In den letzten Jahren hat die Deutsche Nationalbibliothek mehrere Buchkonvolute restituiert, die über die im September 1938 vom Reichspropagandaamt Wien eingerichtete Bücherverwertungsstelle Wien in den Bestand der Deutschen Bücherei Leipzig gelangt sind, so unter anderem an die Erbinnen und Erben nach Valentin Rosenfeld und Gottfried Bermann Fischer.
Albert Paust, damals Leiter der Erwerbungsabteilung der Deutschen Bücherei Leipzig, wurde für mehrere Monate nach Wien abgeordnet. Er sorgte dafür, dass rund 550 Schriften nach Leipzig geschickt und in den Bestand der Deutschen Bücherei eingearbeitet wurden. Aus heutiger Sicht sind diese als NS-Raubgut zu bewerten und daher als Fundmeldungen in der Lost Art-Datenbank veröffentlicht. Im Dezember 2025 konnte nun für ein weiteres Konvolut aus der Bücherverwertungsstelle eine gerechte und faire Lösung gefunden werden.
Das Konvolut umfasst fünf überwiegend kleinformatige Schriften, von denen drei einen eindeutigen Bezug zur österreichischen Sozialdemokratie aufweisen. Vier der Bände sind im vorderen Einband mit dem Exlibris von Wilhelm Ellenbogen (1863–1951) gekennzeichnet; das fünfte trägt auf dem Titelblatt seinen eigenhändigen Schriftzug.
Weitere Informationen im Blog der DNB: blog_dnb_restituiert
Bild: Bücher mit Exlibris und Autogramm, Foto: DNB, Laura Stein