bis 20. September 2026
Japan auf Papier in Dresden.
Utamaro, Hokusai, Hiroshige und die Grafik der Moderne
Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss Dresden
Taschenberg 2, 01067 Dresden

Das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sammelt japanische Kunst auf Papier seit fast 300 Jahren. Die bislang weitgehend unbekannte Sammlung umfasst mehr als 10 000 Objekte vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Eine Auswahl von 160 Exponaten wird nun präsentiert. Die thematisch gruppierten Farbholzschnitte geben Einblicke in die Lebenswelt und Unterhaltungskultur der aufstrebenden Kaufleute und Handwerker während der Edo-Zeit (1603–1868). Gemeinsam mit Partnern aus Japan und der Schweiz wurde der umfassende Bestand in den vergangenen Jahren erforscht, restauriert und digitalisiert. Für die Bearbeitung der japanischen Bestände konnte der international ausgewiesene Experte Professor Hans Bjarne Thomsen aus Zürich gewonnen werden.

Zu Beginn gibt es eine Einführung in die Technik des Holzschnitts. Jedes Werk ist das Ergebnis eines gemeinschaftlichen Herstellungsprozesse. So entstanden, je nach Auflage und Auftraggeber, kostbare Sammlerstücke oder erschwingliche Drucke für viele. Die Bilder und Holzschnittbücher waren somit nicht nur exklusiven Kreisen vorbehalten, sondern wurden auch zu einem wichtigen Teil der bürgerlichen Unterhaltungskultur.

Inspiration und Dialog: Die Dresdner Sammlung wird auch als Impulsgeber für die europäische Moderne und die Kunst- und Designausbildung in Dresden um 1900 in den Blick genommen. Den japanischen Arbeiten stehen Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler gegenüber, darunter James McNeill Whistler, Henri de Toulouse-Lautrec, Edvard Munch, Emil Orlik und Mary Cassatt.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Hirmer Verlag erschienen. 320 Seiten, Museumspreis 29,90 €, Buchhandelspreis 40 €, ISBN 978-3-7774-4727-8.

Bild: Ausstellungsansicht Japan auf Papier in Dresden im Dresdner Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig