27. April bis 18. Juli 2026
Vergessene Kunst in Bamberg:
Alexej Borutscheff (1911–1994)
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz, Domplatz 8, 96049 Bamberg
Alexej Archipowitsch Borutscheff, im Westen des russischen Kaiserreichs geboren, geriet während des Zweiten Weltkriegs in deutsche Gefangenschaft. 1945 kam er nach Bamberg. Hier lebte und wirkte er bis zu seinem Tod. Sein Atelier, das ihm zugleich als Wohnung diente, lag zuletzt in unmittelbarer Nähe zu Dom und Staatsbibliothek.
Der studierte Architekt wandte sich bald ganz der Kunst zu. Seine Zeichnungen, Holzschnitte und Radierungen sind expressiv und fantastisch zugleich. Borutscheff schuf außerdem Aquarelle, Ölgemälde und plastische Werke. Seinen Stil könnte man dem Fantastischen Realismus zuordnen, aber in ganz unverkennbarer Art.
Bedeutend sind auch seine literarischen Illustrationen, so zu E. T. A. Hoffmann und zu Goethes Faust. Werke russischer Autoren wie Tolstoi und Solschenizyn schätzte Borutscheff besonders. Die ausgewählten Texte der Weltliteratur schrieb er von Hand ab und fertigte Zeichungen dazu an. Dabei bewegten ihn die großen Themen menschlichen Lebens: Macht, Gewalt, Torheit, Liebe, Unangepasstheit.
Die Staatsbibliothek Bamberg bewahrt das Werk des freischaffenden Künstlers Alexej Borutscheff und gibt nun erstmals umfassenden Einblick in sein Schaffen. Das Begleitprogramm zur Ausstellung ist kostenfrei und ohne Anmeldung zu besuchen. Mehr Infos im Faltblatt hier:
VergesseneKunst_2026_StaatsbibliothekBamberg
Bild:
Alexej Borutscheff mit einer Radierung des Alten Rathauses in Bamberg. Fotografie um 1988. Staatsbibliothek Bamberg, Msc.Add.1025(A 1. Foto: Alfons Steber