Anlässlich des 150. Geburtstages des in Breslau geborenen Malers und Grafikers Alexander Olbricht am 6. Juni haben seine Erben der Klassik Stiftung Weimar 540 Grafiken, historische Fotografien und weitere Arbeiten aus dem Nachlass als Schenkung übergeben. Darunter sind auch unbekannte Werke seiner Ehefrau Margarete geborene Thurow, eine der ersten Studentinnen an der Weimarer Kunstschule. Als junger Maler kam Olbricht 1899 für das Studium bei Theodor Hagen (1842–1919) nach Weimar, wo er bis zu seinem Tod 1942 lebte. Er heiratete 1904 seine aus Mecklenburg stammende Mitstudentin Margarete Thurow und war mit dem in Weimar geborenen Grafiker Marcus Behmer (1879–1958) eng befreundet, einem der ersten offen homosexuell lebenden Künstler der Zeit.
Dr. Annette Ludwig, Direktorin der Museen der Klassik Stiftung Weimar, betont, «dass die Schenkung zum Gedenken an den 150. Geburtstag Olbrichts in Qualität und Umfang außerordentlich ist und die Sammlung der Museen fantastisch ergänzt und qualifiziert. Auch durch die Arbeiten befreundeter Künstler sowie durch die Werke von Margarethe Thurow (1882–1972), ist das Konvolut bedeutsam. Denn die Arbeiten seiner Ehefrau sind gleichsam eine spannende Entdeckung.»
In der Wandelhalle 2026-2 wird auf diese besondere Schenkung ausführlicher eingegangen.
Abbildung: Alexander Olbricht (1846–1942), Vierundzwanzig Zweige: Berberitzenzweig mit Früchten, 1920, Aquarell über Graphit, © Klassik Stiftung Weimar