bis 18. Februar 2024
Holbein und die Renaissance im Norden  
Städel Museum
Dürerstraße 2, 60596 Frankfurt am Main

Noch eine Woche lang besteht die Möglichkeit, diese großartige, über zwei Stockwerke reichende Ausstellung in Frankfurt am Main zu sehen: Die Malerei der Renaissance läutete in der Geschichte der Kunst eine Zeitenwende ein.

Was in Italien seinen Anfang nahm, entwickelte sich im Norden Europas zu etwas völlig Neuem – mit den Malern Hans Holbein d. Ä. (um 1464–1524) und Hans Burgkmair (1473–1531) als Wegbereiter dieser einzigartigen Kunst. Ihr Zentrum war die freie Reichs- und Handelsstadt Augsburg, die sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Hauptstadt einer deutschen und zugleich internationalen Renaissance entwickelte. Kein anderer als einer der größten deutschen Renaissancemaler der Zeit, Hans Holbein d. J. (1497–1543), machte diese Kunst schließlich europaweit bekannt.

Auch wenn Hans Holbein d. Ä. und Hans Burgkmair knapp dreißig Jahre am selben Ort wirkten, schlugen sie als Künstlerkollegen und -konkurrenten sehr unterschiedliche Wege ein. Burgkmair orientierte sich überwiegend an der Kunst Italiens. Er übernahm zahlreiche Motive, die er wohl auf einer Reise nach Oberitalien im Jahr 1507 festgehalten hatte, und entwickelte diese in seinen Werken weiter. Holbein setzte sich allerdings vornehmlich mit der altniederländischen Malerei auseinander, die er auf seiner Gesellenreise vor Ort kennengelernt hatte.

Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus führenden internationalen Museumssammlungen entsteht ein Überblick über die verschiedenen stilistischen Besonderheiten der Malerei der Renaissance im Norden. Einer der vielen Höhepunkte der Frankfurter Ausstellung ist die Präsentation der beiden Meisterwerke von Hans Holbein d. J., der Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526– 1528) aus der Sammlung Würth und der Solothurner Madonna (1522) aus dem Kunstmuseum Solothurn.

Katalog:
Renaissance im Norden. Holbein, Burgkmair und die Zeit der Fugger. Hrsg. v. Guido Messling und Jochen Sander. Mit einem Grußwort von Helmut Schleweis und einem Vorwort von Philipp Demandt und Sabine Haag. München: Hirmer 2023. Deutsche und englische Ausgabe, 360 S., 287 Abb., Festeinband, 24×28 cm. 55 € (Museumsausgabe 44,90 €).

Unter dem Titel Holbein. Burgkmair. Dürer. Renaissance im Norden ist die Ausstellung anschließend vom 19. März bis 30. Juni 2024 im Kunsthistorischen Museum Wien zu sehen.

 

 

Abbildung:
Jost de Negker (Formschneider), Hans Burgkmair d. Ä., Kaiser Maximilian I. zu Pferd, Clair-obscur-Holzschnitt in zwei Platten (beigegrün), 323×227 mm (1508) Albertina, Wien. © Albertina, Wien
Hans Holbein d. J., Bildnis des Simon George of Cornwall, Mischtechnik auf Eichenholz (ca. 1535–1540). Städel Museum, Frankfurt am Main, Public Domain