bis 6. September 2026
Vergnügen durch Verwandlung.
Bewegliche Glückwunschkarten aus der Zeit der Romantik
Deutsches Romantik-Museum, Ernst Max von Grunelius-Saal
Großer Hirschgraben 23–25, 60311 Frankfurt am Main
Die Zeit der Romantik war eine Phase tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Standesgrenzen wurden durchlässiger, das Bürgertum gewann an Einfluss und neue Formen der Kommunikation entstanden. In diesem Umfeld verbreitete sich um 1800 eine neue Sitte: Das Überbringen beweglicher Glückwunschkarten zu Neujahr wurde zur allseits beliebten Modeerscheinung. Aus schlichten Grüßen wurden kleine Kunstwerke. Billets mit Klappen, Scheiben und Hebeln, die Szenen verwandeln, Figuren in Bewegung setzen und Botschaften übermitteln. Selbst Goethe schwärmte von den «zierlichen, nickenden, bückenden und salutierenden kleinen Geschöpfen».
Die Ausstellung umfasst den Zeitraum zwischen 1796 bis etwa 1820 und präsentiert von den frühen beweglichen Karten über die im Zentrum stehenden «mechanischen Billets» bis zu den späteren Wiener Kunstbillets die vielseitigen Motive und raffinierten Mechaniken dieser fragilen Gebrauchskunstwerke.
Die Karten bedienten sich der populären Bildsprache ihrer Zeit und nutzten besonders Symbole mit Gefühlswerten. So boten sie eine im Vergleich zu persönlichen Briefen einfachere Möglichkeit, Gefühle auszudrücken – ähnlich wie heute Emojis oder GIFs.
Der von Andreas Dietzel, Christiane Holm und Joachim Seng herausgegebene Ausstellungskatalog ist im Göttinger Verlag der Kunst erschienen und im Museums- und Onlineshop sowie im Buchhandel erhältlich (144 S., zahlreichen farbige Abb., Broschur, 24 €).
Letzte Führung am Samstag, den 5. September 2026, 15:30 Uhr.
Finissage am Sonntag, den 6. September 2026, 16:30 Uhr
Abbildung:
Theaterbühne mit Vorhängen, Doppelzugkarte mit dreidimensionaler Entfaltung, H. F. Müller, Wien um 1830. Aus der Sammlung von Dr. Andreas Dietzel. Foto: Silvia Werfel