Aktuell



Nachrichten von der Gesellschaft der Bibliophilen e.V.



Bericht zur Jahresversammlung 2014 in Augsburg Neu
Antiquarischer Ankauf von Briefen zur Geschichte der Gesellschaft
Jahrestagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises
Erste internationale Online-Datenbank zeitgenössischer Buchkunst
Neue Mitglieder Neu
Kleine Textsammlung zur Bibliophilie
Rezensionen
Buchbesprechungen aus der Wandelhalle
Büchertipps
Linktipps
Aktivitäten der Mitglieder
Nachrichten von befreundeten Vereinen
Ausstellungshinweis Neu
Verschiedenes

 



Bibliophilentage und Jahresversammlung 2014 in Augsburg

Den ausführlichen Bericht von Ulrike Erber-Bader zu den diesjährigen Bibliophilentagen in Augsburg lesen Sie hier.


Antiquarischer Ankauf von Briefen zur Geschichte der Gesellschaft

Auf der 18. Leipziger Antiquariatsmesse im März 2012 konnte die Gesellschaft der Bibliophilen bei einem Kölner Antiquar für ihr Archiv ein Konvolut mit 38 Briefen und Postkarten von Börries v. Münchhausen an Conrad Höfer erwerben. Das Konvolut, das sich in fränkischem Privatbesitz befunden hatte, ist für die Geschichte der GdB im Dritten Reich von nicht geringem Interesse. Münchhausen (1874-1945) war von 1934 bis 1941 Präsident der Gesellschaft, Carl Höfer ( 1872-1949) in den Jahren 1918-1931 deren Sekretär gewesen. Die Briefe umfassen den Zeitraum 1929 bis 1944; sie geben einen freimütigen und detailreichen Einblick in die Probleme der gleichgeschalteten Bibliophilie unter der NS-Diktatur. Reinhard Wittmann, Vorsitzender der GdB, bereitet eine kommentierte Veröffentlichung der Korrespondenz vor, die im nächsten oder übernächsten Band von "Imprimatur" erscheinen soll.


Jahrestagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte

Vom 26. bis 28. September 2011 fand in der Herzog August Bibliothek die Tagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte zum Thema “Bibliophilie und Sammeln” statt. Die Tagung wird von Dr. Monika Estermann (Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Ursula Rautenberg (Erlangen) geleitetet. Das Programm finden Sie hier.

Ein Teil der Vorträge ist mittlerweile im Druck erschienen:

Werner Arnold: Identität durch Bücher. Fürstenbibliotheken in der Frühen  Neuzeit. In: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 36 (2011), Heft 2, S. 91-108.

Monika Estermann: Gustav Freytag und das Sammeln im Historismus. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 67 (2012), S. 169-181.

Wulf D. v. Lucius: Zur Genese der modernen Bibliophilie in Frankreich im 19. Jahrhundert. Strukturelle und inhaltliche Entwicklungen. In:  Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 36 (2011), Heft 2, S. 119-133.

Edith Seidl: Sammeln als existenzielle Notwendigkeit. Der Augsburger Notar, Privatgelehrte und Büchersammler Georg Zapf (1747-1810) als Antiquar. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 67 (2012), S. 145-167.

Manfred Sommer: Büchersammeln. In:  Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 36 (2011), Heft 2, S. 135-148.


Erste internationale Online-Datenbank zeitgenössischer Buchkunst

www.b-art1.net bietet die erste internationale Online-Datenbank zeitgenössischer Buchkunst. Buchkunstinteressierte finden Werkbeschreibungen von Pressendrucken, Künstler- und Malerbüchern, Mappenwerken, Buchobjekten, Künstlerkalendern und Einblattdrucken mit tabellarischer Darstellung der technischen Daten.
Zwei Farbfotos zu jedem Werk vermitteln optisch die grafische und handwerkliche Ausführung. H.S. Bartkowiaks Website www.forumbookart.com ergänzt die Datenbank mit vielen Informationen aus der Welt der Buchkunst.

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Neue Mitglieder

Seit Juni 2014 sind der Gesellschaft beigetreten:

Gerd-J. Bötte, Berlin
Zahra Jamiela Siddiqui, Frankfurt am Main

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Kleine Textsammlung zur Bibliophilie

Hier wird eine kleine Sammlung von ausgewählten Reden und Texten zur Bibliophilie erscheinen. Die Texte werden in unregelmäßiger Folge ins Netz gestellt.

 

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Rezensionen

Ab sofort werden in unregelmäßigen Abständen Rezensionen über Bibliographien, über Bücher zur Buch- und Buchhandelsgeschichte sowie zur Buchkunst und zum Sammeln auf unserer Homepage veröffentlicht.

Neue Rezension:
Reinhard Wittmann über Klaus Garber: Das alte Buch im alten Europa



Buchbesprechungen aus der Wandelhalle

Wulf D. v. Lucius: Das Glück der Bücher. Beiträge zu Buchästhetik und Buchgeschichte.
Berlin University Press 2012. 236 S., geb. mit Abb., ISBN 978-3-86280-031-5, € 39,90

Autor, Verleger, Leser, Bibliophiler – der Vorsitzende der Maximilian-Gesellschaft ist wahrlich ein Mann des Buches im umfassendsten Sinn des Wortes. Sein 2000 erschienenes Werk Bücherlust sollte in keiner Sammlerbibliothek fehlen. Nun hat er einen Band mit 20 längeren und kürzeren Aufsätzen vorgelegt, die an verschiedensten (teils entlegenen Stellen) erschienen sind und gleichfalls allesamt um unsere gemeinsame Leidenschaft kreisen. Dem Untertitel getreu geht es vor allem um die Ästhetik des Buches von Salomon Gessner und dem Klassizismus über Stefan George und Art Déco bis zum modernen Künstlerbuch, dann auch über das Büchersammeln einst und jetzt. Lucius repräsentiert mit seinen geistvollen Betrachtungen und Darlegungen aufs überzeugendste eine markante Spielart des Büchersammelns: eine noble Passion, die noblen Objekten gewidmet ist. »Sammeln heißt Lernen und zum Lernen braucht man Lehrmeister« schreibt Lucius über die Rolle der Mentoren. Ihm selbst als Ratgeber kann man sich besten Gewissens anvertrauen.


Wolfgang J. Kaiser (Hg.): Die Bücher des Königs. Friedrich der Grosse Schriftsteller und Liebhaber von Büchern und Bibliotheken.
Edition Kaiser 2012. Geb., 240 S., ca. 140 Farbabb., ca. 150 SW-Abb., ISBN 978-3-00-036005-3, € 19,80
Von dem Katalog wird eine limitierte und numerierte Anzahl von Vorzugsexemplaren in rotem Maroquin nach dem Vorbild der königlichen Bücher mit dem goldgeprägten Signum V bzw. P handgebunden.

Apropos noble Objekte: zum 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen tritt eine »BibliothecaFridericiana« erstmals an die Öffentlichkeit, die Privatsammlung P. O., die den vom König geschriebenen und von ihm gesammelten (sowie teils gelesenen) Werken gewidmet ist. Die Ausstellung war zuerst in der Berliner Staatsbibliothek, ist nun an anderen Lokalitäten zu sehen und wird von einem gefälligen, üppig illustrierten, dabei preiswerten Katalog begleitet. Rare Erstausgaben des königlichen Autors sind zu bewundern, teils in Privatdrucken, wie die Mémoirespourservir à l'histoire de la maison de Brandebourg , die erstmals 1751 »Au Donjon du Château« im Berliner Stadtschloß in kleinster Auflage gedruckt wurden. Bibliophile Einbände bekam er teils geschenkt (so ein Meisterwerk von Derome le Jeune) , selbst ließ er Berliner und Potsdamer Buchbinder für sich arbeiten, gern in rotem Ziegenleder. Auch die sechs Privatbibliotheken des Königs, insbesondere seine Lieblingsbibliothek in Sanssouci, werden vorgestellt. Seitenblicke gelten Friedrichs französischem Intellektuellenzirkel und der Berliner Aufklärung. Nicht aus der Privatsammlung stammen natürlich die kostbaren Autographen, etwa das Manuskript des Antimachiavell oder mehrere Briefe an Voltaire und andere . Etwas gestört hätte den König vielleicht, daß als Beispiel seiner Lektüre die Werke des preußischen Dichters Ewald von Kleist ausgerechnet in einer (freilich sehr schönen) Wiener Nachdruckausgabe figurieren...


Vom ABC bis zur Apokalypse: Leben, Glauben und Sterben in spätmittelalterlichen Blockbüchern. Ausstellung 17. Februar bis 6. Mai 2012.
Ausstellung und Katalog: Bettina Wagner. Luzern: Quaternio Verlag 2012. 168 S., zahlreiche farbige Ill. Broschiert

Zu den kostbarsten Objekten großer Bibliotheken zählen die Blockbücher des Spätmittelalters: Buchobjekte deren Inhalt, »meist eine Reihe von Bildseiten mit nur kurzen Texten, seitenverkehrt in Holztafeln geschnitten und von diesen abgezogen« wurden. Nach der Pariser Bibliothèque nationale mit 54 Exemplaren birgt die Bayerische Staatsbibliothek weltweit den zweitgrößte Bestand mit 47 Exemplaren. Nimmt man jene in der Universitätsbibliothek und der Graphischen Sammlung dazu, verfügt München über 64, Bayern insgesamt über 90 Exemplare dieser faszinierenden Zeugnisse aus dem 15. Jahrhundert. Eine Ausstellung zeigt die Schätze der Staatsbibliothek noch bis 6. Mai, kuratiert von unserem Mitglied Dr. Bettina Wagner. Auch den Katalog dazu hat sie herausgegeben, einen prächtig illustrierten, jedoch nicht aufgeschwemmten Band (sie hat auch das DFG-Projekt geleitet, das alle bayerischen Blockbücher digital im Internet präsentiert. Fünfzehn Blockbücher stellt der Katalog ausführlicher vor – entsprechend dem Titel vom ABC bis zur Apokalypse, von der Handlesekunst bis zum Romführer, von der Legende bis zum Kalender. Sie alle sind, wie man heute weiß, keineswegs als Vorläufer der Wiegendrucke zu betrachten, sondern entstanden gleichzeitig mit diesen. Medienhistorisch aufschlußreich sind die Wechselbeziehungen mit Handschriften und Inkunabeln (ein Frühdrucker wie Hans Sporer in München hat sowohl Blockbücher wie Typendrucke hergestellt). Der wissenschaftliche Ertrag ist ein beträchtlicher, aber auch der ästhetische Wert dieser so ausdrucksstarken Holzschnitte ist hoch. Wer die Aura der Originale nicht besichtigen konnte, vermag mit diesem Katalog eine sehr anschauliche Vorstellung ihrer Eigenart zu gewinnen.

Reinhard Wittmann


Siegfried Schönle: Internationale Bibliographie zur Geschichte der Schach- und Brettspiele. Versteckte Artikel in Sammelmonographien und Jahrbüchern.
Vindobona: Refordis Verlag 2011, 741 S., 175x265 mm, Gewicht 1700 Gramm, Buckram, Goldprägungen.
€ 276,10 incl. MwSt, plus Versand.

Ausgewertet sind über 100 monographische und nicht periodisch erschienene Sammelwerke (Anthologien, Kalender, Festschriften, unregelmäßig erschienene Schriften, Kunstkataloge, Vereinsschriften, Kongressberichte, u.a. der SCHACHKALENDER 1984 - 2011, das SCHACH - JOURNAL 1/1991 bis 4/1994 und auch von Vlastimil Fiala [CzechRepublic]: Quarterly forChessHistory, Vol. 1 - 15.) sowie Jahrbücher vorwiegend aus den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts – deutsch- und englischsprachige Titel überwiegen. Teilweise reichen die Einträge bis zu 150 Jahre zurück. Die Titelaufnahme erfolgte autoptisch.

Mehr als 2400 Einträge (zahlreiche mit Annotationen), nach dem Verfasseralphabet geordnet, bieten Zugang zu versteckt publizierten Fachaufsätzen aus dem gewählten Schwerpunkt: Schach- und Brettspiele, wobei Artikel zum Schachspiel deutlich überwiegen. Mitverfasser und Übersetzer wurden durch Querverweise erschlossen.
Der vorliegende Band verzeichnet erstmals und systematisch Publikationen von Fachvorträgen, die auf verschiedenen Kongressen (z.B. CCI) sowie vergleichbaren Veranstaltungen oder anlässlich internationaler Treffen von Schachforschern (z.B. IGK) gehalten wurden. Diese oftmals zur »Grauen Literatur« zählenden und vielfach nur wenigen Schachkollegen zugänglichen Publikationen zu verzeichnen, war ein zusätzliches Anliegen. In aller Regel ist dieses Schrifttum nur in Einzelfällen in öffentlichen Bibliotheken aufbewahrt.

Siegfried Schoenle


ManfredKnedlik / Bernhard Lübbers (Hrsg.): Die Regensburger Bibliothekslandschaft am Ende des Alten Reiches.
Regensburg: Universitätsverlag 2011 (Kataloge und Schriften der Staatlichen Bibliothek Regensburg. 5), 200 S., Abb., ISBN 078-3-86845-081-1, € 19,95

Der Regensburger Sammelband umfaßt 13 Beiträge, die Zeugnis von einer facettenreichen Bibliothekslandschaft ablegen. So beginnen die Herausgeber ihren Band mit einem Überblick über die um 1800 existierenden Bibliotheken der alten Reichsstadt, wobei auch bedeutende Privatbibliotheken einbezogen werden, und lassen danach eine Edition von Adalbert Blumenscheins Beschreibung der Regensburger Bibliotheken folgen. Blumenschein war Priester und Bibliothekar und hat um 1780 eine vierbändige Beschreibung verschiedener Bibliotheken in Europa hinterlassen, nie gedruckt wird diese Handschrift in der ÖNB Wien verwahrt. Diesem hochinteressanten Einstieg schließen sich Aufsätze über einzelne Bibliotheken, ihre Geschichte und Bestände an. Auch einzelne Kataloge und die Räumlichkeiten der Bibliotheken werden zum Teil gewürdigt. Hervorzuheben aus den vielfältigen und gut recherchierten Beiträgen, deren Autoren auch in erheblichem Maß auf ungedrucktes Quellen- und Archivmaterial zurückgreifen konnten, ist aufgrund der Seltenheit solcher Dokumente eine „Instruktion für den Bibliothekar des Gymnasium poeticum zu Regensburg“ (Anhang zum Beitrag von Alois Schmid über diese Bibliothek), eine Dienstanweisung aus dem Jahr 1661, die die Pflichten des Bibliothekars aufzählt, darunter fielen unter anderem die regelmäßige Auswertung der Frankfurter Meßkataloge auf nützliche Bücher hin sowie die Buchführung der Ausleihe und er solle „nicht jederman, sondern nur, was vornehm ist, in die bibliothekc, auch nicht zu vilauff einmal lassen“.Ganz unterschiedliche Bibliothekstypen, so auch die der Lesegesellschaft „Harmonie“ (Manfred Knedlik) und selbstverständlich die Thurn und Taxischesowie St. Emmeram werden vorgestellt. Eine Auswahlbibliographie zu den Regensburger Bibliotheken in Geschichte und Gegenwart (Alexander Krisch) beschließt den Band.

Ute Schneider

 

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Büchertipps

ER WEISS

Graham Mosse hat bei Incline Press ein typographisch hochwertig gestaltetes Buch über den bekannten Gestalter E. R. Weiss publiziert: "ER WEISS. The Typography of an Artist."
In einer Auflage von 250 Exemplaren, numeriert und vom Autor signiert kostet das Buch 290 Euro.

Beschreibung
(PDF)
Prospekt (PDF)
Bestellformular (PDF)


LesenLesenLesen 2012

Wie jedes Jahr erscheint auch für 2013 im Verlag Haag + Herchen ein Exlibris-Kalender.
Ein hochwertiger, liebevoll gestalteter Wochenkalender mit zahlreichen Exlibris zum Thema Lesen. Ein Stück Kulturgeschichte für jede Woche und: Ein Augenschmaus für alle Bücherfreunde! Kalender zum Aufstellen und an die Wand hängen geeignet.
Ausgewählt und zusammengestellt von Dörthe Emig-Herchen.

 

30 Blätter, Spiralbindung, mit Hänge- und Standvorrichtung
ISBN 978-3-898466-62-2 (erhältlich ab August 2012)
19,80 €


Oxford Die Oxford University Press hat im Januar ein äußerst opulentes, grundsolides Nachschlagewerk herausgebracht, das in keiner Bibliophilen-Bibliothek fehlen sollte. In zwei Bänden werden auf über 1400 Seiten von mehr als 400 Experten über 5000 Lemmata zu Buch, Buchkunst, Buchhandel und Verlagsbranche vereint. Buchästhetische Aspekte werden ebenso wie buchwirtschaftliche in internationaler Perspektive beleuchtet. International bedeutet hier tatsächlich global: das Buch wird nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika, Asien, Nord- und Südamerika, Australien, im christlichen wie auch im islamischen Kontext betrachtet, und das jeweils von den Anfängen bis heute. Dem Buch der Inkas und der Azteken, dem Buch in der Karibik wird genauso Platz eingeräumt wie dem elektronischen Buch. Im ersten Band findet man u.a. grundlegende Essays zur Materialität des Buches, zum Buch als Symbol, zur Theorie des Buches wie auch zu unterschiedlichen Buchgattungen, daneben ausführliche, länderspezifische Essays. Im Anschluß an die Essays folgen einzelne Lemmata zu Sachbegriffen, Personen und Firmen, auch längere Einträge zu spezifischen Publikationsformen und zu berühmten Büchern. Unser Vorsitzender, Prof. Wittmann, koordinierte den Bereich »The Book in Central Europe«.

The Oxford Companion to the Book.
Hrsg. von Michael F. Suarez, S.J. and H. R. Woudhuysen. 2 Bde. im Schuber.
Oxford: OUP 2010, 1408 S., 150 s/w-Abb. und zahlreiche Zeichnungen
ISBN 978-0-19-860653-6
£ 175 (214,99 € bei Amazon, 208 € bei KNV)


Erasmus

Die international bekannte Amsterdamer Buchhandlung Erasmus hat zu ihrem 75jährigen Bestehen eine hübsche kleine, aber außerordentlich reich bebilderte Festschrift vorgelegt, die – wenn auch indirekt – die Gesellschaft der Bibliophilen berührt. Die Buchhandlung wurde nämlich im März 1934 von Abraham Horodisch (1898-1987) gegründet, der Mitglied unserer Gesellschaft war, als Bücherkenner in Imprimatur publizierte und 1957 auch als Autor der Jahresgabe der GdB Pablo Picasso als Buchkünstler fungierte. Die kleine Festschrift widmet sich besonders dem Leben und Wirken Horodischs, der 1933 von Berlin nach Amsterdam emigrierte. 1920 hatte er in Berlin zusammen mit Siegfried Pfankuch den Euphorion Verlag gegründet, 1924 gehörte er dort auch zu den Gründern der Soncino Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches und er war Mitglied des Berliner Bibliophilen-Abends, für den er auch als Verleger tätig war. 1942 flüchtete das Ehepaar Horodisch in die Schweiz und kehrte erst 1945 nach Amsterdam zurück. Sytze van der Veen zeichnet den dortigen Neuanfang nach und die Entwicklung bis der Firma bis heute. Horodischs Sammelleidenschaft, seine Liebe zum Buch und sein unermüdliches Schaffen bis ins hohe Alter werden gewürdigt. Das internationale renommierte Amsterdamer Antiquariat, das von Beginn an zur Buchhandlung gehört, ist seit Ende der 1980er Jahre geschlossen, die Buchhandlung nicht mehr am alten Standort, am Spui, ansässig, aber das Unternehmen floriert als internationaler Bibliothekslieferant, seit 1990 auch in Paris, und seit 1993 existiert eine Niederlassung in Köln.

Sytze van der Veen: 75 Jahre Erasmus Boekhandel Amsterdam-Paris.
Amsterdam: Erasmus Antiquariaat en Boekhandel 2009; 96 S., zahlreiche s/w-Photos und Farbabb.
ISBN 978-94-90234-03-4


Mardersteig

Mardersteig und Verona – sollte man Personen und Orte nennen, die für edelste Buchkunst stehen, so dürften diese jedenfalls nicht fehlen. Da ist zunächst der Vater, Giovanni, in Weimar geboren, der Ausbildung nach Jurist, der Neigung nach stets der Kunst und speziell der Buchkunst zugetan, Spezialist im Aufspüren schöner, zu Unrecht in unzugängliche Archive geratener Schriften und Drucke, vor allem aber Begründer und Motor der weltberühmten Officina Bodoni. Der Sohn, Martino, hat nach eigenen Aussagen vom Vater eine Passion, nicht (nur) einen Betrieb geerbt, ist im Gegensatz zum Vater einschlägig ausgebildet, hat den „Betrieb“ Mardersteig in die Moderne der Buchkunst geführt und sein Überleben bis heute gesichert - dies vor allem durch die Weiterentwicklung der Stamperia Valdonega.

Um diese Druckerei geht es in der Leipziger Ausstellung, nicht um die Handpresse Officina Bodoni. Die Stamperia Valdonega ist ein maschineller Betrieb. Er wurde 1948 von Giovanni Mardersteig gegründet und benutzte zunächst die Monotype Satztechnik und die damals verfügbaren Schnellpressen. 1968 wurde durch Martino Mardersteig die erste Offset-Maschine eingesetzt, heute ist das ganze Spektrum digitaler Satz- und Drucktechniken verfügbar. Der Katalog belegt in eindrucksvoller Weise, wie sich die vergleichsweise kleine Stamperia Valdonega im Kreis der vielen Großdruckereien behaupten und - mehr noch - ihr eigenes Profil schärfen konnte.

Zunächst zum Inhalt des Kataloges: Er ist in zwei große Teile gegliedert. Der erste Teil ist der Geschichte der Druckerei gewidmet. Nach einem Vorwort der Direktorin des Leipziger Museums, Susanne Richter, beginnen die Herausgeber mit einer ersten Übersicht: „Von Verona in die ganze Welt“. Es ist sehr interessant, dass danach Martino Mardersteig selbst zu Wort kommt: In „Die Geschichte der Stamperia Valdonega von 1948-2008“, einem kurzen Bericht über die Umstellung der Druckerei auf digitale Medien, lassen sich die damit verbundenen Schwierigkeiten erahnen. Es folgen persönliche Erinnerungen von Hermann Zapf an Giovanni Mardersteig. Den Abschluß bilden zwei eindrucksvolle Beiträge angelsächsischer Provenienz: Jerry Kelly beschreibt „Die Druckerei Valdonega aus amerikanischer Perspektive“, Kevin Perryman äußert sich zum Thema „Bodoni Goes Digital“. Beide Autoren betonen aus eigener Anschauung, dass die stupenden handwerklichen Fähigkeiten, welche die Officina Bodoni auszeichneten, natürlich auch der Stamperia Valdonega zugute kamen. Vielleicht wurde dies von Bibliophilen in den USA als ersten erkannt; die frühe und enge Zusammenarbeit z.B. mit dem Limited Editions Club deutet darauf hin. Hinzu kommt aber noch etwas anderes, mit dem englischen Kürzel VAL (Valdonega Aesthetic Line) umschrieben: Die langwierige, mit größter Sorgfalt durchgeführte digitale Umsetzung der berühmten Schriften der Officina Bodoni. Der Transfer dieses wertvollsten Besitzes der alten Handpresse in die moderne Drucktechnik der Stamperia Valdonega zählt gewiß zu den größten Verdiensten Martino Mardersteigs.

Der zweite (und größere) Teil des Kataloges enthält ein aufwendig kommentiertes und partiell illustriertes Verzeichnis der ausgestellten Bücher. Die Herausgeber haben sich der mühsamen Aufgabe unterzogen, aus der großen Zahl der Publikationen der Druckerei eine repräsentative Auswahl zu treffen. Dafür gebührt ihnen besonderer Dank. Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet; man hätte dies angesichts des Herstellers, der Stamperia Valdonega, nicht anders erwartet. Ein Buchliebhaber, der neueres über die Buchgestalter Mardersteig wissen möchte, wird diesen Katalog nicht missen wollen.

Bernd Gerlach

 

Giovanni und Martino Mardersteig: Buchgestalter, Typographen und Drucker in Verona.
Katalog der Ausstellung zum 60jährigen Bestehen der Stamperia Valdonega im Museum für Druckkunst in Leipzig, herausgegeben von Eva von Freeden und Jürgen Fischer, Edizioni Valdonega, Verona 2008, 166 Seiten.
ISBN 988-85033-52-0
28 €.


Denkmal des Geistes Nach den eindrucksvollen Studien Vom Ornament zur Linie. Der frühe Insel Verlag 1899-1924 und Das Buch als Kunstwerk. Die Cranach Presse 1913-1931 nun also eine Würdigung der Buchkunst Henry van de Veldes. John Dieter Brinks legt innerhalb von sieben Jahren die dritte großformatige Buchpublikation zur Blütezeit der Buchkunst in Europa am Beginn des 20. Jahrhunderts vor.

Die Hälfte des vorliegenden Buches nimmt ein kunsthistorisch orientierter Essay zur Entwicklung des Buchkünstlers van de Veldes ein: Er beginnt mit den frühen belgischen Jahren vor 1900, streift kurz den Berliner Aufenthalt 1900-1902 und kommt dann zur wichtigen Weimarer Zeit von 1903 bis 1917. Hier entstehen die großartigen Einbände zum Zarathustra, zum Buch Ruth oder zu AMO, dem eigenen Bekenntnis zur Kunst. Der erste Weltkrieg bringt (spätestens 1917) den tiefgehenden Bruch. Unerwünscht in Deutschland und Belgien, finden wir van de Velde von 1920-1922 in Holland; für Freunde entwirft er den wunderbaren Einband zu Rilkes Cornet. Danach dann doch die Rückkehr nach Belgien (ab 1926). Sie steht letztlich unter keinem guten Stern. Ab 1947 lebt van de Velde in der Schweiz. Er schreibt bis zum Tod 1957 an der „Geschichte meines Lebens“.

Das Buch wird ergänzt durch einen Abriß der Weimarer Zeit von Thomas Föhl, zwei Abschnitte zur Reflektion und Rezeption des Werks sowie einen außerordentlich gelungenen illustrierten Katalog zum buchkünstlerischen Werk. Die vielen exzellenten Photos sind eine Augenweide.

Das Buch hat Referenzcharakter. Es ist unabdingbar für jeden, der sich dem singulären Künstler van de Velde von der Seite der Buchkunst nähern will.

Bernd Gerlach


John Dieter Brinks: Denkmal des Geistes. Die Buchkunst Henry Van De Veldes
Triton Verlag, Laubach und Berlin 2007, 460 Seiten, zahlreiche exzellente Abbildungen.
ISBN 3-935518-72-9
180 €


Harry Graf Kessler Tagebücher 1918-1937 Ein bibliophiler Leser könnte die Tagebücher von Harry Graf Kessler zur Hand nehmen, weil er an der Cranach-Presse und den mit ihr verbundenen Künstlern interessiert ist und im Zentrum dieses Tagebuches genauere Details zu einer der bedeutendsten Buchpressen vermutet. Schon ein erster Blick in das mehr als dreißig Seiten umfassende Personenregister zeigt indes, daß diese Vermutung viel zu kurz greift: Natürlich findet man die Namen Maillol, Gill und Craig, aber sie verschwinden geradezu in den mehr als eintausend Nennungen, unter denen kaum ein klangvoller Name aus dem politischen oder kulturellen Spektrum der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts fehlt. Mehr noch: Keßler kannte Politiker wie Stresemann, Briand, Lloyd George oder Rathenau oder Schriftsteller wie Hauptmann, Gide, Shaw oder Hofmannsthal aus zahllosen persönliche Gesprächen. Ein Leitartikel des Spiegel spricht zutreffend vom Menschensammler Kessler. Es dürfte kaum ein Buch geben, das ein derart eindrucksvolles Gesamtbild einer ganzen Epoche entwirft, deren schreckliches Ende Kessler zu ahnen scheint – eine ganze Serie bedrückender Notizen belegt dies.

Das Tagebuch enthält kaum persönliche Äußerungen, so daß der Mensch Kessler nur schwer erkennbar wird. Vielleicht liegt ein Grund darin, daß von Anfang an eine Publikation der Aufzeichnungen geplant war. Die zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten (lange vor der faktischen Enteignung durch die Nationalsozialisten) lassen sich zwischen den Tagebuchzeilen erspüren, wenn man darum weiß. Es gibt seltene, ergreifende Ausnahmen, etwa die folgende: Als der Schweizer Kunstsammler Reinhart dem durch Gläubiger bedrängten Kessler zur Hilfe kommt und seine über alles geliebte Steinfigur von Maillol kauft, findet man den Vermerk: „Vormittags kamen die Arbeiter von Knauer, bauten das Gerüst vor dem Fenster und holten die Figur. Um zwei Uhr fünf Minuten glitt sie, in ein großes Tuch gehüllt, als ob sie selber trauerte und ihr Haupt verhüllte, zum Fenster hinaus. Das Gesicht schien, als sie ins Freie kam und das Licht es berührte, noch einmal in strahlender Schönheit aufzublühen. Mir war es ein Schmerz, den ich nie ganz verwinden werde.“

Harry Graf Kessler: Tagebücher 1918-1937. Hrsg. von Wolfgang Pfeiffer-Belli. Frankfurt am Main und Leipzig: Insel 1996 (Insel Taschenbuch 1779), 855 S.
ISBN 3-458-33479-3
15 €


Widmung, Welterklärung und Wissenschaftslegitimierung Das Buch handelt von Titelbildern wissenschaftlicher Werke im 17. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie die Veränderungen in den grundsätzlichen Auffassungen über die Art der Naturerforschung und der Wandel der Hierarchie der wissenschaftlichen Disziplinen, die im Mittelpunkt der sog. Wissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts standen, in den Titelbildern zeitgenössischer Publikationen visuell repräsentiert und debattiert wurden. Es wurden zwei Problemkreise aus der Geschichte der Wissenschaftlichen Revolution ausgewählt, die sowohl repräsentativ für die besondere, bislang unterschätzte Rolle visueller Kommunikation in der Wissenschaftlichen Revolution sind als auch mit Blick auf die jüngere wissenschaftshistorische Forschung besondere Aufmerksamkeit verdienen, nämlich (1) die Auseinandersetzung um das kopernikanische System im 17. Jahrhundert, die das historische Bild von der Wissenschaftlichen Revolution lange Zeit geprägt hat, und (2) die damit eng verbundenen Bestrebungen zur Legitimierung der neuen Theorien und Disziplinen im 17. Jahrhundert.

Volker R. Remmert: Widmung, Welterklärung und Wissenschaftslegitimierung. Titelbilder und ihre Funktionen in der Wissenschaftlichen Revolution. Wiesbaden: Harrassowitz in Kommission 2006 (Wolfenbütteler Forschungen, 110)
267 S., 112 Abb.
ISBN 3-447-05337-2
89 €


Deutsch-englisches Glossar Als Reaktion auf den in der letzten Wandelhalle erschienenen kleinen Beitrag "Quetschverbunden" verweist unser Mitglied Dr. Lothar Henninghaus auf das von ihm schon 2001 in 2., erweiterter Auflage publizierte "Deutsch-englische Glossar für den Bücherfreund und Antiquar", das der Internationalisierung des Antiquariatshandels Rechnung trägr, hin. Es umfaßt über 2500 Begriffe zum Buchwesen und zur Buchbeschreibung sowie zur Geschäftskorrespondenz.
Dr. Hennighaus, der demnächst mit seinem Antiquariat von Aachen nach Hildesheim umzieht, verfügt noch über einen kleinen Restbestand des Glossars, das bei ihm zum Preis von 12 € plus Versandkosten bestellt werden kann.

AixLibris
Antiquariat Dr. Lothar Hennighaus
Pontdriesch 17-19
D-52062 Aachen
Tel.: (0049) 241-25340
Fax: (0049) 241-402403
eMail: AixLibris@t-online.de


Eduard Prüssen Fünfundsiebzig Zum 75. Geburtstag des Graphikers, Illustrators und Buchkünstlers Eduard Prüssen ist beim Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein eine Festschrift erschienen, die von unserem Mitglied Prof. Dr. Werner Grebe verfaßt wurde. Anhand vieler Abbildungen läßt sich Prüssens künstlerische Entwicklung nachvollen und Einblick in sein Lebenswerk nehmen. Die von Prüssen numerierte und signierte Festschrift enthält zwei Originale und ist in einer einmaligen Auflage von 300 Exemplaren erschienen.

Eduard Prüssen Fünfundsiebzig. Ein Rückblick von Werner Grebe. Herausgegeben vom Antiquariat

Venator & Hanstein
Cäcilienstraße 48
50667 Köln
Tel. 0221-2575419
info@venator-hanstein.de

Köln: Hanstein Verlag 2005. 39 S., zahlreiche s/w Abb.
ISBN 3-9807147-7-2
40 €


SeitenAnsichten

Bei den SeitenAnsichten handelt es sich um den Vorgängerband der weiter unten vorgestellten DraufSichten. Beide Bücher sind in Format und inhaltlicher Anlage gleich; in der Summe vermitteln sie einen repräsentativen Überblick über die deutschen Handpressen im 20. Jahrhundert. Die SeitenAnsichten beginnen mit einer kurzen Chronik der Handpressen und präsentieren im Hauptteil mehr als 1000 bibliographisch komplette Beschreibungen von Pressendrucken aus den Beständen des Germanischen Nationalmuseums – der Kunsthistoriker Eduard Isphording war lange Jahre für diese Bestände verantwortlich. Am Schluß des Buches findet sich ein umfangreiche Anhang; er enthält Abschnitte zu buchtechnischen Begriffen und weiterführender Literatur, ferner zu Künstlern, Typographen und Autoren.

Die SeitenAnsichten sind eine Augenweide – wie auch die DraufSichten; dafür ist dem Autor wie dem Verlag zu danken. Mancher Leser wird vermissen, daß jegliche vergleichende Stellungnahme zu den verschiedenen Pressen vermieden wird; der Sammler liebt nun einmal alle erworbenen Schätze.

Eduard Isphording: SeitenAnsichten. Buchkunst aus deutschen Handpressen und Verlagen seit 1945. Die Sammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg.
Leipzig: Faber und Faber 1999, 287 S., zahlreiche Abbildungen
ISBN 3-932545-43-5


DraufSichten Über 400 Pressendrucke aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg werden im vorliegenden Band bibliographisch exakt beschrieben und in teilweise sehr großzügigen Farbabbildungen präsentiert. Der wunderschön gestaltete Bestandskatalog wird mit einer ausführlichen und kenntnisreichen Abhandlung über 50 Jahre Buchgeschichte eingeleitet. Mit dem im Jahr 1878 gegründeten Carl Reissner Verlag in Dresden beginnend, endend 1939 mit der Gründung der Friedel Thomas-Presse in Halle, werden alle bekannten und weniger bekannten deutschen Pressen vorgestellt. Es folgt ein Blick auf Pressen des europäischen und außereuropäischen Auslands sowie eine Würdigung bibliophiler Gesellschaft und Buchgemeinschaften, die sich dem schönen Buch verschrieben hatten. Ein umfangreicher Anhang mit mehreren Registern (Pressen, Verlage, Autoren, Illustratoren, Typographen, Buchbindereien etc.) erleichtert den schnellen Zugriff für Informationssuchende. Hinzu kommen ein Glossar und ein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Titeln.

Eduard Isphording: DraufSichten. Buchkunst aus deutschen Handpressen und Verlagen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung des Germanischen Nationalmuseums.
Berlin: Faber & Faber 2005. 232 S., zahlreiche s/w und Farbabbildungen
ISBN 3-936618-51-8
39,80 €


Buchholz Das bewegte Leben des 1901 in Göttingen geborenen Buchhändlers und Galeristen Karl Buchholz läßt sich jetzt in einem reich bebilderten und gediegen aufgemachten Band nachlesen, der durch eine ungewöhnliche Fülle persönlicher Dokumente wie Briefe und Photos Einblick in die literarische und die Kunstszene der Moderne gewährt. 1934 gründete Buchholz seine erste Buchhandlung in Berlin, es folgten eine Galerie und ein Antiquariat. 1937 eröffnete er in New York die Buchholz Gallery, 1940 eine Buch- und Kunsthandlung in Bukarest, 1943 ein Unternehmen in Lissabon. Während des "Dritten Reichs" engagierte sich Buchholz vor allem für die Rettung der sog. "entarteten Kunst". 1945 ging er nach Madrid, 1951 wanderte er nach Bogotá aus, wo er 1992 starb.

Godula Buchholz: Karl Buchholz. Buch- und Kunsthändler im 20. Jahrhundert. Sein Leben und seine Buchhandlungen und Galerien Berlin, New York, Bukarest, Lissabon, Madrid, Bogotá.
Köln: DuMont 2005. 272 S., zahlreiche Abb.
ISBN 3-8321-7943-7
34,90 €

Frauen

Sie sind alt oder jung, bekleidet oder nackt, sie lesen im Sitzen, im Liegen. Bedeutende Maler und bekannte Photographen haben sich von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart lesende Frauen als Motiv gewählt.
Von Rembrandt und Vermeer bis Edward Hopper zeigt der wunderschön illustrierte Band berühmte Frauen wie Madame Pompadour, Herzogin Anna Amalie und unbekannte Leserinnen, versunken in Lektüre, sinnierend über das Gelesene oder sich in andere Welten träumend. Die dargestellten Lesesituationen, z. B. im Garten, im Bett, in der Küche, geben durch ihre Vielseitigkeit einen Einblick in die Sozialgeschichte lesender Frauen.
Außerdem sind die Illustrationen ganz nebenbei ein Panorama der Kunstgeschichte.

Stefan Bollmann: Frauen, die lesen, sind gefährlich. Mit einem Vorwort von Elke Heidenreich.
München: Elisabeth Sandmann 2005. 152 S., zahlreiche Farbabb.
ISBN 3-938045-06-X
19,95 €


Kreidolf

Noch immer gilt Ernst Kreidolf als der unbestritten berühmteste Bilderbuchkünstler der Schweiz. Seine Bücher haben bis heute nichts von ihrer großen Anziehungskraft auf Kinder wie auch Erwachsene eingebüßt.
Roland Stark zeichnet ein ebenso differenziertes wie überraschend neues Bild der Beziehungen des Erfolgsautors und Malers zu seinen Verlegern.
im Mittelpunkt stehen der Schaffstein Verlag sowie Emil Roniger und sein Rotapfel Verlag. Stark zeigt Kreidolf als mutigen Verfechter höchster Qualität und und als verzweifelten Kämpfer zwischen Kunst und Kommerz.

Roland Stark: Ernst Kreidolf - der Malerpoet und seine Verleger.
Frauenfeld: Verlag Huber 2005; 208 S.; 62 farbige und 47 s/w Abbildungen.
ISBN 3-7193-1387-5
39,80 SFr


Malerbuch

Der 100. Geburtstag des ehemaligen Direktors der Herzog August Bibliothek Erhart Kästner im März 2004 war Anlaß, ein bibliographisches Verzeichnis der Künstlerbuchsammlung der HAB herauszugeben.
Die Sammlung wurde von Kästner begonnen und umfaßt heute Bücher von etwa 1800 an bis in die unmittelbare Gegenwart auf hohem Niveau: von Aristide Maillol, Henry van de Velde, Alfred Kubin über Pablo Picasso, Paul Klee, Georges Braque bis hin zu Joseph Beuys und Ken Campbell. Der nun vorliegende Katalog verzeichnet insgesamt 3153 Nummern, teilweise mit ausführlichen bibliographischen Beschreibungen, und kann daher auch als Bibliographie genutzt werden.
Neben der Bestandsverzeichnung gibt Werner Arnold einen lesenswerten Einblick in die programmatischen Ziele Kästners beim Aufbau der Sammlung, zeichnet die Erwerbungsgeschichte incl. Erwerbungsetat nach und skizziert die Preisentwicklung für Künstlerbücher.

Das Malerbuch des 20. Jahrhunderts.
Die Künstlerbuchsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Bearbeitet von Werner Arnold. Wiesbaden:
Harrassowitz 2004 (Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens. 37) 454 S., Abb.
ISBN 3-447-05051-9
79 €


Zwei Freundinnen, eine Leidenschaft

Allzu häufig sind sie ja nicht, die Erinnerungsbücher von Antiquaren. Wie die Rare Book Saga von H. P. Kraus und Christian Nebehays Die goldenen Sessel meines Vaters erfreuen sie den Bücherliebhaber durch ihre Anekdotenfülle über Sammler- und Händlerkäuze, ihr Namedropping von Cimelien und Kollektionen. 1997 ist in den USA dieser Doppelmemoirenband herausgekommen; als „Institution im internationalen Antiquariatsgeschäft“ preist der Klappentext zu Recht die beiden Autorinnen, lebenslange Freundinnen aus deutschjüdisch-amerikanischen Familien. Man nimmt die ersten hundert Seiten über Kindheit und Jugend freundlich zur Kenntnis, spannend wird's natürlich erst, sobald die Büchermanie ausbricht. Leona infiziert sich, als sie über die Straßburger Frühdrucker promovieren will. Nach einer Lehre bei Herbert Reichner etabliert sie sich 1944 in New York mit ihrem kleinen, aber feinen Geschäft, 1945 kommt Madeleine dazu, und nun geht es fast 150 Seiten lang um das, was unsereinen fesselt: mit „Fingerspitzengefühl“ (so auch im amerikanischen Original) graben die beiden bei Kollegen und in Bibliotheken Rarissima aus, haben Finderglück und lernen Sammler wie Bibliothekare kennen, die oft über unbeschränkte Mittel verfügen können. Sie pirschen 1948 durchs kriegsgeschädigte Europa, wo sie legendäre Händler wie E. P. Goldschmidt treffen und Beute machen, geben mit Kennerschaft und zäher Beharrlichkeit ihre respektgebietenden Kataloge (wie jenen über die Aldinen) heraus, und Leona bringt es gar zur Präsidentin der amerikanischen Antiquare. Was die beiden uneitlen Damen mit trockenem Witz und hellwachem Verstand beschreiben, ist eine Antiquariatswelt, die kaum fünfzig, vierzig Jahre vergangen ist, und doch schon ausgestorben anmutet. Ärgerlich ist, daß der Übersetzer von alten Büchern und deren Terminologie keinerlei Ahnung besitzt. Da ist mehrfach die Rede von „in Velin gebundenen Büchern“ wo es natürlich um Einbände in Pergament (Vellum) geht. Ein „auf Velin gedrucktes“ Buch ist keineswegs eine Kostbarkeit, ein auf Pergament gedrucktes, wie hier gemeint, allerdings. „Hölzerne Druckblöcke“ heißen Druckstöcke. „Gedruckt bei Aldine“ ist bekanntlich Unsinn, „Aldinen“ sind vielmehr die von Aldus (Manutius) gedruckten Bücher. Deshalb hieß der entsprechende Katalog der beiden Damen auch keineswegs „Die Druckerei Aldine“ und ein „Aldine Buch“ ist schlicht eine Aldine. Ein „Quarto-Format“ gibt es im Deutschen ebensowenig wie einen „John“ Froben. Aber sonst: reizvolle abendliche Kamin- oder Kachelofenlektüre.
RW

Leona Rostenberg/ Madeleine Stern: Zwei Freundinnen, eine Leidenschaft. Unser Leben für seltene Bücher. Aus dem Amerikanischen von Christian Liedtke. Hamburg: Hoffmann & Campe 2004; 303 S., Abb.
ISBN 3 455 094295
19,90 €


Bücher sammeln

In der dtv-Reihe Kleine Philosophie der Passionen ist just ein Bändchen über das Sammeln von Büchern von Klaus Walther erschienen (nicht zu verwechseln mit Karl Klaus Walther, dem Autor des Lexikons der Buchkunst und Bibliophilie ). Walther war zwischen 1991 und 2001 Leiter des Buchprogramms der Freien Presse Chemnitz und veröffentlichte bei dtv u. a. eine Karl May-Biographie und eine Hermann-Hesse-Biographie. Beim vorliegendem Taschenbuch handelt es sich weder um eine Anleitung zum Büchersammeln noch um praktische Ratschläge für den Aufbau einer Privatbibliothek, sondern es vereint 15 persönliche Betrachtungen über Motive und Ausdrucksformen einer lebenslangen Passion. In seinen Essays gibt Walther Auskunft über seine 20.000 Bände umfassende Bibliothek, beschreibt, wie er zu manchem Buch gekommen ist, welche Lieblingsbücher und Cimelien sich in seinen Besitz befinden. Als Bücherliebhaber auf Reisen schildert der Autor Erlebnisse in Antiquariaten, Bibliotheken und Begegnungen mit anderen Sammler wie Ernst Jünger. Er läßt seine Leser teilhaben an Besuchen beim Illustrator Werner Klemke, dessen Bibliothek 30.000 Titel zählte, und beim Insel-Sammler Helmut Jenne, daneben gibt Walther seine Erfahrungen mit Kataloglektüre weiter und schreibt über Lieblingsbücher und Sammlerglück. Das Büchlein umfaßt viele Facetten der Bibliophilie und eignet sich für die entspannte Minutenlektüre „zwischendurch“.

Klaus Walther: Bücher sammeln. München: dtv 2004 (Kleine Philosophie des Passionen); 124 S.
ISBN 3 423 34142 4
8 €


Das wohltemperierte Alphabet

Der großzügig gestaltete Band präsentiert 99 Drucker, Typographen, Schreibmeister, Stempelschneider und Maler aus Vergangenheit und Gegenwart in alphabetischer Reihenfolge mit kleinem Proben ihrer jeweils charakteristischen Schrift. Jedem Protagonisten ist eine Doppelseite gewidmet, die biographischen Abrissen und künstlerischen Werdegängen jeweils Anschauungsmaterial aus den schriftkünstlerischen Arbeiten gegenüberstellt. Vorbilder, Vorgänger und Nachahmer der Schriftgestalter sind im Text in Rot hervorgehoben, um Bezüge vom Humanismus bis ins 20. Jahrhundert herzustellen und zum Querblättern anzuregen. Der Vertreter für „X“ ist der Buchstabe selbst, in Proben von unbekannten Entwerfern. Leider halten die Texte nicht immer, was der tadellose gestalterische Gesamteindruck verspricht. Manch flapsige Formulierungen und Ungenauigkeiten sind ärgerlich. Zum Beispiel: im Eintrag zu dem in Venedig tätigen Nicolaus Jenson ist zu lesen: „Etwas wahrscheinlicher ist, daß Jenson in Frankfurt am Main bei Gutenberg gelernt hat. Gutenberg hat nachweislich zwischen 1454 und 1458 in Frankfurt gedruckt.“ Den Nachweis bleibt der Autor schuldig, was aber die Gutenberg-Forschung enorm voran bringen würde. Und dem ebenfalls in Venedig druckenden Erhard Ratdolt können zwar Verdienste um die Verfeinerung der Druckkunst zugeschrieben werden, nicht aber, er sei der Erfinder des Titelblatts und des Schutzumschlags gewesen, wie hier behauptet. Wird das Buch zum Anschauen und zum Vergleichen der Schriftbeispiele genutzt, aber nicht zur streng faktensuchenden Lektüre, dann inspiriert es sicher seine Leser.

Axel Bertram: Das wohltemperierte Alphabet. Eine Kulturgeschichte. Leipzig: Faber und Faber 2004
240 S., Abb.
ISBN 3 936618 38 0
39,80 €


Abklatsch, Falz und Zwiebelfisch Zur Ausstellung 525 Jahre Buchdruck und Bucheinband in Würzburg ist im Ergon Verlag das Begleitbuch Abklatsch, Falz und Zwiebelfisch erschienen. Zwei ausführliche Beiträge informieren über die Geschichte des Buchdrucks in Würzburg (von Eva Pleticha-Geuder) sowie über das Würzburger Buchbinderhandwerk (von Angelika Pabel) mit zahlreichen Schwarzweißabbildungen und 16 Farbtafeln. Ein Verzeichnis der Buchdrucker im Hochstift Würzburg bis 1802 und ein Verzeichnis der Würzburger Buchbinder bis zur Säkularisation sind mit Nachweis des jeweiligen Tätigkeitszeitraums beigegeben.
Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Würzburg im Martin-von Wagner-Museum, Residenz, dauert noch bis zum 21. November 2004. Der Katalog kostet 32 Euro und kann über den Online-Shop der UB bestellt werden.

KünstlerBücher. Die Sammlung Grüner Im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck ist ein reich bebilderter Begleitband zur Sonderausstellung "KünstlerBücher. Die Sammlung Grüner" erschienen. In der Privatsammlung von Reinhard Grüner sind über hundert Künstlerbücher, vorwiegend aus Osteuropa und der DDR zusammengetragen.
Es sind aber auch Bücher von Künstlern wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein vertreten.
Die Ausstellung endet am 20. Oktober 2004; der Katalog kann über das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck (www.stadtmuseumffb.de) bezogen werden. Er kostet 14,90 Euro

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Linktipps

Linksammlung zum Alten Buch
Linksammlung zur Buchpflege
Bibliographische Recherchen
Digitalisierungen
Webadressen von Gesellschaften und Vereinigungen

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Aktivitäten der Mitglieder

Bibelsammlung Walter Remy

“Schatz aus dem Westerwald“ – unter diesem Titel berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Frühjahr über den Erwerb der wohl größten privaten Bibelsammlung Europas durch das Bibelmuseum der Universität Münster. Unser langjähriges passioniertes Mitglied, der Jurist und Antiquar Walter Remy hat sein Sammlerleben dem Buch der Bücher gewidmet – aus einer alten Hugenottenfamilie stammend, war ihm die Heilige Schrift weit mehr als nur bibliophiles Objekt, ja geradezu von existentieller Bedeutung. Mit fünfundsiebzig Jahren hat er sich nun von insgesamt 652 lateinischen, griechischen, auch syrischen, hebräischen und polyglotten Editionen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert getrennt. Dazu gehören auch 23 Inkunabeln, so die erste venezianische Bibel. Im Münsteraner Institut für neutestamentliche Textforschung hat die Sammlung nun ihre neue Heimat gefunden; der Ankauf (zu einem sehr günstigen Preise) wurde unter anderem durch die Kulturstiftung der Länder gefördert.
Der Vorgang ist ein weiterer eindrucksvoller Beleg dafür, welche wichtige, ja unentbehrliche Rolle private Sammler für die Pflege und Bewahrung der geistigen Überlieferung spielen. Was sie über Jahrzehnte, oft unter erheblichen finanziellen Opfern, sorgsam und kompetent zusammengetragen haben, ist weit mehr als nur Ergebnis einer individuellen Marotte. Auch für ihre Kollektionen gilt Goethes bekanntes Diktum angesichts der Göttinger Bibliothek: "Man fühlt sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet."



Gutenberg-Galaxis

Unser Mitglied Dr. Lothar Hennighaus, Antiquar in Hildesheim, hat seine schon länger angekündigte Reise durch die Gutenberg-Galaxis vorgelegt. Der ganze Kosmos des Buchs findet hier in facettenreichen Essays Berücksichtigung:

Lothar Hennighaus: Eine kleine Reise durch die Gutenberg-Galaxis.
Mit Illustrationen von Detlef Kellermann. Hildesheim: Hennighaus 2009, 163 S.;
die 800 Ex. der Reihe A kosten je 20 €; 180 Ex. der Reihe B sind paraphiert und numeriert für je 30 € zu haben; die 20 Ex. der Reihe C (paraphiert, römisch numeriert und mit jeweils einer Original-Tafel vom Illustrator Detlef Kellermann) kosten 250 €.

Erhältlich bei:

Antiquariat am Moritzberg
Dr. Lothar Hennighaus
Dingworthstraße 20
31137 Hildesheim
Tel. 05121/1744047
antiquariat.moritzberg@t-online.de


Ziegert Max Ziegerts "Schattenrisse deutscher Antiquare"

... „Der lange schöne Ludolph, der stets in schwarzem Anzug und Zylinder ging“ ... „Dr. Friedländer, ein kleiner lebhafter Herr, eine Stargardt sehr verwandte Erscheinung mit weißem kurzen Vollbart, goldener Brille und türkischem Fez“ … Jacques Rosenthal, „in seiner Jugend feurig und schwarzlockig, ein wenig der schöne Mann, unermüdlich In- und Ausland bereisend, bildete er eine wünschenswerte Ergänzung des älteren Bruders“ … „Ich habe diese persönliche Macht der Suggestion nur noch in gleichem Maße gefunden bei Karl W. Hiersemann“ … Völker „ hatte so das Aussehen eines katholischen Geistlichen, daß es vorkam, daß katholische Kinder ihm die Hand küßten, in der Meinung, Hochwürden begegnet zu sein“ … Hirsch „fesselt sein Publikum durch seine liebenswürdige und stets hilfsbereite Persönlichkeit … in Berlin, Wien, Paris ist er zu Hause, wie am Münchener Dult-Platz – man muß ihm gut sein“ … „Ich erinnere mich, daß ich (Stargardt) einmal in vergeblichem Kampfe mit einer Katzenmutter fand, die sich auf einem Stoß Folianten häuslich niedergelassen hatte und ihre ganz Kleinen verteidigte“ …

Max Ziegert, 1852 im sächsischen Eilenburg geboren, absolvierte eine Lehre bei J. A. Stargardt und arbeitete bei Ludwig Rosenthal in München, bevor er 1899 sein eigenes Geschäft in Frankfurt in der Hochstraße 3 gründete. Dort pflegte er nicht nur mittags mit seinem prominenten Gegenüber Simon Leopold Baer (Firma J. A. Baer) spazieren zu gehen, er ging auch in den europäischen Antiquariaten und Auktionshäusern von Berlin bis München, Dresden, Köln, Leipzig, Paris und London ein und aus. Mit scharfem Blick und ironischer Feder „silhouettierte“ er dabei seine Kollegen. Auf diese Weise entstand das Porträt einer ganzen Generation von Antiquaren, Kunst- und Autographenhändlern an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, das 1916 als Sonderdruck und in loser Folge im "Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" erschien. Nun liegen die "Schattenrisse" in einer kommentierten Neuausgabe mit einem Nachwort von Reinhard Wittmann vor - ergänzt durch briefliche Reaktionen der „Silhouettierten“ und Auszügen aus Ziegerts weiteren, heute kaum mehr zugänglichen Artikeln, in denen dieser berühmte wie fast vergessene Größen des Antiquariatsbuchhandels besucht und auch den Antiquarinnen, die man damals noch „Fräulein“ nannte, seine „Reverenz“ erweist.

Max Ziegert, Schattenrisse deutscher Antiquare. Persönliche Erinnerungen aus den Jahren 1870 bis 1915. Neu herausgegeben von Reinhard Wittmann, Eberhard Köstler und Barbara Werner van Benthem. Verband Deutscher Antiquare e.V., 2009.
Mit zahlreichen Abbildungen.
978–3–9812223–3–3
Preis: 20 € (inklusive Versand)

Bibliophile Neuausgabe, typographisch gestaltet von Friedrich Pfäfflin, zum 60. Jubiläum des Verbandes Deutscher Antiquare am 10. Juni 2009. Hundert signierte Exemplare wurden der Gesellschaft der Bibliophilen anlässlich der Bibliophilen-Tage 2009 gestiftet.

Zu bestellen beim Verband Deutscher Antiquare


Wittmann Von Schätzen und Scharteken - Die Sammlung Reinhard Wittmann

„Was bleibet aber stiften die Antiquariatskataloge.“ -  „Für Normalsterbliche von bleierner Langweiligkeit, für Bibliomanen eine faszinierende Lektüre.“

Während der 47. Stuttgarter Antiquariatsmesse präsentierte der Buchwissenschaftler und Historiker Reinhard Wittmann der Öffentlichkeit seine Sammlung von Antiquariatskatalogen des 19. Jahrhunderts. Konzipiert von Friedrich Pfäfflin, schlug die viel beachtete Ausstellung ein bisher unbekanntes Kapitel der Geschichte des Antiquariatsbuchhandels auf. Dazu erschien ein reich illustrierter Katalog mit einem Essay von Reinhard Wittmann und einem Vorwort von Eberhard Köstler.
Sie können den Katalog beim Verband Deutscher Antiquare e.V. per  E-Mail bestellen.

Von Schätzen und Scharteken. Antiquariatskataloge im 19. Jahrhundert.
Einführung und Katalog von Reinhard Wittmann. Vorwort von Eberhard Köstler. Ausstellung und Katalogeinrichtung: Friedrich Pfäfflin.
Stuttgart, Verband Deutscher Antiquare e.V., 2008.
72 Seiten. Mit zahlreichen Illustrationen und 1 doppelblattgroßen Farbtafel. Broschiert
18€


Festschrift Die Kunst zu essen und zu genießen.

Die "Bibliotheca Gastronomica" von Walter Putz nun auch in Karlsruhe zu sehen
Unter diesem Titel fand im Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek Dresden eine Ausstellung der Bibliotheca Gastronomica unseres Baden-Badener Mitgliedes und Sammlers Walter Putz statt. Die in über 50 Jahren aufgebaute Sammlung gastronomischer Literatur hatte Herr Putz im Juni 2005 an die Landesbibliothek Dresden übergeben. Nun war die Ausstellung vom 21. Mai - 6. September 2008 im Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu sehen. Der Verlag Epidauris Kultur hat dazu eine hübsche kleine Festschrift herausgebracht.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/2008/bibliotheca-gastronomica.php

 

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Nachrichten von befreundeten Vereinen

Am 19. und 20. Juli 2014 fand in Dresden das Schriftenfest 2014 statt. Es fand, wie schon im vergangenen Jahr, zusammen mit der Mitgliederversammlung des Vereins für die Schwarze Kunst Dresden e.V. statt.
Dazu hat der Verein eine neue Homepage mit interessanten Bildern und zahlreichen Anregungen ins Netz gestellt, auf die wir Sie hier aufmerksam machen möchten.


Der Hannoversche Bibliophilen Abend hat sein Programm 2013/2014 bekannt gegeben. Die Vorträge des 86. bis 90. Abend als PDF finden Sie hier.

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Ausstellungshinweis

Unser zweiter Vorsitzender Dr. Onno Fennders stellt in der Landesbibliothek Oldenburg seine reiche Sammlung von Pressendrucken aus. Die Ausstellung wird am 11. Spetember eröffnet und dauert bis 25. Oktober 2014. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit rund 120 großformatigen Abbildungen:
100 Jahre deutsche Pressendrucke. Meisterwerke der Typographie, Illustration und Einbandkunst aus der Sammlung Feenders. Hrsg. von Corinna Roeder, mit Texten von Onno Feenders, Johannes Pommeranz und Wulf D. von Lucius. Petersberg: Imhof 2014 (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg. 60), ISBN 978-3-7319-0132-7, 24,95 Euro.

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Verschiedenes

Am 18. und 19. Januar 2014 findet in Hamburg im Museum der Arbeit die 9. Norddeutsche Handpressenmesse statt. Veranstaltet wird sie vom BuchDruckKunst e.V. Diese Verkaufsmesse wird am Freitag, den 17. Januar 2014 um 19 Uhr eröffnet. Das Programm sieht Vorführungen zu Lithographie, Kalligraphie, Buchbinden und Buchdruck sowie Schriftguss und anderes mehr vor.


Die Internet Zugänge zu antiquarischen Büchern haben weiteren Zuwachs bekommen. Bisher waren die Websites vom Zentralen Verzeichnis antiquarischer Bücher (www.zvab.com), Abebooks (www.abebooks.com) oder das kumulative österreichische Verzeichnis SFB (Suche Finde Bücher unter www.sfb.at) Hilfsmittel für Antiquare, Sammler und Bücherfreunde gewesen. Nun hat der Bücherversand Amazon den bibliographischen Katalog der British Library aufgenommen, so daß eine zusätzliche Erfassung von 2,55 Millionen Büchern möglich ist. Das bedeute, so Amazon, daß nun auch Werke ohne ISBN dort angeboten, gesucht und verkauft werden könnten. Voraussetzung sei, daß sie in der British Library dokumentiert sind. Dies mache aus dem Gebrauchtbuchhändler ein potentiell gigantisches Antiquariat.
Zu finden ist diese Website unter www.amazon.co.uk.
DvE


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