nur noch bis 22. Februar 2026
Ich drucke! Signet, Marke und Druckerzeichen
seit dem Zeitalter Gutenbergs

Sonderausstellung im Gutenberg-Museum
Reichsklarastraße 1, 55116 Mainz

Gutenberg selbst hatte noch keins – zum Leidwesen der Druckhistoriker:innen. Aber schon Johannes Fust und Peter Schöffer markierten ihre Publikationen mit einem Druckerzeichen. Diese kleinen Bild-Text-Kreationen waren weit mehr als bloße Markenzeichen, sondern ein Ausdruck von Identität, Bildung, Frömmigkeit, Witz und Unternehmenskultur.

Das Gutenberg-Museum bewahrt mit etwa 2000 Druckerzeichen einen bedeutenden Sammlungsschatz. Gustav Mori, Forscher und ausgebildeter Drucker, sammelte diese Stücke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als lose Blattsammlung – eine damals weit verbreitete Praxis. Dieser Bestand wird erstmals präsentiert. Dabei setzt die Ausstellung die historischen Druckerzeichen sehr schön mit den heutigen Verlagslogos in Beziehung, denn ihre Bedeutung für Identität und Markenbildung ist bis heute relevant.

«Druckerzeichen sind ein Spiegel ihrer Zeit. Sie zeigen, wie Drucker:innen sich selbst darstellten, wie sie Vertrauen schufen und sich im Wettbewerb positionierten», so die Kuratorinnen Prof. Dr. Hui Luan Tran (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) und Dr. Nino Nanobashvili (Gutenberg-Museum Mainz). Sie «erzählen Geschichten über Identität und Marktverhältnisse, über Machtstrukturen, Religion und Bildung. Sie verbinden uns mit den Menschen, die hinter den Büchern stehen und die unsere Kultur geprägt haben.»

Zur Ausstellung ist im Deutschen Kunstverlag ein umfassender, sehr schön gestalteter Begleitband erschienen. Darin finden sich einleitende Beiträge zum Medium der Druckerzeichen und zur Sammlungsgeschichte des Gutenberg-Museums. Weitere Beiträge widmen sich der Rolle von Witwen als Druckerinnen, einer beeindruckenden Sammlung von Druckstöcken in Antwerpen, der Selbstpräsentation ukrainischer Drucker sowie der Entwicklung des Verlagslogos vom Deutschen Kunstverlag. Das Buch wird in der Frühjahrsausgabe der Wandelhalle für Bücherfreunde näher vorgestellt.

 

Blick in die Ausstellung. Foto © Silvia Werfel