«Die Staatsminister, die die Kultur vernichten, kommen und gehen – aber die Literatur bleibt.» Mit dieser vom Auditorium bejubelten Aussage begann die tschechische Schriftstellerin und Hauptrednerin der Eröffnungsveranstaltung, Radka Denemarková, ihren Vortrag. Eindringlich beschwor sie die Kraft der Literatur. «Wir brauchen kühle Köpfe, klaren Verstand, kreatives Denken und mutige, unabhängige Verlage.»

Vortrag und Lesung: Die in Kiew geborene, heute in Prag lebende Dichterin Marie Iljašenko, von der im Vorfeld der Buchmesse erstmals ein Band auf Deutsch erschienen ist (Menschen hören überhaupt nur sehr wenig, Anthea), warb eindringlich für die weitere Unterstützung der Ukraine. Und las tschechische Lyrik, die dreisprachig (tschechisch, deutsch, englisch) zum Mitlesen projieziert wurde.

Umrahmt wurde die feierliche Eröffnung von der heute in den USA lebenden Avantgarde-Musikerin Iva Bittová. Sie beschwor, allein mit Geige und Stimme, unterstützt von Tim Roth, die «Stimme der Natur».

Beeindruckend!

 

 

Radka Denemarlová (links) und Marie Iljašenko sprachen bei der feierlichen Eröffnung der 78. Frankfurter Buchmesse. © Frankfurter Buchmesse. Foto: Marc Jacquemin