Rudolf G. Binding:
Die Berechtigung des schönen Buches in der Gegenwart (2)

Vierter von fünf Vorträgen gehalten bei den Tagungen der Gesellschaft der Bibliophilen zu Frankfurt a. M. am 9. Oktober 1920

Aus: Die Bücherstube. Blätter für Freunde des Buches und der zeichnenden Künste 1 (1920), S. 149-154.


Der Mensch scheint in absonderlichen Zeitläuften nicht zu selten die Neigung zu haben, sich ernsthaft über Fragen zu unterhalten, die ihm zu anderen Zeiten außergewöhnlich wenig Interesse abnötigten, insofern sie in der Tat gar keiner Beantwortung oder Diskussion bedürfen. Es kommt einem dann so vor, als ob man sich über Selbstverständlichkeiten auseinandersetze. Trotz dieser Eigenschaften gewinnen solche Fragen durch die Zeit, in der sie auftauchen, unvermutet ein seltsam wichtiges ansehen und treten herausfordernd, auf Kampf oder Anerkennung gefaßt, auf den Plan. Es ist nicht, daß ihnen eine Bedeutung abgesprochen werden soll, die ihnen zusteht, aber sie liegt eigentlich nicht in ihnen, sondern wir tragen sie, gequält von allerlei zeitlich bedingten Erwägungen, in sie hinein. Und es interessieren uns diese Fragen dann weniger um ihrer selbst willen, als im Wesentlichen darum, weil die Beschäftigung mit ihnen, die bedeutungsvolle Rolle, die man ihnen zuweist, oft genug von der absonderlichen Auffassung der Zeit und des Lebens erzählen und somit zu Verrätern der innersten, eigensten und wahrhaftigsten Regungen eines Geschlechts oder einer Epoche werden.

Aus einem andern Grunde sich mit solchen Dingen zu befassen, heißt Selbstverständlichkeiten erörtern. Nur wenn man solchen Fragen als Verrätern in die Augen sieht, tut man ihnen recht und tut man sie so ab, wie es ihnen gebührt.

Ein solches Gesicht zeigt auch die neuerdings allenthalben wie ein Pilzgewächs auftretende Frage nach der Berechtigung des schönen Buches in der Gegenwart. Man unterhält sich allen Ernstes darüber. Man liest und verlangt Auslassungen darüber, als ob es irgendeinen Menschen geben könne, der dazu Neues sagen würde. Man könnte sich ebensowohl über die Berechtigung des Einmaleins unterhalten oder erörtern, ob in unserer Zeit eine schöne Frau oder eine schöne Blume eine Berechtigung habe. Im Grunde kann man Selbstverständliches nicht nach seinem Recht fragen. Es gibt Dinge, die ohne Legitimation legitimiert sind.

Schauen wir also dieser Frage ins Gesicht, so ist sie weiter nichts als die Verräterin der Auffassung unserer Zeit. Dieser nämlich: daß man von allen Dingen verlangt, sie hätten ihre – man möchte sagen verfluchte – wirtschaftliche Berechtigung nachzuweisen, ehe man überhaupt auch nur ihre Existenzberechtigung anerkennt. Andere Legitimationen, so behauptet unsere Zeit, gibt es nicht. Die Hintansetzung aller höheren Werte vor den absolut niedrigsten Wertmesser den es gibt: dem der Wirtschaftlichkeit der Sache, verrät eine enorme Verarmung des Lebens. Ethische Werte – hat man nicht diesen Begriff seit Jahren vergessen? – anerkennt eine solche Zeit kaum mehr. Kulturelle Werte, wie es scheint, auch nicht. Sonst würde sie nicht die Frage nach Berechtigung ethischer und kultureller Werte stellen.

Wohl vernimmt man wertvolle Ausführungen über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bibliophilie, über die wirtschaftlichen Schädigungen tüchtiger Arbeiter und Handwerker, die mit der Herstellung des schönen Buches befasst werden und die mit dem Verschwinden erwerbslos würden, aus berufenstem Munde.

So wichtig diese Gesichtspunkte in dem allgemeinen Rahmen der Bestrebungen für das schöne Buch sind, so gilt es doch im Grunde gerade, die Angriffe gegen das schöne Buch und die Berechtigung des schönen Buches in der Gegenwart nicht von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus zu behandeln. Denn wenn man dies täte und käme zu einem negativen Resultat, in dem sich die Bedeutung des schönen Buches für die Volkswirtschaft völlig verneinte, so würde damit dem schönen Buch die Berechtigung abgesprochen, wogegen wir behaupten müssen, daß dem Schönen als einem ethischen Wert und dem Buche als einem kulturellen Wert niemals von Seiten der wirtschaftlichen Bewertung ein Recht zuerkannt oder aberkannt werden darf. Wohl kann ich mir eine Zeit vorstellen, die so groß, so stolz, so selbständig ist, daß sie glaubt, aus diesen Gründen aller und auch der schönen Bücher entsagen zu können; und es geht eine Sage, daß ein chinesischer Kaiser beim Antritt seiner Regierung alle Bücher des Landes verbrennen ließ. Nicht aus Barbarei oder weil er darin einen Luxus sah oder aus sonstigen wirtschaftlichen Erwägungen, wie sie vielleicht unsere Zeit empfinden und erörtern möchte, sondern aus der triumphierenden eigenen Kraft heraus; und nichts anderes stellte diese seltsam aussehende Maßregel dar, als den erhabensten Ausdruck des Zutrauens zu seinem Volk, dem er genug ethische Kraft innewohnen wußte, um ohne jede überkommenen Anschauungen und Errungenschaften, ganz auf sich selbst beruhend, auskommen zu können. Aber er hat mit den nicht die Berechtigung des schönen Buches verbrannt.

Vom Standpunkt des Ethos und der Kultur hätten die Gegner des schönen Buches vor mir und vor aller Welt nur dann recht, wenn sie eine einzige Gewähr übernehmen würden: daß nämlich mit dem Verschwinden des schönen Buches, das sie fordern, auch das üble, schlechte verschwinde. Um diesen Preis allein könnten wir mit uns reden lassen.

Freilich ist die Berechtigung des schönen Buches damit nicht erwiesen, daß es schön ist. Es ist nicht wie bei den Frauen, denen man vieles verzeiht, wenn sie nur schön sind. Es werden ohne Zweifel viele schöne Bücher hergestellt, die keine Berechtigung haben schön zu sein. Gegen ein schönes Buch soll man unerbittlich sein, und zumal die Freunde des schönen Buches sollen gegen es unerbittlich sein. Wenn wir seine Rechte verteidigen, so darf es sich nicht wundern, wenn wir Pflichten von ihm verlangen.

Und dieses vor allem muss dem Freunde des schönen Buchs eignen, daß er auch im Unscheinbaren, Billigen das schöne erkennt, wo es sich bietet, und niemals die Kostbarkeit entscheiden läßt, ob Schönheit waltet. Denn ganz vergessen fast wird es, den Bekämpfern des schönen Buches entgegenzuhalten, daß wir auch Freunde des billigen schönen Buches sind und daßDeutsche Verlage und Drucker billige und schöne Bücher hergestellt haben. (Es seien in diesem Zusammenhang nur die Drugulindrucke, dann etwa das Buch Ruth aus der Inselbücherei, früher 50 Pfennige kostend, und die bei Breitkopf und Härtel gedruckte Ausgabe der Blümlein des Heiligen Franz von Assisi erwähnt, welches Buch von Wiedemeier mit den entzückendsten Initialen geschmückt, seinerzeit nur M. 3.- kostete.

Was schön ist, muß Schönes leisten. Dies ist leider nur im Englischen Sprichwort (nicht im Deutschen) Anforderung an das Schöne: es soll zugleich gut sein. Darin aber gerade wird, wie mir scheint, in der Geschichte des schönen Buches zu oft gesündigt, als daß man nicht hier die Angriffe einsetzen und Erfolg haben müssen. Es handelt sich nicht darum, technisch ein schönes Buch herzustellen, sondern das schöne Buch ist zu höherer Leistung verpflichtet. Der nämlich, den Wert einer geistigen und poetischen Schöpfung dazubieten. Daher müßte, wie mir scheint, ein größerer Hochmut unserer vorbildlichen Pressen und Verlage Platz greifen, sich um keinen Preis etwa mit der Technik oder gar nur kunstgewerblichen Herstellung eines schönen Drucks zu begnügen, sondern vielmehr alles abzuweisen, was inhaltlich nicht ebenso vorbildlich und ewig ist, als ihr Buch vorbildlich und ewig zu sein hofft.

Die schlimmste Beeinträchtigung hat das schöne Buch ohne Zweifel dadurch erfahren, daß es nicht der Bücherfreund herstellt und in Auftrag gibt: höchstpersönlich, aus höchstem Bedürfnis, in höchster Unbekümmertheit um wirtschaftlichen Erfolg, sondern daß es dem Bücherfreund angeboten wird von den mancherlei Pressen und Unternehmungen, die sich Presse nennen oder solche zu sein vermeinen. Wenn Kaiser Maximilian sein Gebetbuch, das ihm das teuerste seiner Bücher war, zuerst in einem teuren Pergamentdruck herstellen ließ, dann von Albrecht Dürer auf dem breiten, diesem Zweck vorbehaltenen Rand mit köstlichen Handzeichnungen schmücken, aufs schönste binden, mit goldenen Zierden versehen ließ und täglich brauchte, nie von sich grab und seine Freude ebenso wie seine Erbauung darin fand, so hatte er den rechten Begriff vom schönen Buch. Wohl gibt es auch in unserer Zeit Bibliophilen, die ähnliche Aufträge geben, aber in der Mehrheit der Fälle ist es anders. Wenn aber irgendeiner daherkommt und ohne jedes weitere Bedürfnis nur aus der Sucht heraus, ein schönes Buch herstellen bedrucktes Papier teurer zu verkaufen als ein unbedrucktes, ein gleichgültiges Werklein eines treuherzigen Romantikers oder ein anderes Erzeugnis bettelarm an Geist und Kraft, an Reiz und Poesie, zum schönen Buche macht, so muß man ihm freilich des Umgang mit gute Paper, anständigem Druckschwarz, Leder und Pergament lebenslänglich untersagen.

Mit schönen Büchern, wie ich sie verstehe, lebt man; man stellt sie nicht in pappenen Hüllen hinter Glas und seidene Vorhänge, sondern liest sie; man läßt sie nicht von sich Tag und Nacht, sondern verlangt, daß sie mit einem umgehen. Und wenn man ihrer niemals müde wird, sind es die rechten. Gewiß: andere holt man nur in bestimmten Stimmungen, in seltsam sich erneuernden Gelüsten aus Schrank und Fach, wie einen Schatz. Aber wenn sie von der rechten Art sind, so ziehen sie Augen und Sinn in sich immer von neuem hinein. Anders haben sie, wie ich meine, keine Berechtigung in der Hand es Eigners. Dieser aber sollte seine Anforderung an das Buch stellen. Das Buch wird nicht schlechter davon.

Vom schönen Buch unserer Zeit aber muss der Bücherfreund noch etwas anderes erfordern; oft übersehen und doch instinktiv richtig des Büchern früherer Epochen zur Pflicht gemacht: Daß nämlich das schöne Buch unserer Tage auch wirklich eine Schöpfung unserer Zeit ist. Dies ist besonders von den Schriften zu erwarten, die verwendet werden. Aber mit einer beispiellosen Kaltherzigkeit verwenden selbst hochangesehene Pressen Schriftformen alter, berühmter Herkunft. Köstlich gewiß in ihrer Art, unübertroffen von heutigen Schriftzeichnern, aber doch, wie mir scheint,völlig ohne Fug und Recht, und die Entschuldigung, die heutigen Schriften seine nicht so schön als die alten, ist sehr ärmlich. Würde es sich denn der wahre Bücherkenner gefallen lassen, wenn ein Buch des 18. Jahrhunderts mit Lettern des 16. Jahrhunderts gedruckt wäre? Und selbst wenn dies geschehen wäre, wäre es noch kein Grund für uns. Auch die Schriftform ist Ausdruck unserer Zeit. Seien wir ehrlich: drücken wir unsere Zeit auch in der Schrift aus, die wir für unsere Bücher, zumal die schönen, verwenden. Bekennen wir Reichtum, wenn wir ihn ausweisen können, aber ebenso Armut des Formempfindens, Kargheit und Kühnheit, Einfachheit und Bewegtheit, Lust und Ernst in den Formgebilden, aus denen die Schrift besteht. Wir werden ehrlicher damit sein; aber auch förderlicher. Denn erst wenn das Verlangen und das Bedürfnis nach der Schrift unserer Tage wird sie hervorbringen.

Das schöne Buch unserer Zeit aber wird es uns nicht danken, wenn wir ihm zumuten, daß es im Druck, der schließlich sein eigentliches Wesen ausmacht, einer anderen Zeit angehöre als der seiner Geburt. Es wird in kommenden Jahrzehnten schon ein verachtetes Wesen sein, das eine Unwahrheit in sich trägt, ein falsches Taufzeugnis aufweist und jedenfalls suspekten Charakters ist.

Zudem aber kann ein Drucker mit den Schriften anderer gar nicht das leisten, was er mit der leistet, die er selbst gezeichnet und empfunden hat. Darin beruht das Geheimnis, die Magie des alten Drucks, daß der Drucker seine Schrift kannte, liebte und auswertete. Auch der Drucker unserer Zeit vermag nur seiner Schrift das äußerste abzuverlangen, nur mit seiner Schrift das Schönste zu leisten, nur seine Schrift, die er empfindet, in der er liebt, zur schönsten Geltung bringen.

Das schöne Buch muß Vorbild sein. Es kann nur Vorbild sein, wenn es kein Nachbild ist.

Ich rede hier nicht nur von führenden, sorgfältig geleiteten Pressen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, vorbildliche Drucke sowohl in der Herstellung wie auch im Material zu schaffen. Denn man kann gewiss nicht von der Fülle der vortrefflichen Druckereien, der geschmackvollen und vornehmen Verlage verlangen, daß sie die gleichen Anforderungen an ihre Bücher stellen. Diese aber müssen Vorbilder aus der Zeit finden und, sich ihnen überlassen dürfend, Treffliches und Schönes leisten.

Ich würde die Rechte des schönen Buches schlecht wahrgenommen haben, wenn ich nicht mit besonderem Gewicht für das höchste und beste dieser Rechte einträte: es muß zugänglich sein. Denn aus diesem Grunde gerade wird seine Berechtigung für unsere Zeit bestritten, daß es ein Vorrecht für Wenige, eine Angelegenheit von Snobs und Dünklern, im besten Falle von Sammlern sei; an diesem Schicksal könne kein Mensch Anteil nehmen. Das ist durchaus richtig. Da nun aber seinem Wesen nach das vorbildliche Buch nur in einer verhältnismäßig geringen Anzahl von Abzügen hergestellt, da es auch einem Vorbild erlaubt ist, nur in wenigen Exemplaren zu existieren, so ist die Anforderung die, diese wenigen Exemplare zugänglich zu machen.

Gegen die hier geforderte Zugänglichkeit des schönen Buchs steht die kleine Anzahl, in der gewöhnlich die mustergültigen Drucke unserer Pressen erscheinen. Es wird immer behauptet, daß ein schöner Druck nur in wenigen Exemplaren herstellbar sei. Dies ist aber höchsten für die wenigen Handpressen, die es bei uns gibt, zutreffend. Es können nahezu beliebig viele Abzüge von einem schönen Druck gemacht werden und es würde die Herstellungskosten sehr verringern und den Preis des schönen Buches, gegen den ebenfalls sich immer die Angriffe seiner Gegner richten, auf das Viertel, ja auf das Fünftel herabsetzen, wenn es uns erlaubt wäre, statt 200 Exemplare 2000 Exemplare auf Bütten zu drucken. Daraus geht hervor, daß, wenn sich viele Leute für das schöne Buch interessieren, es auch heute billig sein kann.

Da aber heute bei dem mangelnden Allgemeininteresse und bei der Vorbehaltung des schönen Buches für die Bibliophilen die Auflagen nur klein sind, also die Bücher teuer sein müssen, so müßten sich wenigstens die einzig für Wahrung und Darbietung des Schönsten und Besten was deutsche Pressen leisten Berufenen der Sache annehmen: die öffentlichen Bibliotheken. Mit einzelnen Ausnahmen zeigen sie jedoch eine Abneigung gegen das schöne Buch und natürlich wieder nur aus wirtschaftlichen Gründen. Wie engherzig sind solche Erwägungen kulturellen Werten gegenüber!

Derjenige freilich, der den kulturellen Wert des schönen Buchs am allerwenigsten erkannt hat, ist erstaunlicherweise der Staat. Denn ein Staat, welcher kulturelle Werte mit einer Luxussteuer von einem Fünftel ihres Wertes belegt, der also das schöne vorbildliche Buch mit höchstem geistigen Wert und unvergänglichen Wert behandelt wie Straußenfedern oder seidene Volants, hat überhaupt kein Unterscheidungsvermögend der Werte. Er wendet ein, daß eine Anzahl schöner Bücher Luxusprodukte seien. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist aber bei weitem der geringere Schaden, daß man eine Anzahl Bücher, die man als Luxus ansprechen kann, nicht von einer bestehenden Luxussteuer betroffen werden, als daß Werte, die man als kulturelle anzusehen verpflichtet ist, unter einer Steuer zusammenbrechen, die man für Spielereien und Vergänglichkeiten geschaffen hat.

Und auch hier wieder verrät sich die Zeit. Die Verwechslung von Luxus und Kultur. Man sollte nicht glauben, daß man sie richtig zu stellen brauchte. Aber es ist so: Diese Steuer auf das schöne Buch ist nur in Zufällen, nur wenn sie Auswüchse trifft, eine Luxussteuer, ihrem Wesen nach aber eine Steuer auf die Kultur. Denn Kultur ist nichts anderes als Pflege des Besten.

Wenn bisher von der Berechtigung des schönen Buches die Rede war, so muß das schöne Buch umso berechtigter sein, wenn wir damit auch eine Verpflichtung erfüllen, die uns zukommt. Es ist dies aber die, einen Vorsprung einzuholen, den wir anderen Ländern eine Zeitlang unbegreiflicherweise eingeräumt haben. Denn wiewohl wir Deutschen führend waren als Erfinder der Druckerkunst, bald nahmen uns Holländer, Schweizer, später die Italiener, dann die Engländer die Führerschaft in der geschmackvollen, gediegenen Auswertung der Erfindung ab. Es ist nur ehrlich, wenn man gesteht, daß Goethes Faust zum ersten Mal von einem Engländer anständig gedruckt worden ist (durch die Doves-Preß). Wohl ist das schöne Buch als kultureller Wert zu allen Zeiten berechtigt. Wir aber zumal zu sind seiner verpflichtet, denn noch immer ist deutscher Geist, deutsche Dichtung bedürftig des Gefäßes und der Gestalt, die ihrer ewigen Werte würdig sind. Wir brauchen und wollen sie uns nicht das zweite Mal von Pressen fremder Länder darbieten lassen. Zum Recht gesellt sich die Pflicht für uns. Und die Pflicht ist immer die höchste Berechtigung einer Sache. Das schöne Buch trägt diese Berechtigung in sich.

 

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