Nach mehr als 20 Jahren ist die 78. Frankfurter Buchmesse nun die letzte, die Jürgen Boos als Buchmesse-Direktor am Dienstagabend eröffnet hat. Ein bisschen Wehmut schwang mit …
In den Eröffnungsreden wurden die Macht und die Magie der Bücher beschworen: Bücher können ein Leben verändern, können Perspektivwechsel und Identifikationsmöglichkeiten bieten (allerdings nur für Menschen, die lesen können). Die Lesekrise, der «Vamipirismus» der Tech-Giganten, KI und Urheberrechte kamen ebenso zur Sprache.
Zum Reigen der Redner gehörten: Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, der u.a. an den maltesischen Schriftsteller und Aktivisten Manwel Dimech (1860–1921) erinnerte, der vom Analphabeten zum Literaten und politischen Akteur wurde; Oto Klempír, Kulturminister der Tschechischen Republik, Mitglied der rechtsextremen Motoristenpartei, dessen Rede immer wieder von tschechischen Zwischenrufen unterbrochen wurde; Dr. Wolfram Weimar, Staatsminister für Kultur und Medien, der gegen den erwähnten«Vamipirismus» der Tech-Giganten vorgehen und gemeinsam mit der Grimmelshausen-Gesellschaft bald das literarische Wort des Jahres küren will; Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der mit Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter mehr Selbstbewusstsein erlangte; Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, der erst mit Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón in Frankfurt heimisch wurde, obgleich es in Barcelona spielt; Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der die «Machtfrage» stellte und staatliche Sofortmaßnahmen für mehr Lesekompetenz forderte.
Und die Frauen? Sie bekommen eine eigene Bibliophile Notiz …
Börsenvereinsvorsteher Sebastian Guggolz übergibt dem langjährigen Buchmesse-Direktor Jürgen Boos den Hammer, mit dem traditionell die Frankfurter Buchmesse eröffnet wird. © Frankfurter Buchmesse. Foto: Marc Jacquemin