsammlung, präsentiert. Darunter sind Werke von Jim Dine, Guillaume Corneille, K. H. Sonderborg, Thomas Ranft, Emil Schumacher und David Hockney.

Die Ausstellung und der begleitende Katalog fußen auf einem Kooperationsprojekt zwischen der Graphischen Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier und dem Saarlandmuseum Saarbrücken im Rahmen eines studentischen Seminars, das sich auf vielfältige Weise dem Phänomen Künstlerbuch widmet. In den Werken manifestiert sich das Wechselverhältnis von Bild und Text, Poesie und Kunst im jeweils individuellen künstlerischen Zugang. Komplettiert wird die Ausstellung in ihrer zweiten Station in Wetzlar durch einen regionalen Schwerpunkt, mit Künstlerbüchern von Dieter Mulch, Peter Amici (Braunfels) und Anton Würth (Offenbach).

Katalog:
Aufgeblättert – ausgebreitet: Künstlerbücher. Hrsg. v. Kathrin Elvers-Švamberk. Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Universität Trier 2020. 300 S., Broschur. 14,90 €

 

Bild:
Jim Dine: The Picture of Dorian Gray, 1968, Lithografien und Radierungen. Graphische Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier
© Jim Dine, 2020

Dr. Annette Ludwig wechselt von Mainz nach Weimar

Dr. Annette Ludwig wechselt von Mainz nach Weimar

Für Mainz und das Gutenberg-Museum ein Verlust – für die Klassik Stiftung Weimar ein Gewinn: Dr. Annette Ludwig wird neue Direktorin der 21 Museen der Klassik Stiftung Weimar. Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Wolfgang Holler an, der am 22. Februar 2022 in den Ruhestand wechselt.

Dr. Annette Ludwig: «Von einer exzeptionellen Stelle wechsle ich auf eine singuläre Position nach Weimar, die ein Traum für jeden Kunsthistoriker und Museumsmacher ist – von Gutenberg zu Goethe […]. Ich habe hier [in Mainz] seit 2010 nicht nur meinen Dienst mit großer Freude versehen, sondern ein Herzensprojekt auf den Weg gebracht, das nun, nach vielen Turbulenzen, vor der Umsetzung steht. Eine Nachfolger:in kann darauf aufbauen und die Ernte einfahren.»

Nachdem sie fast zwölf Jahre lang das Gutenberg-Museum geleitet und in dieser Zeit neu positioniert hat, wechselt Dr. Annette Ludwig im Frühjahr 2022 an den Ort, an dem sich zwischen 1901 und 1917 die Geschäftsstelle der Gesellschaft der Bibliophilen befand und wo nach 1903, 1917 und 1999 nun im Juni 2022 zum vierten Mal ein Jahrestreffen stattfinden wird.

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

Mehr Informationen finden Sie in den Pressemitteilungen der Stadt Mainz und der Klassik Stiftung Weimar:
_20211005 PM_Stadt_Mainz
_20211005 PM_Klassikstiftung

 

Foto © Carsten Costard

Die Klassik Stiftung Weimar macht die vergessenen Bauhaus-Frauen sichtbar

Die Klassik Stiftung Weimar macht die vergessenen Bauhaus-Frauen sichtbar

2. Oktober 2021 bis 4. Januar 2022
Vergessene Bauhaus-Frauen. Lebensschicksale in den 1930er und 1940er Jahren
Bauhaus-Museum, Weimar

Von einem Drittel der rund 460 verzeichneten Studentinnen am Bauhaus sind nicht einmal die Lebensdaten bekannt. Die am 2. Oktober eröffnete Ausstellung im Bauhaus-Museum Weimar macht rund 30 Künstlerinnen und ihre Werke wieder sichtbar – das gemeinsame Projekt der Universität Erfurt und der Klassik Stiftung Weimar stellt die oftmals gebrochenen Biografien anhand von Dokumenten und künstlerischen Arbeiten der Bauhaus-Frauen, die in allen Werkstätten des Bauhauses vertreten waren, vor.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen:
Anke Blümm, Patrick Rössler (Hg.): Vergessene Bauhaus-Frauen. Lebensschicksale in den 1930er und 1940er Jahren. Klassik Stiftung Weimar / Bauhaus-Museum 2021. 108 S., 106 Abb., Klappenbroschur, 20,5×20,5 cm. 15 €

 

Bild:
Porträt – gemalt und fotografiert: Dörte Helm, Selbstbildnis mit Kaktus (1926) und Fotoporträt (1932), beides in Privatbesitz

Offenbach: Die Bilder der Buchkünstler XI – Johannes Strugalla

Offenbach: Die Bilder der Buchkünstler XI – Johannes Strugalla

ab dem 30. September 2021 ein Jahr lang zu sehen:
Die Bilder der Buchkünstler XI – Johannes Strugalla
Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH)

Senefelderstraße 162, 63069 Offenbach am Main

Mit der Ausstellungsreihe Die Bilder der Buchkünstler richten die Stadtwerke Offenbach und das Klingspor-Museum bereits seit 2010 den Blick auf die Malerei, Grafik und Druckgrafik von Künstlerinnen und Künstlern, deren hochkarätige Buchkunst das Museum sammelt. Aktuell öffnet Johannes Strugalla das jüngste seiner Künstlerbücher quod libet (2020/21) zur Begehung. Das Motiv des Einbands, blaue Wellen, dazu ausgesuchte Farbseiten und Textseiten ergänzen sich zu einer fließenden Bewegung an den Wänden entlang.
Die Monitore im Treppenhaus geben Einblick in die beiden Bücher forma und Zinnober.

Johannes Strugalla zählt zu den arriviertesten Künstlern, die Wort- und Bildkunst im Buch zu einer Aussage eigener Art assimilieren. Die Bücher, die er zusammen mit Françoise Despalles ediert (Editions Despalles, Mainz, Paris), gehören zum Kernbestand der Gattung Künstlerbuch, der sich das Klingspor Museum vornehmlich widmet.

Wer die Ausstellung bei den Stadtwerken Offenbach besuchen möchte, wird um vorherige Anmeldung gebeten unter uk@soh-of.de. Es gelten die 3G-Regeln und eine Maskenpflicht im gesamten Gebäude.

 

Bild:
Kooperation zwischen Klingspor Museum und den Stadtwerken Offenbach: Farben, Linien und Texte von Johannes Strugalla zieren neuerdings die Gänge und Büros bei den Stadtwerken. © Stadtwerke Offenbach

Weitere Führungen durch die Ausstellung «Noten für die Welt» im Gutenberg-Museum

Weitere Führungen durch die Ausstellung «Noten für die Welt» im Gutenberg-Museum

Noten für die Welt.
Eine Ausstellung zur Notationsgeschichte anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Mainzer Schott-Verlages
bis 7. November 2021

Die nächsten öffentlichen Führungen der Kuratorin Prof. Dr. Maria Linsmann-Dege und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ulla Reske durch die Geschichte der Notation finden statt am:

Dienstag, 5. Oktober, 12:15 Uhr
Dienstag, 12. Oktober, 12:15 Uhr
Dienstag, 19. Oktober, 15 Uhr
Mittwoch, 3. November, 15 Uhr

Eine Anmeldung wird erbeten, telefonisch unter 06131/ 123411 oder per eMail besuch.gm@stadt.mainz.de.

 

Bild: Noten für die Welt.
© Gutenberg-Museum Mainz

Verlängert: die Schau zum 85. Geburtstag von Lore Bert im Gutenberg-Museum

Verlängert: die Schau zum 85. Geburtstag von Lore Bert im Gutenberg-Museum

bis 28. November 2021 verlängert
Ways of World Making – Weisen der Welterzeugung.
Lore Bert zum 85. Geburtstag
Gutenberg-Museum, Mainz

Die Ausstellung Ways of World Making – Weisen der Welterzeugung geht wegen des anhaltenden Besucherinteresses in die Verlängerung.

Mehr Informationen zur Ausstellung in der weiter unten stehenden bibliophilen Notiz.

 

Bild:
Die Platonischen Körper: Umringt von Bildobjekten und umflossen von einem Meer gefalteten weißen Seidenpapiers, entfalten zwei verspiegelte Skulpturen irisierende Effekte.
© Archiv Lore Bert, Foto: Bernd Eßling

Janosch. Lebenskunst – Ausstellungseröffnung am 3. Oktober

Janosch. Lebenskunst – Ausstellungseröffnung am 3. Oktober

3. Oktober 2021 bis 20. März 2022
Janosch. Lebenskunst
Zu Janoschs 90. Geburtstag
Museum für Kunst & Gewerbe, Hamburg

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) widmet dem international bekannten Illustrator, Autor und Lebenskünstler Janosch eine große Ausstellung. Im Mittelpunkt steht seine Lebenskunst, sie ist Teil der Inszenierung seiner Biografie. Janoschs Kunst, dem Leben zu begegnen, zieht sich auch in vielen Facetten durch sein Schaffen und spiegelt sich in seinen Figuren. Er zeigt keine heile Welt – seine Welt ist roh und zärtlich zugleich, voll Schönheit, Wünschen und Freundschaft, aber auch voll Grausamkeit, Lüge und Gefressenwerden.

Die Ausstellung zeigt rund 150 originale Zeichnungen und Grafiken aus vielen Epochen von Janoschs Schaffen – Bekanntes, das im Original betrachtet neu wirkt, und Unbekanntes, das durchs Betrachten vertraut wird. Janoschs Geschichten haben Großen und Kleinen, Menschen mit und ohne Herausforderungen etwas mitzuteilen. Sie geben Botschaften weiter, ohne sich aufzudrängen. Die Ausstellung nimmt diesen Faden auf und vereint in fünf Räumen mehrere Perspektiven und Zugänge.

 

Bild:
Janosch (*1931), Tiger und Bär
© Janosch film & medien AG, Berlin

Notenstich im Gutenberg-Museum am 30. September

Notenstich im Gutenberg-Museum am 30. September

Donnerstag, 30. September 2021, 16 Uhr
Gutenberg-Museum, Mainz
Demonstration des Notenstichs
im Rahmen der Sonderausstellung Noten für die Welt
anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Mainzer Schott-Verlags

Peter Gass-Domes, gelernter Notenstecher und langjähriger Mitarbeiter des Musikverlags Schott, führt die spannende Technik des Notenstichs vor. Das bis ins späte 20. Jahrhundert übliche Verfahren, Note für Note spiegelverkehrt in Metallplatten zu schlagen, scheint heute in Zeiten von computergestützten Satz- und Drucktechniken völlig fern. Die Gäste bekommen einen einzigartigen Einblick in dieses alte, verschwindende Handwerk.

Für die Führung ist lediglich der Museumseintritt zu entrichten.
Eine Anmeldung wird unter folgenden Kontaktdaten erbeten:
Telefonisch: 06131 / 123411
per E-Mail: besuch.gm@stadt.mainz.de

 

Bild:
Bestechend: Peter Gass-Domes demonstriert das filigrane Handwerk des Notenstechens.
© Gutenberg-Museum Mainz

Sonderausstellung zu Lore Berts 85. Geburtstag im Gutenberg-Museum

Sonderausstellung zu Lore Berts 85. Geburtstag im Gutenberg-Museum

bis 2. Oktober 2021
Ways of World Making – Weisen der Welterzeugung.
Lore Bert zum 85. Geburtstag
Gutenberg-Museum, Mainz

Zwei verspiegelte Polyeder schaffen irisierende optische Effekte, um sie herum wogt ein Meer aus gefaltetem weißem Seidenpapier: Die Platonischen Körper heißt die Installation, die derzeit auf der Sonderausstellungsfläche im Souterrain des Gutenberg-Museums zu sehen ist. Geschaffen hat das Werk die international renommierte Mainzer Künstlerin Lore Bert. Zu ihrem 85. Geburtstag stellt das Gutenberg-Museum den Raum zur Verfügung, den sie aus diesem Anlass bespielt. Neben Lore Berts neuesten Arbeiten wird diese eigens für das Gutenberg-Museum entworfene raumfüllende Papierinstallation gezeigt.

Der Titel der Ausstellung Ways of World Making – Weisen der Welterzeugung verweist auf das Hauptwerk des US-amerikanischen Philosophen Nelson Goodman und die Feststellung, dass mehrere Sichten auf die Welt, ja mehrere Welten gleichrangig nebeneinander existieren können. Vollständig zu sehen war dieses Environment zum ersten Mal 2013 als offizielle Begleitveranstaltung der 55. Kunstbiennale im prestigeträchtigen Saal der Biblioteca Nazionale Marciana im Correr-Museum am Markusplatz in Venedig, wo es faszinierende Wechselwirkungen mit den mittelalterlichen Deckengemälden entfaltete. Acht Jahre später zeigt Lore Bert eine neue Version dieses Werks im Gutenberg-Museum als ebenfalls historischen und symbolischen Ort der Buchkultur.

 

Bild:
Die Platonischen Körper: Umringt von Bildobjekten und umflossen von einem Meer gefalteten weißen Seidenpapiers, entfalten zwei verspiegelte Skulpturen irisierende Effekte.
© Archiv Lore Bert, Foto: Bernd Eßling

Preis der Stiftung Buchkunst 2021 geht an den Verlag Prima Publikationen

Preis der Stiftung Buchkunst 2021 geht an den Verlag Prima Publikationen

Den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst erhält in diesem Jahr der Verlag Prima Publikationen, Stuttgart/Basel, für das Buch Man kann keine Steine essen – Kochbuch eines japanischen Bildhauers. 

Das auf Rezepten und Fotografien des japanischen Bildhauers Shinroku Shimokawa basierende Werk entstand in Zusammenarbeit mit den Grafikerinnen Clara Neumann und Christina Schmid. Griffiges Einbandmaterial, handschmeichlerisches Papier, wohl dosierte Text-Bild-Gestaltung und viel Weißraum – auf einzigartige Weise strahlt dieses Buch eine geradezu meditative Ruhe aus.

Das Geheimnis um den Hauptpreis wurde bei der pandemie-bedingt erneut nur in kleinem Rahmen stattfindenden Preisverleihung am 3. September in Frankfurt am Main gelüftet. Herzlichen Glückwunsch!

 

Bildnachweis: © Stiftung Buchkunst

GNM Nürnberg: «Papierne Gärten» – bis April 2022 verlängert

GNM Nürnberg: «Papierne Gärten» – bis April 2022 verlängert

Papierne Gärten.
Studioausstellung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg
verlängert bis 18. April 2022

In der frühen Neuzeit erkennt sich der Mensch als Species, die mit allem Leben auf der Erde verbunden ist. In der Folge entwickelt sich die Botanik zu einer Leitwissenschaft, die in illustrierten Pflanzenbüchern ihr wichtigstes Medium findet. Die Buchgattung zeugt vom rational-ästhetischen Umgang des Menschen mit der Natur: rational, weil sie medizinischbotanisches Wissen festhält; ästhetisch, weil die Illustratoren gottgefällig die Schönheit der Pflanzen zur Ansicht bringen wollten. Die Anfang des 17. Jahrhunderts einsetzende Mikroskopie erleichterte zudem eine möglichst detailgetreue Wiedergabe. Insbesondere Pflanzenbücher des Barock liefern sich mit der Natur einen Überbietungskampf in puncto Realität und Schönheit. Als papierne Paradiesgärten bringen sie den Garten Eden auf ewig in die Kaminstube.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der barocke Prachtband Plantae selectae von Christoph Jacob Trew. Als Vorlage dienten den Stechern die Aquarelle Georg Dionysius Ehrets, die erstmalig zu sehen sind.

 

Bild: Vorlage und Druck
Georg Dionysius Ehret: Türkenbundlilie (Amerika) / Lilium superbum L., 1738–1761 Aquarell aus einem 109 Blätter umfassenden Konvolut mit Zeichnungen 35 cm breit und 54 cm hoch. Germanisches Nationalmuseum, Dauerleihgabe der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg
Türkenbundlilie, Tafel XI aus: Christoph Jacob Trew: Plantae Selectae, Nürnberg/Augsburg 1771 Germanisches Nationalmuseum, Bibliothek

Peter Neumann verstorben

Peter Neumann verstorben

Am 7. August 2021 verstarb im Alter von 94 Jahren unser Ehrenmitglied Peter Neumann.

Geboren am 20. September 1926 in Leipzig, war Peter Neumann nach Schriftsetzerlehre und Studium an der Münchner Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker seit 1953 in der Druckbranche tätig, zuletzt, bis 1991, als Geschäftsführer der sdv Saarbrücker Druckerei und Verlag GmbH. In den berufsständischen Verbänden der Druckindustrie und des Buchhandels engagierte er sich außerdem. 1990 bekam er das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Darüber hinaus war er aktives Mitglied nicht nur bei den Bibliophilen, sondern unter anderem auch im Internationalen Arbeitskreis Druck- und Mediengeschichte und in der Lichtenberg-Gesellschaft.

Im Mai 1952 wurde er Mitglied der Gesellschaft der Bibliophilen, für die er vielfach segensreich und verdienstvoll gewirkt hat, als Organisator wie auch als Schreibender. Hervorgehoben sei hier nur die von ihm verfasste, 1999 erschienene Chronik der GdB.

Mit Peter Neumann verlieren wir einen außergewöhnlichen Menschen. Bis zuletzt pflegte er als Sammler, Mentor und kritischer Geist aktiven Austausch mit seinen Wegbegleitern. Nun ist er entschlafen. Unser Beileid gilt den Familienangehörigen. Auch wir vermissen ihn.

Ein ausführlicher Nachruf folgt in der Herbstausgabe der Wandelhalle für Bücherfreunde.

 

Eloquent und humorvoll – Peter Neumann bei den Feierlichkeiten zu seinem 90. Geburtstag. Foto © Silvia Werfel

Mainz: Nachhaltigkeit in der Buchbranche

Mainz: Nachhaltigkeit in der Buchbranche

«LONGDRINKS meets JOUR FIXE»
26. August 2021, 18:00 Uhr
Salon 3SEIN, Große Bleiche 60–62, 55116 Mainz

Die beiden beliebten Veranstaltungsreihen Longdrinks und Jour Fixe der Freunde Gutenbergs sind zusammengelegt worden. Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V. und die Gutenberg Stiftung laden nun zu Longdrinks meets Jour Fixe zum Thema «Nachhaltigkeit in der Buchbranche» ein.

Denkanstöße dazu liefert Annika Nasel als Gastrednerin. Sie hat kürzlich ihr Studium mit einer Bachelorarbeit unter dem Titel «Nachhaltigkeit als Marketingstrategie? – Analyse der Aktion #ohneFolie» abgeschlossen. In einem Kurzvortrag gibt sie eine Einführung in das Thema aus Sicht der Buchbranche und stellt innovative Ideen und Lösungsansätze vor.

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter:
info@gutenberg- gesellschaft.de oder
telefonisch unter 06131-226420.

 

Dr. Julia Bangert – neue Spitze für den Freundeskreis Gutenberg

Dr. Julia Bangert – neue Spitze für den Freundeskreis Gutenberg

Dr. Julia Bangert ist promovierte Buchwissenschaftlerin und seit 2017 Geschäftsführerin der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz. Nun übernimmt sie zusätzlich die Leitung des Freundeskreises Gutenberg, tritt damit die Nachfolge von Leopoldine Chazeaud an. Durch die Führung von GG und Freundeskreis in Personalunion durch Dr. Bangert bauen die Förderorganisationen ihre Zusammenarbeit weiter aus, verkürzen Arbeitswege und legen Kompetenzen zusammen. Die gewonnene Effizienz kommt dem Museum und seinen Freunden zugute.

Dr. Julia Bangert tritt die Stelle mit Schwung und vielen Ideen an. Ihren Einstand gibt sie mit der Einrichtung eines öffentlichen Auftritts für den Freundeskreis: Gemeinsam mit der Gutenberg-Gesellschaft ist der Freundeskreis ab sofort in Gutenbergs Werkstatt in der lulu, dem ehemaligen Karstadtgebäude, zu finden. Wer mag, kann dort auf einer kleinen Handabzugspresse selbst einen Druck herstellen. Außerdem werben die Förderorganisationen gemeinsam für das Gutenberg-Museum und den Druckladen und informieren über die Pläne der Stadt für einen Neubau des Museums.

Der Freundeskreis Gutenberg ist ein lockerer Zusammenschluss von Spendern, die sich zu einer regelmäßigen – in der Höhe frei wählbaren – Unterstützung des Museums verpflichten. Dafür werden die GUTEN FREUNDE regelmäßig per Newsletter über alle Fortschritte informiert. Sie haben freien Eintritt ins Gutenberg-Museum und besuchen exklusiv die Veranstaltungen des Freundeskreises.

Mehr Informationen hier:
https://www.gutenberg-stiftung.de

 

Bild: Dr. Julia Bangert
Foto © Markus Kohz

Weitere Führungen durch die Ausstellung «Noten für die Welt» im Gutenberg-Museum

Gutenberg-Museum: «Noten für die Welt»

Noten für die Welt.
Eine Ausstellung zur Notationsgeschichte anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Mainzer Schott-Verlages
bis 7. November 2021

Mit hochkarätigen Leihgaben aus der Bayerischen Staatsbibliothek München, dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg sowie aus dem Verlagsarchiv und der Sammlung des Gutenberg-Museums würdigt das Mainzer Gutenberg-Museum das 250-jährige Jubiläum des international renommierten Musikverlages Schott Music GmbH & Co. KG mit einer Ausstellung zur Notationsgeschichte. Einen Höhepunkt der Ausstellung bildet die selten gezeigte Original-Handschrift von Richard Wagners Meistersinger-Partitur, die vom Germanischen Nationalmuseum entliehen werden konnte.

Führungen finden statt an folgenden Tagen:
Dienstag, 10. August, 15.00 Uhr
Mittwoch, 18. August, 15.30 Uhr
Dienstag, 24. August, 12.30 Uhr
Mittwoch, 1. September, 15.30 Uhr
Dienstag, 7. September, 15.30 Uhr
Mittwoch, 15. September, 15.30 Uhr

Eine Anmeldung wird unter folgenden Kontaktdaten erbeten:
Telefonisch: 06131 / 123411
per E-Mail: besuch.gm@stadt.mainz.de

 

Bild: Noten für die Welt.
© Gutenberg-Museum Mainz

Museum für Druckkunst: Die Anfänge der Schriftherstellung in Ostasien und Europa

Museum für Druckkunst: Die Anfänge der Schriftherstellung in Ostasien und Europa

Kabinettausstellung im Museum für Druckkunst, Leipzig:
Ton – Holz – Blei
Die Anfänge der Schriftherstellung in Ostasien und Europa

bis 12. September 2021

Schriftzeichen verwenden die Menschen seit über 7000 Jahren, gedruckt werden sie erst seit ein paar Jahrhunderten. Die Vervielfältigung von Texten beschleunigte weltweit die Verbreitung von Informationen und Wissen. Mit dem lateinischen Alphabet hatte Johannes Gutenberg ganz andere Voraussetzungen für die Erfindung des Buchdrucks (bzw. der Typografie) als Bi Sheng in China mit einem mehrere tausend Zeichen umfassenden Schriftsystem.

Johannes Gutenberg erfand um 1450 ein neuartiges System zur Textvervielfältigung, dessen Kern einzelne, wiederverwendbare Schrifttypen waren. Damit löste er eine europäische Medienrevolution aus. Doch in Asien wurde lange vorher mit Lettern aus Ton und später aus Holz und Metall experimentiert. Dennoch dominierte dort bis ins späte 19. Jahrhundert der Holztafeldruck. Die Ausstellung vergleicht die Schriftherstellung auf beiden Kontinenten und verdeutlicht, wie bedeutend Gutenbergs Ingenieursleistung war. Denn sein Handgießinstrument ermöglichte erstmals eine präzise Serienproduktion, die mit den asiatischen Techniken nicht zu erreichen war.

Eine Ausstellung im Rahmen der Kooperation China in Leipzig mit der Universitätsbibliothek Leipzig, dem Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, dem Museum für Druckkunst und dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Der gemeinsame Katalog Buchkultur in China. Leipziger Spuren, herausgegeben von der Universitätsbibliothek, ist im Museumsshop erhältlich. Verlagsausgabe 22 € – Museumsausgabe 12 €.

Tickets für den Museumsbesuch gibt es vor Ort oder online:
https://www.druckkunst-museum.de/de/termin/ticket-buchen-museumsbesuch.html

 

Bild: Letternbaum aus Metall (Sandgussverfahren).
Aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig.
© Museum für Druckkunst, Leipzig

Offizin S: 101 Gedichtplakate

Offizin S: 101 Gedichtplakate

Ausstellung mit Verkauf
im Literaturhaus Liechtenstein
Poststraße 27, 9494 Schaan
bis Ende August 2021

Feine Papiere, feinster Handsatz und Buchdruck, sensible Textkunst und Typografie: Noch bis Ende August 2021 ist im Literaturhaus Liechtenstein in Schaan eine Auswahl der 101 Gedichtplakate aus Siegfried Höllrigls Offizin S. (Meran) zu sehen. Bislang sind die ersten beiden von insgesamt vier geplanten Mappen erschienen, die dritte ist in Arbeit. Die Gedichte der zweiten Mappe widmen sich dem Themenkomplex Zeit-, Gesellschafts- und Selbstkritik. Alle Gedichtplakate sind von den Autorinnen und Autoren signiert, unter ihnen sind Kurt Aebli und Gabrielle Alioth, Beat Brechbühl, Hans Magnus Enzensberger, Friederike Mayröcker, Martin Walser und Joseph Zoderer. – Einladung, Sprache neu zu sehen.

In der Herbstausgabe der Wandelhalle wird die Offizin S., Werkstatt für Literatur, Typographie und Graphik, näher vorgestellt.

 

Das Bild zeigt das Gedichtplakat No. 27,
Gabrielle Alioth: Behind me / Hinter mir und East Wind / Ostwind
Foto: Stefan Tschurtschenthaler 

 

Auszeichnung für Dr. Annette Ludwig

Auszeichnung für Dr. Annette Ludwig

Der Senat der European Academy of Sciences and Arts (EASA) mit Sitz in Salzburg hat Dr. Annette Ludwig als ordentliches Mitglied berufen. Der amtierende Präsident der Akademie übermittelte die ehrenvolle Berufung in einen Kreis von Wissenschaftlern, Kulturschaffenden, Künstler:innen und Geistlichen, die sich durch herausragende, international sichtbare Leistungen qualifiziert haben. Die berufenen Mitglieder, darunter 32 Nobelpreisträger, beraten im Rahmen ihrer Kernkompetenzen Wirtschaft, Politik und Interessensgruppen in Fragen der Kultur, Kunst, Gesellschaftsentwicklung, Medizin und Zukunftsfähigkeit. Sie werden vom Kerngedanken der Einheit eines weltoffenen Europas geleitet.

Die Kulturdezernentin Marianne Grosse sagt hierzu: «Wir freuen uns ganz besonders für Frau Dr. Ludwig, weil damit auch ihr großes Engagement für die Künste in verschiedensten Gremien, internationalen Netzwerken sowie Forschung und Lehre gewürdigt wird.» Und Oberbürgermeister Michael Ebling ergänzt: «Für unsere Stadt ist diese Auszeichnung ein weiterer wichtiger Impuls, der uns darin bestärkt, weiter in unser Weltmuseum der Druckkunst in Mainz zu investieren und die gute Arbeit der Museumsdirektorin zu unterstützen.»

Dr. Annette Ludwig, die seit Mai 2010 als Direktorin des Mainzer Gutenberg-Museums wirkt, freut sich über die hohe Auszeichnung ganz besonders: «Die Berufung ermöglicht den Austausch und Dialog mit renommierten Akademie-Mitgliedern aus den verschiedenen europäischen Ländern, dem ich mit großer Vorfreude entgegen sehe. Er wird insbesondere für die Institution, die ich beruflich vertrete, gewinnbringend sein.»

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung!

 

Bild: Dr. Annette Ludwig
Foto © Carsten Costard

Großspende von historischer Dimension für das Gutenberg-Museum

Großspende von historischer Dimension für das Gutenberg-Museum

Durch einen lange gepflegten Kontakt konnte die Direktorin des Gutenberg-Museum (und Erste Vorsitzende der Gesellschaft der Bibliophilen), Dr. Annette Ludwig, eine private Großspende in Höhe von einer Million Euro für das Gutenberg-Museum akquirieren. Diese Spende ist mit ihrer Tätigkeit als Museumsdirektorin verbunden. Ziel der Zuwendung ist, die Erträge dieser Million für gezielte Ankäufe zu verwenden, um die Attraktivität des Gutenberg-Museums weiter zu steigern und die Arbeit des Weltmuseums der Druckkunst zu fördern. Der Spender möchte ungenannt bleiben.

Aufgrund der herausragenden Summe entschieden sich Direktorin, Stifterperson und Finanzverwaltung der Stadt auf ausdrücklichen Wunsch des Spendenden eine unselbstständige Stiftung der Stadt Mainz zu gründen. Der Stiftungsvorstand besteht aus der jeweils amtierenden Museumsleitung, der Kulturdezernentin bzw. dem Kulturdezernenten sowie der Stiftungsdezernentin bzw. dem Stiftungsdezernenten der Stadt Mainz.

Es handelt sich um die größte private Einzelspende seit Bestehen des Gutenberg-Museums, es ist somit eine «historische Spende» für ein kommunales Museum, für die Museumslandschaft in Mainz und in Rheinland-Pfalz. Dr. Annette Ludwig: «Dieser Vertrauensbeweis bedeutet mir sehr viel und ich bin sehr dankbar, dass dem Gutenberg- Museum hierdurch langfristig neue Perspektiven eröffnet werden.»

 

Bild:
Gutenberg-Büste vor dem Gutenberg-Museum – eine Schenkung des finnischen Bildhauers Professor Wäinö Aaltonen anlässlich der Eröffnung des Neubaus 1962.
© Landeshauptstadt Mainz

 

 

 

Judith Schalansky mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig und einer Kabinettausstellung geehrt

Judith Schalansky mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig und einer Kabinettausstellung geehrt

23. Juni 2021 bis 30. Januar 2022
Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Nationalbibliothek in Leipzig

Anlässlich der Verleihung des Gutenberg-Preises der Stadt Leipzig an die Autorin, Buchgestalterin und Herausgeberin Judith Schalansky widmet das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek der Preisträgerin eine Kabinettausstellung, die unter dem Titel Unendliche Weiten eine einzigartige Syntheseleistung im Bereich der Buchkultur würdigt. Einladung, in die Natur zu reisen und in einen facettenreichen Themen- und Bilderkosmos: von Flora und Fauna über das Weltall und ans Meer bis in die Tiefen biologischer und geografischer Wissenswelten.

Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!

Mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig werden seit 1959 im Gedenken an Johannes Gutenberg Persönlichkeiten und Einrichtungen geehrt, die sich laut Satzung «durch hervorragende, beispielgebende Leistungen um die Förderung der Buchkunst verdient machen». Seit 1993 wird er im jährlichen Wechsel mit dem gleichnamigen Preis der Stadt Mainz verliehen.

Gutenberg-Museum: Kabinettausstellung «Unsere Schönsten …: Die Bücher der Kelmscott Press»

Gutenberg-Museum: Kabinettausstellung «Unsere Schönsten …: Die Bücher der Kelmscott Press»

Kabinettausstellung im Gutenberg-Museum Mainz
bis 24. September 2021
Einzigartige Monumente der Buchkunst schuf im 19. Jahrhundert der britische Buchkünstler William Morris (1834–1896) in seiner Privatdruckerei Kelmscott Press. Ein ganz besonderes Buch ist der Kelmscott Chaucer, eine mit zahlreichen Ornamenten ausgestaltete Ausgabe des Gesamtwerks des spätmittelalterlichen Autors Geoffrey Chaucer. Diese und andere außergewöhnliche Bücher der Kelmscott Press zeigt die Ausstellung.

Ulla Reske stellt drei besondere Buchkunstwerke in Sonderführungen vor:

Samstag, 26. Juni, 14:15 Uhr
Kelmscott-Chaucer

Samstag, 24. Juli, 10:15 Uhr
Algemon Charles Swinburnes Atalanta in Calydon

Mittwoch, 8. September, 12:15 Uhr
Thomas Morus’ Utopia

 

Bild:
The Works of Geoffrey Chaucer (1896) mit Illustrationen von Edward Burne-Jones. © Gutenberg-Museum 

 

Drei «Förderpreise für junge Buchgestaltung» vergeben

Drei «Förderpreise für junge Buchgestaltung» vergeben

Stiftung Buchkunst 2021

Für «besonders innovative, zukunftsweisende Konzepte zur gestalterischen Weiterentwicklung des Mediums Buch» vergibt die Stiftung Buchkunst alljährlich drei mit 2000 Euro dotierte Förderpreise. Im Jahr 2021 gehen sie an diese, alle im Eigenverlag erschienenen Titel:

Virginie Calvet, Felix Hunger
Zwischen Euphrat und Tigris Archiv einer dekonstruierten Destruktion

Alissa Verj, Suki Su
Culture Switch: Russland und China treffen Deutschland

Margaret Atwood u.a.
Eine Sammlung zu Margaret Atwoods The Handmaid‘s Tale
Gestaltung: Kristina Hilse

Faltblatt zum Download:
_StiftungBuchkunst_Foerderpreis21

 

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / Foto: Uwe Dettmar

«Die schönsten deutschen Bücher 2021» sind gewählt

«Die schönsten deutschen Bücher 2021» sind gewählt

«Vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung»:
633 Bücher wurden zum Wettbewerb der Stiftung Buchkunst eingereicht. In einem aufwendigen zweistufigen Jurierungsverfahren kürten die insgesamt 14 Jurorinnen und Juroren die 25 Schönsten deutschen Bücher des Jahres 2021.

In diesen fünf Kategorien werden jeweils exakt fünf Preisträger bestimmt:
Allgemeine Literatur
Wissenschaftliche und Fachbücher, Schul- und Lehrbücher
Ratgeber, Sachbücher
Kunst- und Fotobücher, Ausstellungskataloge
Kinder- und Jugendbücher

Die prämierten Titel sind gleichzeitig für den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst nominiert. Das Geheimnis um dieses allerschönste deutsche Buch wird bei der Preisverleihung am 3. September 2021 gelüftet.

Faltblatt mit den gekürten Büchern zum Download:
_StiftungBuchkunst_DSDB21_Praemierte

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar

Bibliophile Zeitschrift «Marginalien» beim 57. ADC-Wettbewerb ausgezeichnet!

Bibliophile Zeitschrift «Marginalien» beim 57. ADC-Wettbewerb ausgezeichnet!

Die herzlichsten Glückwünsche an Chefredakteur Till Schröder, Gestalter Matthias Gubig und an das gesamte Redaktionsteam der Marginalien! Die viermal jährlich erscheinende Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft ist im diesjährigen Wettbewerb des Art Directors Club für Deutschland (ADC) in der Kategorie «Editorial Magazin/Jahrgang» mit einem Bronzenen Nagel ausgezeichnet worden. Insgesamt wurden in dieser Kategorie drei Bronzene Nägel vergeben. Die beiden anderen Preisträger sind die Design-Zeitschrift form und die Zeitschrift der Wochenzeitung ZEIT, das ZEIT-Magazin. Goldene und Silberne Nägel wurden in diesem Jahr von der Jury nicht verliehen.

Der Art Directors Club für Deutschland ist ein unabhängiger Verein; sein Ziel ist es, exzellente kreative Kommunikation zu finden und zu fördern. Er vereint die führenden Köpfe der kreativen Kommunikation: renommierte Designer, Journalisten, Architekten, Szenografen, Fotografen, Illustratoren, Regisseure, Komponisten, Produzenten, Spezialisten für digitale Medien und Werber. Einmal jährlich organisiert der Club das ADC Festival. Im Rahmen des Festivals werden die Gewinner des ADC Wettbewerbs und des Nachwuchswettbewerbs ausgewählt und ausgezeichnet.

Foto: Silvia Werfel

50 Jahre Reiss & Sohn – Raritäten zum Jubiläum

50 Jahre Reiss & Sohn – Raritäten zum Jubiläum

Frühjahrsauktionen bei Reiss & Sohn in Königstein/Taunus
6. bis 8. Mai 2021

Bereits seit 50 Jahren versteigert Reiss & Sohn bibliophile Schätze vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Heute zählt das Auktionshaus zu den weltweit führenden Adressen seines Fachs. Gegründet 1971 in der Gutenbergstadt Mainz, konnten seither mehr als 200 erfolgreiche Auktionen mit hochwertigen antiquarischen Büchern, Handschriften, Landkarten, Graphik und Photographie von Godebert und Clemens Reiss abgehalten werden. 

Zum feierlichen Anlass erscheint zusätzlich zu den zwei umfangreichen Auktionskatalogen mit Büchern und Graphik ein Sonderkatalog mit 80 außergewöhnlich schönen, seltenen und bedeutenden Büchern und Handschriften des 15. bis 19. Jahrhunderts, darunter rund 50 Inkunabeln. Insgesamt kommen an vier Tagen rund 3100 Lose zum Aufruf, die von Bibliophilen rund um den Globus auch online live beboten werden können.

 

Zeit zu drucken – im Museum für Druckkunst

Zeit zu drucken – im Museum für Druckkunst

Museum für Druckkunst, Leipzig
11. April bis 13. Juni 2021
Statt der geplanten Ausstellungseröffnung wird am 9. April ein Video über das Artist in Residence Programm auf dem YouTube-Kanal des Museums veröffentlicht.

Ausstellungsbesuch:
Interessierte sind gebeten, das Museum im Vorfeld unter 0341-231 620 oder info@druckkunst-museum.de zu kontaktieren.
Besucherinnen und Besucher ab 8 Jahre müssen ein tagesaktuelles negatives Corona-Testergebnis vorlegen.

«Zeit zu drucken» hatten Diogo deCalle, Petra Schuppenhauer, Sebastian Speckmann und Lisa Wilkens im Rahmen eines jeweils vierwöchigen Arbeitsaufenthaltes im Museum für Druckkunst Leipzig. Zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 setzten sie ihre zeitgenössischen Projekte in den verschiedenen Drucktechniken an historischen Pressen um.
Die Ergebnisse dieses von der Giesecke+Devrient Stiftung 2020 erstmals ausgelobten Programms sind nun im Museum zu sehen, ergänzt durch weitere Arbeiten der vier Artists in Residence.

Foto:
v.l.n.r.: Lisa Wilkens, Diogo deCalle, Sebastian Speckmann, Petra Schuppenhauer. © Museum für Druckkunst Leipzig

 

Das Buchbinderhandwerk ist immaterielles Kulturerbe

Das Buchbinderhandwerk ist immaterielles Kulturerbe

Im Jahr 2018 wurden die Künstlerischen Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Nun hat auch das Buchbinderhandwerk Aufnahme in dieses Verzeichnis gefunden. «Wir sind stolz, dass auf unseren Antrag hin das Buchbinderhandwerk […] diese besondere Würdigung erfährt», so Maik Beckmann, Vorsitzender des Bund Deutscher Buchbinder, Aachen.

Den Bibliophilen sind die Tätigkeitsfelder der Buchbinder vertraut – die Kommission erläutert: Neben dem Binden unterschiedlichster Druckerzeugnisse gehören dazu auch «die Erhaltung von Kulturgut durch Reparatur und Restauration» sowie «die kunsthandwerkliche Fertigung von Bucheinbänden».
https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/buchbinderhandwerk

«Mit der Anerkennung verbunden sehen wir eine große Chance, unsere Tätigkeiten einer größeren Öffentlichkeit näherzubringen. Sie unterstreicht einmal mehr die gesellschaftliche Bedeutung, die Individualität und Einzigartigkeit des Handwerks – im Kontrast zur industriellen Massenproduktion», so Maik Beckmann, Vorsitzender des Bund Deutscher Buchbinder, Aachen.

Foto: ©  Bund Deutscher Buchbinder e.V.

 

In eigener Sache: Jahrestreffen in Weimar ins Jahr 2022 verschoben

In eigener Sache: Jahrestreffen in Weimar ins Jahr 2022 verschoben

Aufgrund der Pandemie-bedingt immer noch schwierig einzuschätzenden Situation hat der Vorstand der Gesellschaft der Bibliophilen schweren Herzens beschlossen, das für Juni 2021 geplante Jahrestreffen in Weimar erneut um ein Jahr zu verschieben.

Mehr Informationen gibt es in Kürze in der Rubrik Begegnungen/Jahrestreffen.

Park an der Ilm
Foto: © Matthias Eckert / weimar GmbH

 

In eigener Sache: Sammelordner für die Wandelhalle

In eigener Sache: Sammelordner für die Wandelhalle

Michael Hempel gestaltet für die Gesellschaft der Bibliophilen das Jahrbuch Imprimatur und die Ausgaben der Wandelhalle für Bücherfreunde. Für die Wandelhalle hat er einen schönen und praktischen Sammelordner entworfen – die Sammelordner sind nun fertig produziert und können ab sofort in der Geschäftsstelle bestellt werden.

Informationen in diesem PDF:
Bestellinfos_WH-Sammelordner

 

Buchtüten – Werbung für das Buch

Buchtüten – Werbung für das Buch

Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat der Leipziger Verleger und Buchwissenschaftler Mark Lehmstedt Tüten, Taschen und Beutel gesammelt, die in irgendeiner Weise der Welt Gutenbergs, dem gedruckten Buch und seinem lesenden Publikum gewidmet sind. Aus Anlass seines 60. Geburtstages hat er seine etwa 3000 Exemplare umfassende Sammlung von Buchtüten dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig übergeben.

Zur Sammlung ist eine Publikation erschienen. Eine Auswahl von mehr als 550 der schönsten, interessantesten, originellsten Buchtüten aus dem gesamten deutschen Sprachraum – und einige herrlich misslungene – bietet einen Überblick über die verblüffende Vielfalt der Motive und Gestaltungen.

Mark Lehmstedt: Buchtüten. Werbung für das Buch
Leipzig: Lehmstedt Verlag 2021. 20 €

Foto: PUNKTUM, Bertram Kober

 

Kinetische Bücher

Kinetische Bücher

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der DNB hat eine Sammlung kinetischer Bücher erworben.

Eine Kollektion mit Alleinstellungsmerkmal: Mehr als 4200 Pop-Up-Bücher umfasst die nun erworbene Sammlung Hartung. Die Druckwerke aus dem 15. (Faksimiles) bis 21. Jahrhundert erschaffen durch Aufklapp-, Falt-, Schiebe- oder Ausschnitt-Techniken ganz verschiedenartige Illusionen von Räumlichkeit und Bewegung aus Papier. Als Vertreter einer analogen, rein papiernen Multimedialität sind sie Vorboten der digitalen Multimedialität. Sie verbinden wie diese Bild, Bewegung, Text, ja sogar Ton.

Die Sammlung umfasst englisch- und deutschsprachige Titel. Darüber hinaus gibt sie Einblicke in die Produktion in zahlreichen anderen europäischen und außereuropäischen Sprachen. In ihr sind alle wesentlichen Größen des «Papieringenieurwesens» aus Vergangenheit und Gegenwart vertreten, z.B. Vojtěch Kubašta (CZ), Kees Moerbeek (NL), S. Louis Giraud (GB), Raphael Tuck (GB), Geraldine Clyne (US), Robert Sabuda (US), Matthew Reinhart (US) oder Ron van der Meer (NL).

Bild:
Aufgeklappte Darstellung des Reichstagsgebäudes in:
Michael Lewitscharoff (Hg.): Das Berlin-Paket. München 2001.
Foto: PUNKTUM, Bertram Kober

 

Antiquaria-Preis 2021 für Olaf Wegewitz

Antiquaria-Preis 2021 für Olaf Wegewitz

Der Buchkünstler Olaf Wegewitz wird mit dem 27. Antiquaria-Preis ausgezeichnet. Den seit 1995 verliehenen, mit 10 000 Euro dotierten Preis stiften der Verein Buchkultur e.V., die Stadt Ludwigsburg und die Wiedeking Stiftung Stuttgart.

Das buchkünstlerische Schaffen von Olaf Wegewitz hat seinen Ursprung in der eigenständigen Buchkunstszene der DDR, nimmt aber Anregungen aus der ganzen Welt auf. Bis heute hat er diesen Ansatz unbeirrt weiterverfolgt und entfaltet. In seinen komplexen Buchobjekten und Objekt-Büchern scheint so etwas wie der abenteuerliche Reiz des Bücherlesens schlechthin eingefangen: das Geheimnis des Umblätterns. Schwarz-Weiß und Farben, Schriften und Zeichen, Flächen und Hohlräume – dabei oftmals Inhalte außereuropäischer Kulturen aufgreifend – verbinden sich zu einem erstaunlichen papierenen Kosmos voller Bezüge auf Naturphänomene und Kulturtechniken. Seine Betrachtung wirkt überraschend wie eine allererste Begegnung mit einer sagenhaften Kostbarkeit: dem Buch. (aus der Jurybegründung)

Die Preisverleihung am Donnerstag, den 28. Januar 2021, 20:15 Uhr, kann aus den bekannten Gründen nicht im «Podium» der Musikhalle Ludwigsburg stattfinden. Stattdessen gibt es virtuell Einführungen in das Werk von Olaf Wegewitz durch seinen Laudator Ingo Schulze sowie durch Akka und Wulf D. von Lucius.
Sobald Veranstaltungen wieder möglich sind, wird die Preisverleihung nachgeholt.
Virtuell:
www.antiquaria-ludwigsburg.de

Foto © Olaf Wegewitz

 

Virtuell: (35.) Antiquaria Ludwigsburg

Virtuell: (35.) Antiquaria Ludwigsburg

«Antiquaria mutationis – Bücher, die die Welt verändern!» – so heißt das Rahmenthema der Antiquaria 2021, die Corona-bedingt im Wesentlichen aus dem Katalog besteht. Fast alle Ausstellerinnen und Aussteller, die sich im Januar 2021 gern in der Musikhalle präsentiert hätten, beteiligen sich an ihm. Es gilt die neue, der Situation der nicht real stattfindenden Messe angepasste Regel: Alle Angebote können nach Erscheinen des Katalogs sofort erworben werden!
Katalog-Download auf www.antiquaria-ludwigsburg.de.

Donnerstag, 28. Januar 2021, 15 Uhr: Eröffnung der virtuellen Antiquaria durch die Veranstalterin – mit einem aktuellen Angebot der Ausstellerinnen und Aussteller, ab 15 Uhr unter  www.antiquaria-ludwigsburg.de

Abbildung:
Mit 90 Holzschnitten, 3 Kupferstichen und 9 beweglichen ‹Pop-ups› veranschaulicht Salomon de Caus in seinem Buch La pratique et demonstration des horloges solaires (1624), wie  Sonnenuhren funktionieren.
© Florisatus Fine Books, Manuscripts & Musicalia, Den Haag

 

Neujahrsgrüße

Neujahrsgrüße

Der Weihnachtsmann macht nun Pause und der Jahreswechsel naht …
Ein wunderbares, gutes, gesundes (!) neues Jahr 2021
voll Zuversicht und guten Mutes
wünscht
Silvia Werfel, Schriftführerin der GdB

 

Artur Dieckhoff 13. 5. 1948 – 21. 11. 2020

Artur Dieckhoff 13. 5. 1948 – 21. 11. 2020

Die Bibliophilen haben ihn beim Jahrestreffen 2016 in Hamburg kennengelernt: im Hamburger Museum der Arbeit und in Glückstadt bei der Druckerei J. J. Augustin – Artur Dieckhoff, den größten Setzer Hamburgs, als solcher «selbst immaterielles Kulturerbe», genauso wie die Handwerkskünste des Setzens, Druckens und Holzschneidens, die er meisterhaft ausübte, ja verkörperte.

Er war vieles: «Zehnkämpfer, Holzschneider mit der Lieblingsfarbe Bunt, Gründer der Schwarzen Kunst. Frauenverehrer und von Frauen Verehrter, Museninspirator und inspiriert von Musen. Kartenleger und Wortspieler. […] Neuerfinder des farbigen Holzschnitts in verlorener Form. Staubaufwirbler im Museum. Berufsschullehrer und Vertrauensmensch. Großer Pädagoge der Kunst als Handwerk.» (aus dem Nachruf von Jürgen Bönig und Matthias Taube)

Am 21. November 2020 verstarb Artur Dieckhoff nach langer Krankheit in einem Hospiz in Hamburg-Altona. In den Herzen derer, die ihn kannten und liebten, lebt er weiter – auch in seinen Büchern, darunter Die Hamburger StadtElephanten, Der Druckfehlerteufel, Johannes und das Blaubeerschwein und das herausragende Projekt Zwiebelfische mit Jimmy Ernst, der Druckerei J. J. Augustin und dem chinesischen Setzzirkel als Protagonisten (Buch und preisgekrönte DVD).

Foto © Klaus Raasch (2012)

Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff an Max Uhlig

Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff an Max Uhlig

In kleinstem Rahmen wurde am 20. November 2020 in Chemnitz der Dresdener Maler und Zeichner Prof. Max Uhlig mit dem Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz geehrt.

Max Uhlig wurde am 23. Juni 1937 in Dresden geboren. Nach seinem Studium (1955–1960) an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei den Professoren Hans Theo Richter und Max Schwimmer wurde er Meisterschüler von Hans Theo Richter an der Akademie der Künste zu Berlin. Zunächst wurde Uhlig ausschließlich als Grafiker bekannt, der unter anderem mit Carlfriedrich Claus, Dieter Goltzsche, Charlotte E. Pauly und Hans Theo Richter zusammen- und vor allem für sie arbeitet: Seinen Lebensunterhalt verdiente der Künstler bis in die späten 1970er Jahre als Drucker für seine Kollegen und als Lohndrucker für einen Grafikverleger. 1978 präsentierte er im Kupferstichkabinett Dresden erstmals auch seine charakteristischen Gemälde, Porträts, Alltags- und Landschaftsmotive in expressiven Rhythmus; die Kunstwelt würdigt ihn als «einen der letzten Vertreter der Freilichtmalerei in der modernen Kunst».

Foto © Georg Ullrich Dostmann / Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff: Prof. Max Uhlig bei der Übergabe des Kunstpreises

Hessischer Kulturpreis 2020 für das Caricatura Museum Frankfurt und die Caricatura Galerie Kassel

Hessischer Kulturpreis 2020 für das Caricatura Museum Frankfurt und die Caricatura Galerie Kassel

In ihrem Schreiben an Museumsleiter Achim Frenz teilen Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn am 18. November 2020 mit:

«Mit dem Hessischen Kulturpreis, der mit insgesamt 45 000 Euro der höchstdotierte Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland ist, wird Ihr Engagement rund um das Genre der Karikatur gewürdigt, das durch Ihr verdienstvolles Wirken eine Strahlkraft hat, die weit über die hessischen Landesgrenzen hinausgeht. Mit zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Europa und auch auf anderen Kontinenten geben Sie den Künstlerinnen und Künstlern und somit der Vielfalt der Karikatur und der Komik eine Bühne und eine Plattform, die ihresgleichen sucht. […] Dabei ist gerade die Karikatur eines der Sinnbilder der Meinungsfreiheit, um der Welt, der Politik und der Gesellschaft fehlerhaftes Handeln und vermeintliche Schwächen auf künstlerische Weise expressiv aufzuzeigen.»

Die feierliche Verleihung des Preises wird aufgrund der Pandemie erst nächstes Jahr stattfinden.

Foto: Caricatura Museum
Den Grundstock der Sammlung in Frankfurt bilden die Arbeiten von F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und Hans Traxler und F. K. Waechter, die mit den Autoren Bernd Eilert, Eckard Henscheid und Pit Knorr die Neue Frankfurter Schule (NFS) bilden. Sie werden im Obergeschoss des Museums in Frankfurt präsentiert. Unten sind wechselnde Ausstellungen zu sehen.

 

 

Christian Scheffler 7. 11. 1936 – 6. 11. 2020

Christian Scheffler 7. 11. 1936 – 6. 11. 2020

Am 6. November 2020 verstarb Christian Scheffler, der langjährige Leiter des Klingspor Museums in Offenbach.

1936 in Schlesien geboren, aufgewachsen in Darmstadt, sammelte er nach dem Studium der Fächer Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte erste Berufserfahrungen an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main (zuletzt als Bibliotheksoberrat), bevor er 1977 zum Leiter des renommierten Klingspor Museums für Schrift- und Buchkunst in Offenbach berufen wurde.

Seine Leidenschaft gehörte zum einen der zeitgenössischen Kunst in Form von Künstlerbüchern – schon vor dem Mauerfall pflegte er Kontakte zur Künstlerbuchszene der DDR und förderte den Austausch – zum anderen der asiatischen, vor allem japanischen Schriftkunst (Sho). Für dieses Engagement, dem die Sammlung des Klingspor Museums zahlreiche Schriftrollen verdankt, wurde Christian Scheffler sogar in Japan ausgezeichnet. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehört der Eintrag zur Geschichte der Handschrift im Handbuch Schrift und Wirklichkeit (Berlin, New York 1994). – Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben 2001 blieb er der Schrift- und Buchkunst aufs engste verbunden.

Es «bleibt die Erinnerung an einen immer umgänglichen, zugewandten Kollegen, besonders auch die an einen fachlich ausgesprochen versierten Kenner seines Fachs», so sein Nachfolger Stefan Soltek.

Foto: Silvia Werfel (1992)

Pandemie: Kinos und Museen im November geschlossen

Pandemie: Kinos und Museen im November geschlossen

Einen Blick hinter die Kulissen der New Yorker Szene der Antiquare und Buchhändler bietet der in unseren Notizen bereits angekündigte Kinofilm The Booksellers – Aus Liebe zum Buch von D. W. Young – abgebildet sind hier Heather O’Donnell und Rebecca Romney. Pandemie-bedingt kommt es nun zu Änderungen im Programm.

Am 29. Oktober 2020 ist der offizielle Kinostart. Der Film wird genau vier Tage in den Kinos sein, bevor die Corona-Maßnahmen am Montag, den 2. November, in Kraft treten. Sobald die Kinos wieder öffnen dürfen, wird es auch hier wieder möglich sein, The Booksellers im Kino zu erleben.

Bis einschließlich Sonntag, den 1. November 2020, werden alle bisher angekündigten Premierenveranstaltungen und Sondervorführungen mit Gästen, wie geplant, stattfinden, so auch die Veranstaltung am 1. November in Kassel mit Sebastian Eichenberg. Alle weiteren Vorführungen und Podiumsdiskussionen werden verschoben.

Weitere Informationen zum Film sowie aktuelle Termine- und Kinostart-Updates hier:
http://www.mindjazz-pictures.de

 

Marbach: Peter Rühmkorf – Laß leuchten!

Marbach: Peter Rühmkorf – Laß leuchten!

25. Oktober 2020 bis 1. August 2021
im Schiller-Nationalmuseum, Marbach

Der vielfach preisgekrönte Lyriker Peter Rühmkorf (1929–2008) war lange Jahre in Hamburg an der Elbe zu Hause, doch seine Manuskripte ‹wohnen› bereits seit 1980 als sogenannter Vorlass im Deutschen Literaturarchiv, wo nun die Arno Schmidt Stiftung Rühmkorfs Leben und Werk mit der umfangreichen Ausstellung Laß leuchten! im Schiller-Nationalmuseum präsentiert.

Die Ausstellung zeigt Rühmkorfs Werk und sein Leben als Künstler und streitbarer Intellektueller in allen Facetten. Zentrales Element der Ausstellung ist der Raum der Gedichte, in dem zehn Gedichte Rühmkorfs in Großprojektionen inszeniert werden. Eine Auswahl weitgehend unbekannter Filmaufnahmen seiner Jazz-und-Lyrik-Programme aus mehreren Jahrzehnten ergänzt die Gedichtprojektionen.

Zusammen mit Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie verwandelt die Ausstellung die Marbacher Literaturmuseen bis zum 1. August 2021 in einen Ort, an dem die kleine literarische Form des Gedichts die Hauptrolle spielt und Besucher auf Poesie in unterschiedlichsten Erscheinungsweisen treffen – gereimt und gezählt, bewegt und still, laut und zart, dunkel und leuchtend.

Foto: DLA Marbach

Zwei Buchpremieren mit Ausstellung und Vorträgen in Basel

Zwei Buchpremieren mit Ausstellung und Vorträgen in Basel

29. Oktober bis 1. November 2020
Petra Rappo zeigt Originale und Skizzen und stellt zwei neue Bücher vor.
Im Projektraum M54 an der Mörsbergerstrasse 54 in Basel findet ein Veranstaltungszyklus mit zwei Buchpremieren, einer Ausstellung, Gesprächen und Lesungen statt. Im Zentrum stehen drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten und ihr Werk: die Biologin Regina Frey, die sich seit den 1970-er Jahren für die Rettung von Orang-Utans auf Sumatra einsetzt. Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller und Lyriker Franz Dodel. Und die Zeichnerin Petra Rappo, die mit Regina Frey und mit Franz Dodel zwei Bücher entwickelt hat:

Ginting und Ganteng. Eine gezeichnete Reportage über Orang-Utans auf Sumatra. Text: Regina Frey, Bilder und Buchgestaltung Petra Rappo (atlantis/Orell Füssli. Zürich 2020)
Meine Freundin, das Krokodil, mit schrägen und phantasievollen Gedichten von Franz Dobel (Petit Palais – die kleine Edition. Bern 2019)

Einladungskarte mit Programm zum Download:
_Einladungskarte_Rappo

Corona-Schutz: Alle Gäste sind jederzeit willkommen.
Eine Anmeldung ist empfehlenswert: buchvernissage@gmail.com

Die ausgestellten Originale und Skizzen sind käuflich.

Bild: Szene aus Ginting und Ganteng. © Petra Rappo

Museum für Druckkunst: From Futura to Future

Museum für Druckkunst: From Futura to Future

From Futura to the Future. International Letterpress Workers
bis 15. November 2020
im Museum für Druckkunst, Leipzig

Die Ausstellung zeigt rund 300 Werke von internationalen Druckkünstlerinnen und Druckkünstlern, die ganz in der Tradition des Bauhauses die Typografie als Mittel der Information, des Designs und der Kunst einsetzen. Die International Letterpress Workers treffen sich seit 2012 jährlich zu einem Workshop in Mailand. Dabei entstanden bisher u.a. Arbeiten zu den Themen A World without Electricity (2012), Let’s dance (2015), Borders (2014) und True/False (2019). Mit den Mitteln des klassischen Buchdrucks und einem Fundus an historischen Bleisatzschriften, Holzbuchstaben und Bildklischées geben sie aktuellen Themen ein zeitgenössisches Gesicht.

Im Museum für Druckkunst wird erstmals ein Überblick über acht Jahre intensive typografisch-künstlerische Zusammenarbeit präsentiert. Die Typo-Grafiken zeigen dabei nicht nur eine große künstlerische Vielfalt, sie spiegeln ebenso die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Künstlerinnen und Künstler wider. Mit den Mitteln des klassischen Buchdrucks und einem Fundus an historischen Bleilettern, Holzbuchstaben und Bildklischées geben sie aktuellen Themen ein zeitgenössisches Gesicht.

Bildrechte: Museum für Druckkunst, Leipzig

Rare Books & Fine Art – die virtuelle Antiquariatsmesse

Rare Books & Fine Art – die virtuelle Antiquariatsmesse

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es dieses Jahr keine «reale» Antiquariatsmesse auf der Frankfurter Buchmesse. Stattdessen besuche man die virtuelle Messe, und zwar hier:

https://www.rarebooks-fineart.com

Inzwischen ist die Zahl der Aussteller auf 100 angewachsen, die der Kataloge auf 80. Der Countdown läuft …

Eröffnung:
am 14. Oktober 2020, 9 Uhr

Die virtuelle Messe wird voraussichtlich bis Ende des Jahres «geöffnet» sein.

 

Filmtipp: The Booksellers – aus Liebe zum Buch

Filmtipp: The Booksellers – aus Liebe zum Buch

Der Dokumentarfilm THE BOOKSELLERS bietet einen lebendigen Blick hinter die Kulissen der New Yorker Welt der seltenen Bücher und jener faszinierenden Menschen, die sie bewohnen – eine liebevolle Hommage an die Buchkultur und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zukunft des Buches.

Ein Film von D. W. Young
USA 2019 | 99 Min | OmdtU
Kinostart in Deutschland:
29. Oktober 2020

Mehr Informationen, u.a. zu Terminen und Sonderveranstaltungen:
http://mindjazz-pictures.de/the-booksellers

Die Gesellschaft der Bibliophilen gehört zu den Kooperationspartnern.
Filmvorführungen mit anschließendem Gespräch gibt es zum Beispiel in Kassel am 1. November (mit Sebastian Eichenberg) und in Wiesbaden am 7. November (mit Silvia Werfel).

Gutenberg-Museum mit Ausstellung für Gerhard Steidl

Gutenberg-Museum mit Ausstellung für Gerhard Steidl

10. Oktober bis 29. November 2020
Aus Anlass der Verleihung des Gutenberg-Preises 2020 an den renommierten Drucker und Verleger Gerhard Steidl zeigt das Gutenberg-Museum die Pop-up-Ausstellung Mein Lieblingsbuchstabe ist das Q. Gerhard Steidl.  Pandemiebedingt findet keine Vernissage statt. Die Sonderausstellung ist ab Samstag, 10. Oktober geöffnet und bis einschließlich 29. November 2020 im Gutenberg-Museum zu sehen.

Die Bücher des international ausgerichteten Steidl Verlages zeichnen sich durch höchste herstellerische Qualität und ihre individuelle Gestaltung aus. Der für seine Papierleidenschaft bekannte Drucker und Verleger wählt persönlich Papier und Leinen aus und überprüft sämtliche Produktionsschritte vom Layout bis zum Druck. Jedes Steidl Buch geht wortwörtlich durch Gerhard Steidls Hände. Seinem Lieblingsbuchstaben Q widmet das Gutenberg-Museum nun eine eigene kleine Ausstellung.

Bildrechte: Steidl Verlag / Gutenberg-Museum
(Foto rechts von Robbie Lawrence)

 

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 2

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 2

Nachdem am Dienstag, den 30. September 2020, der Mainzer Ob Michael Ebeling, Marianne Grosse und Dr. Annette Ludwig den Mainzer Impuls unterschrieben hatten, folgten als Erstunterzeichner Vertreter von Museen und Experten aus der Handwerkspraxis.

Der Mainzer Impuls richtet sind an interessierte Bürgerinnen und Bürger genauso wie an Experten, Druckwerkstätten und nicht zuletzt die Politik. Der Erhalt der zum Gutenbergsystem gehörenden Handwerkstechniken sei eine Aufgabe von «nationaler Bedeutung», betonte Dr. Harry Neß vom IADM.

Bild: Nach der feierlichen Unterzeichnung, von links:
Dr. Jürgen Franssen (Erster Vorsitzender des Vereins für die Schwarze Kunst e.V., Dresden), Dr. Roger Münch (Direktor des Deutschen Zeitungsmuseums, Wadgassen), Dr. Harry Ness (Vorsitzender des Internationalen Arbeitskreises für Druck- und Mediengeschichte), die Initiatorin und Gastgeberin Dr. Annette Ludwig, Dr. Susanne Richter (Direktorin des Museums für Druckkunst, Leipzig), Dr. Mechthild Haas (Leiterin Graphische Sammlung mit Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren des Hessischen Landesmuseum, Darmstadt) und Eckehart SchumacherGebler (Offizin Haag Drugulin, Dresden).
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 1

«Mainzer Impuls» für den Erhalt der Gutenberg-Technik Teil 1

Die Mainzer Politik mit ins Boot geholt: Am Dienstag, den 30. September 2020, erfolgte auf Einladung der Direktorin Dr. Annette Ludwig im Gutenberg-Museum die feierliche Erstunterzeichnung des Mainzer Impulses für den Erhalt und die Pflege der Gutenbergschen Drucktechnik.

Auszug aus dem Mainzer Impuls:
«Mit der Digitalen Medienrevolution erleben wir momentan eine Zeit des Umbruchs, wie sie bereits die Zeitgenossen Gutenbergs erlebt haben. […]
Mit diesem Aufruf möchten das Gutenberg-Museum Mainz – als Weltmuseum der Druckkunst – und die Gutenberg-Stadt Mainz – als Wiege des europäischen Buchdrucks – auf den bevorstehenden Verlust dieser so bedeutenden Handwerkstechniken aufmerksam machen. Wir fordern den umfassenden Schutz der historischen Technologie des Buchdrucks, vom Stempelschnitt über den Schriftguss und den Bleisatz bis zum Pressendruck.
Zur Rettung der ‹Ingenieursleistung› von Johannes Gutenberg braucht es möglichst viele Mitstreitende, die wir auf diesem Wege gewinnen möchten. […]»

Foto:
Der Mainzer Impuls ist besiegelt: die Unterschriften von Dr. Annette Ludwig, OB Michael Ebeling und Marianne Grosse.
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

Preis der Stiftung Buchkunst für «Das Jahr 1990 freilegen»

Preis der Stiftung Buchkunst für «Das Jahr 1990 freilegen»

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis der Stiftung Buchkunst geht an das Buch Das Jahr 1990 freilegen (Spector Books, Leipzig). Das von Spector Books-Verleger Jan Wenzel herausgegebene Werk entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Grafiker Wolfgang Schwärzler. Es wurde von einer fünfköpfigen Jury aus den 25 Schönsten Deutschen Büchern 2020 ausgewählt, die die Stiftung Buchkunst im Juni bekannt gegeben hat.

«592 Seiten. Ein Wälzer, den man auch so nennen darf. Es geht um das umwälzende Wiedervereinigungsjahr 1990. Fundstücke dieses prägenden Jahres wurden ausgebreitet und sortiert: aufwendig recherchiertes Fotomaterial; Zitate, Aufsätze, Interviews. Einzelne Sätze wirken wie Zwischenüberschriften, einzelne Wörter wie Schlagzeilen. Einer Zeitungsseite ähnlich werden die Text-Bild-Verschachtelungen mit fetten Linien verfugt. Aufschlagen und hinabfahren ins ‹Bergwerk der Erinnerung›», so Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, in ihrer Laudatio.

Aufgrund der aktuellen Lage konnte die Preisverleihung in diesem Jahr nur in reduziertem Umfang stattfinden: Katharina Hesse und Dr. Joachim Unseld, Verleger der Frankfurter Verlagsanstalt und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, vergaben den Preis am Freitagmittag (4. September 2020) im Rahmen eines Festessens im Frankfurter Restaurant Margarete an Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzler.

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / CHOREO, Leipzig

400 Neuzugänge der Bayerischen Staatsbibliothek im Kulturportal bavaricon

400 Neuzugänge der Bayerischen Staatsbibliothek im Kulturportal bavaricon

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) bewahrt einen umfangreichen Bestand kostbarster Handschriften und Drucke. Eine Auswahl von 400 bedeutenden Werken, die zum einzigartigen schriftlichen Kulturerbe Bayerns gehören, ist nun im Kulturportal bavarikon online gegangen. Der Zugang zu den Kulturschätzen ist für Laien besonders benutzerfreundlich gestaltet und eröffnet ihnen die Sammlung ohne Vorkenntnisse. Ein Großteil der Handschriften und Drucke verfügt zudem über ausführliche Beschreibungen in Deutsch und Englisch. Zugänglich sind sie über drei verschiedene Wege: über eine alphabetische Liste der Sammlungen, über Signaturgruppen oder nach Themen.

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert in bavarikon einschließlich der 400 Neuzugänge nun insgesamt mehr als 2700 ihrer Handschriften und Drucke in über 60 Sammlungen. Der Einstieg erfolgt über das Institutionenporträt der Bayerischen Staatsbibliothek:
http://www.bavarikon.de/bayerische-staatsbibliothek

Abgebildet:
Qurʾān – BSB Cod.arab. 1 (1226)
Diese Handschrift aus dem frühen 13. Jahrhundert gehört zu den wenigen erhaltenen Koranen aus dem islamischen Spanien.
Digitalisat:
https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-HSS-00000BSB00040328
Bildnachweis: Bayerische Staatsbibliothek/bavarikon

Gutenberg-Kinderkrimi ausgezeichnet!

Gutenberg-Kinderkrimi ausgezeichnet!

Regine Kölpin und Gitta Edelmann sind die Verfasserinnen des Kinderkrimis Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern. Erschienen ist das spannende (und lehrreiche) Buch im Verlag der Gutenberg-Stiftung. Nun ist es mit dem Bronze-HOMER ausgezeichnet worden.

Der HOMER-Literaturpreis ehrt alljährlich die besten historischen Romane des Vorjahres. Der Preis wurde dieses Jahr im Rahmen der digitalen Eurolit Buchmesse vergeben. Erstmals wurde mit Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern ein Kinderkrimi in die Nominiertenliste aufgenommen – und nun sogar prämiert.

Auf 240 Seiten entführen die Autorinnen ihre Leserschaft in die Werkstatt Johannes Gutenbergs, wo die beiden Protagonisten Martin und Klara im Jahr 1453 merkwürdige Dinge bemerken. Der spannende Krimi bietet – gleichsam nebenbei – Einblicke in das Leben im Mittelalter und zeigt, was Gutenberg tatsächlich erfunden hat.

Das Buch eignet sich für Kinder ab 8 Jahren und kostet 8,80 €.
Erhältlich im Gutenberg-Shop und im Buchhandel.

Foto: Gutenberg-Stiftung

Glückwunsch zu Klaus Wagenbachs 90. Geburtstag

Glückwunsch zu Klaus Wagenbachs 90. Geburtstag

Er ist – frei nach seinem Autor Alan Bennett – nicht nur ein souveräner Leser, sondern auch ein souveräner Verleger: Klaus Wagenbach. Am 11. Juli 2020 feierte er seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Für das Börsenblatt hat sein Freund und Kollege Michael Krüger einen schönen Geburtstagsbeitrag geschrieben, dem nichts hinzuzufügen ist. Neu umbrochenes PDF hier: 20200711 Klaus Wagenbach_90_Krueger

Foto: Archiv Verlag Klaus Wagenbach

Übergabe des Gutenberg-Jahrbuchs 2020

Übergabe des Gutenberg-Jahrbuchs 2020

Am 13. Juli übergibt der langjährige Herausgeber Univ.-Prof. Dr. Stephan Füssel das frisch erschienene Gutenberg-Jahrbuch 2020 dem Präsidenten der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V. Oberbürgermeister Michael Ebling und wird einige Highlights daraus vorstellen. 

Normalerweise wird das neue Gutenberg-Jahrbuch im Rahmen der Jahresversammlung der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft am Samstag der Mainzer Johannisnacht präsentiert. Diese musste aufgrund der aktuellen Situation jedoch in den Herbst verschoben werden. Interessierte können Übergabe und Präsentation trotzdem mitverfolgen.

LIVESTREAM: Die Veranstaltung ist live sowohl über die Facebookseite @Ggesellschaft als auch über das Instagramprofil @gutenberggesellschaft zu verfolgen. Alle Interessierten erhalten außerdem im Nachhinein die Gelegenheit, sich die Präsentation als Video anzusehen. Das Video bzw. der Link dazu steht über die Website der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft zur Verfügung.

Datum: 13. Juli 2020
Uhrzeit: 17 Uhr
Veranstalter: Internationale Gutenberg-Gesellschaft

Foto: Internationale Gutenberg-Gesellschaft

Stiftung Buchkunst: «Förderpreise für junge Buchgestaltung» 2020

Stiftung Buchkunst: «Förderpreise für junge Buchgestaltung» 2020

Die Stiftung Buchkunst kürt alljährlich nicht nur Die 25 schönsten deutschen Bücher, zusätzlich vergibt sie auch drei Förderpreise. Ausgezeichnet wurden:
Paulina Mohr: Die Bibel – Über Frauen
Robert Steinmüller: Aphelion
Cristina Zickert, Rieke Bogena und Zora Asse vom Institut für Buchkunst, Leipzig: OFF/ON STAGE

Der Förderpreis für junge Buchgestaltung möchte außergewöhnliche, zukunftsweisende Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen – und damit Entwicklungen im Medium Buchgestaltung – aufspüren und Buchimpulse für morgen sowie Qualitätskonzepte von heute sichtbar machen. Hier steht nicht die technische Perfektion, sondern die Idee im Vordergrund. Im Wettbewerb Förderpreis für junge Buchgestaltung wählt eine aus Gestaltern und Hochschulexperten besetzte Jury drei Gewinnertitel aus, die das Medium Buch weiterdenken.

Die Förderpreise sind mit jeweils 2000 Euro dotiert. Alle Preisgelder werden gestiftet von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters.

Faltblatt mit den Förderpreis-Titeln zum Download:
StiftungBuchkunst_Förderpreis_2020

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

«Die schönsten deutschen Bücher 2020» sind gewählt

«Die schönsten deutschen Bücher 2020» sind gewählt

In dem von der Stiftung Buchkunst durchgeführten Wettbewerb der Schönsten deutschen Bücher wählen zwei Expertenjurys in einem aufwendigen Verfahren die 25 schönsten Bücher des Jahres aus. Die 25 ausgewählten Bücher sind vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung und zeigen eine große Bandbreite gestalterischer und herstellerischer Möglichkeiten. Die Auswahl berücksichtigt auch das leisere, solide gemachte Lesebuch.

Die prämierten Bücher setzen Zeichen und zeigen wichtige Trends und Strömungen der deutschen Buchproduktion. In fünf Kategorien werden exakt fünf Preisträger gekürt. Dies sind die Kategorien:
Allgemeine Literatur
Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher, Schul- und Lehrbücher
Ratgeber, Sachbücher
Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge
Kinderbücher, Jugendbücher

Die prämierten Titel sind gleichzeitig für den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst nominiert, der für das allerschönste deutsche Buch vergeben wird.

Die prämierten Bücher gehen ab September auf große Wanderausstellung und sind dann an zahlreichen Orten im In- und Ausland zu sehen. Den Start machen z.B. die Hamburger Bücherhallen (4. bis 26. September 2020), die Fachbibliothek Karl-Krämer in Stuttgart (7. bis 19. September 2020) und die Altstädter Bücherstuben in Osnabrück (4. bis 19. September 2020). Auch die Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt wird fortgeführt: Die 25 prämierten Bücher sind das ganze Jahr über im Foyer des Hauses zu sehen.

Faltblatt mit den gekürten Büchern zum Download:
StiftungBuchkunst_DieSchönstenDeutschenBücher2020_25

Bildnachweis:
© Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt seltene Künstlerbücher des tschechischen Künstlers Josef Váchal

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt seltene Künstlerbücher des tschechischen Künstlers Josef Váchal

Die Bayerischen Staatsbibliothek ergänzt ihre renommierte Sammlung um zwei sehr seltene Werke des tschechischen Künstlers Josef Váchal: Ďáblova zahrádka, aneb přírodopis strašidel (Des Teufels Gärtlein, oder die Naturkunde der Gespenster) aus dem Jahr 1924 und Šumava umírající a romantická (Sterbender und romantischer Böhmerwald) von 1931. Die beiden beeindruckenden, in Leder gebundenen Folianten sind mit farbenprächtigen Farbholzstichen illustriert und zählen zu den absoluten Spitzenwerken der tschechischen Zwischenkriegsmoderne.

Josef Váchal (1884–1969) war als Künstler weitgehend ein Autodidakt. Der gelernte Buchbinder gehört zu den originellsten tschechischen Künstlern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine bekanntesten Werke sind Bücher – von ihm selbst verfasst, illustriert, mit eigenhändig hergestellten Typen gesetzt, gedruckt und meist auch selbst gebunden. Sich selbst pflegte er als Holzstecher zu bezeichnen. Der Holzstich (nicht Holzschnitt!), den er ständig technologisch perfektionierte und weiterentwickelte, war für ihn die mit Abstand wichtigste Technik. Váchals bevorzugte Inspirationsquellen waren Religion, Theosophie, Magie, Mystik, Spiritismus und Okkultismus. Seine Werke sind voller Grenzüberschreitungen, Unklarheiten, Vieldeutigkeiten, Widersprüche, Paradoxien und Mystifikationen. Zu seinen bevorzugten Stilmitteln zählten Ironie, Parodie und Persiflage.

Foto:
Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, und Dr. Dorothea Sommer, die Stellvertretende Generaldirektorin.
Copyright / Alle Rechte:
Bayerische Staatsbibliothek/Hans-Rudolf Schulz

Die Kunstbibliothek Berlin zeigt «Marken:Zeichen»

Die Kunstbibliothek Berlin zeigt «Marken:Zeichen»

Marken:Zeichen. Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek
Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
19. Juni bis 16. August 2020

Beide waren sowohl Grafikdesigner als auch freie Künstler: Anton Stankowski (1906–1998), der 1951 in Stuttgart sein Atelier für Kommunikationsdesign eröffnete, und Karl Duschek (1947–2011), der 1972 in das Atelier eintrat, wenig später Partner wurde und es nach Stankowskis Tod bis 2011 leitete.

«Zeichen sind visuelle Telegramme, ähnlich wie Flaggen», so formulierte es Anton Stankowski 1978. Logo, Leitsystem, Corporate Identity: Was heute selbstverständlich zu jedem Firmenimage gehört, steckte Mitte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Das Grafikatelier Stankowski + Duschek wirkte mit seiner Markengestaltung, der «Königsdisziplin» der visuellen Kommunikation, bahnbrechend.
Die Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt das Werk des Grafischen Ateliers anhand von rund 300 Exponaten vor.

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Kettler-Verlag die Publikation Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek. Sie wird in der Herbstausgabe der Wandelhalle vorgestellt.

Es gelten die Corona-bedingten Vorgaben. Zeitfenstertickets bitte möglichst im Vorfeld online buchen:
http://www.smb.museum/tickets

Bild:
Grafisches Atelier Stankowski + Duschek, Markenzeichen der 1970er- bis 2000er-Jahre
© Meike Gatermann und Stankowski-Stiftung / Zusammenstellung: Gerwin Schmidt, 2019

Gutenberg-Museum bietet einen Streifzug durch die Geschichte der Schriften weltweit

Gutenberg-Museum bietet einen Streifzug durch die Geschichte der Schriften weltweit

Für die ganze Familie: Nach neunwöchiger coronabedingter Schließung meldet sich das Gutenberg-Museum in Mainz mit einer attraktiven Kabinett-Ausstellung zurück: «Es steht geschrieben: Von der Keilschrift zum Emoji» heißt die Präsentation, in deren Mittelpunkt der Sachbuch-Comic aus der Feder von Vitali Konstantinov steht. Sie ist bis Sonntag, den 27. September 2020, zu sehen. Zu beachten sind die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Individuelle Führungen für vier in einem Haushalt lebende Personen können unter Telefon 06131-12643 vereinbart werden. Auf die sonstige Führungsgebühr wird verzichtet; lediglich 1,50 Euro pro Person plus Museumseintritt werden erhoben.

Foto:
Zur Wiedereröffnung nach seiner coronabedingten Schließung präsentiert das Gutenberg-Museum mit seiner Kabinett-Ausstellung ein «Bonbon» für die ganze Familie.
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

Museum für Druckkunst verlängert Ausstellung zur Industriefotografie

Museum für Druckkunst verlängert Ausstellung zur Industriefotografie

Die Sonderausstellung «Das Auge des Fotografen. Industriekultur in der Fotografie seit 1900» geht in die Verlängerung – bis zum 6. September 2020.

Im Jahr der Industriekultur 2020 in Sachsen rückt das Museum für Druckkunst das Medium Fotografie in den Fokus. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei bedeutende Industriezentren: Mitteldeutschland und das Ruhrgebiet. Gezeigt werden über 100 Fotografien u.a. aus dem Archiv Hermann Walter (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), von Hans Finsler (Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale), Evelyn Richter (Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig) und Bernd und Hilla Becher (Die Photographische Sammlung – SK Kulturstiftung Köln), dem Historischen Archiv Krupp sowie bisher unbekannte Aufnahmen aus sächsischen Archiven und zeitgenössische Positionen.

Foto:
Fabrik für ätherische Öle Rudolf Lauche, 1920
© Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Fotoatelier Hermann Walter